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Rostock Mhmmm-Mecklenburg: Die Ernährungsbranche als wichtiger Wirtschaftsfaktor
Mecklenburg Rostock Mhmmm-Mecklenburg: Die Ernährungsbranche als wichtiger Wirtschaftsfaktor
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00:00 10.07.2018
Östliche Altstadt

Das Ernährungsgewerbe ist unter den verarbeitenden Gewerben die Nummer 1 im Land. 2017 hat dieser Wirtschaftszweig rund 5,1 Milliarden Euro umgesetzt.

Das Ernährungsgewerbe ist unter den verarbeitenden Gewerben die Nummer 1 im Land. 2017 hat dieser Wirtschaftszweig rund 5,1 Milliarden Euro umgesetzt.

Starke Industrie in MV

5,1Milliarden Euro hat das Ernährungsgewerbe 2017 eingenommen, im Vorjahr waren es 4,87 Milliarden. Es ist der stärkste Industriezweig des verarbeitenden Gewerbes in MV. Den meisten Umsatz machen Unternehmen, die schlachten und Fleisch verarbeiten.

2 Prozent des deutschen Lebensmittelhandels werden in MV umgesetzt. Deswegen ist das Land auf den Export von Lebensmitteln angewiesen.

„Dieser Sektor ist enorm wichtig für das Land, das zeigen diese Zahlen“, sagt Jarste Weuffen vom Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern (AMV). Dabei werden vor allem Fleisch-, Back- und Teigwaren hergestellt und Milchprodukte verarbeitet. Das sinnvollste wäre es, möglichst viele der hier produzierten Rohstoffe im Land zu veredeln. „So kann man die Wertstoffe erhöhen.“

Doch was wird am meisten hier produziert? „Weizen steht ganz oben, dann kommt Weizen und wieder Weizen“, sagt sie lachend. „MV ist ein Agrarland.“ Auch Raps gebe es viel, außerdem Salate, Brokkoli und Blumenkohl. „Wir haben auch einen guten Anteil Bio-Eier, die deutschlandweit vermarktet werden.“ MV sei darauf angewiesen, in andere Bundesländer zu exportieren. „Für uns ist es wichtig, über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus zu liefern.“ Denn es werde wesentlich mehr produziert als abgenommen. Vieles bleibt jedoch auch im Land. „Es gibt nach wie vor einen generellen Trend zur Regionalität, der ist deutlich stärker als der Bio-Trend“, erklärt Jarste Weuffen. MV beurteile Regionalität sogar stärker als andere Bundesländer. Und darauf stellt sich der Handel ein. „Es wird unter anderem oft ausgewiesen, welches Produkt aus welchem Bundesland kommt.“ „Es ist ein Emotionskauf und geht nicht nur um: billig, billig“, sagt die Chefin vom AMV. Trotzdem bleibe der Preis für die Konsumenten ein wesentliches Kriterium. Nur bestimmte Bevölkerungsgruppen würden hier ihre Gewohnheiten ändern. Diese Menschen würden sich gesund und bewusst ernähren und sind dafür auch bereit, zu zahlen. „Es gibt auch einen Trend zur Naturbelassenheit.“ Aber das betreffe nicht die überwiegende Bevölkerung. „Entscheidend für den Kauf sind weiterhin Geschmack und eben der Preis.“ Es gebe auch Partner des Agrarmarketings, die Regionalität und Saisonalität fördern. „Der Globus in Roggentin macht viel für regionale Produkte, auch Handelshof hat davon viel im Regal.“

In der Gastronomie sei Regionalität hingegen ein schwieriges Thema. „Es gibt Gastronomen, die Regionalität leben. Aber es gibt auch welche, die es komplett ablehnen“, sagt Jarste Weuffen. Das liege zum Teil auch an der Logistik. „Wir haben genug Logistiker, aber hier muss ein Umdenken stattfinden.“ Die Produzenten müssten ihre Ware zu einer bestimmten Uhrzeit parat haben und die Gastronomen hingegen eine Zeitspanne angeben, damit die Logistiker ihre Strecke so planen könnten, dass es funktioniert.

„Die Ernährungswirtschaft ist ein wichtiger Arbeitgeber“, betont Jarste Weuffen. Rund 19 000 Menschen arbeiten insgesamt in diesem Sektor. „Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land der Kleinst- und Klein- und mittelständischen Unternehmen.“ Es gebe nur 17 Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern. Dabei gibt es Landkreise mit besonders viel Ernährungsgewerbe. In Westmecklenburg habe sich vor allem die Süßwarenindustrie in der Nähe der Autobahn angesiedelt. „Es ist eine Schwerpunktregion“, erklärt die Chefin des Agrarmarketings. Auch der Landkreis Rostock sei solch eine Region. In Vorpommern sei es hingegen schwieriger, Investoren zu akquirieren. Dies sei auch bei anderen verarbeitenden Gewerben ähnlich. Dennoch sei der Landkreis Vorpommern-Greifswald der dritte Schwerpunkt.

Modernes Essen in uriger Kulisse

Etwas unscheinbar liegen die Altstädter Stuben in der Östlichen Altstadt ganz in der Nähe der Petrikirche. Doch dieses Restaurant ist einen Besuch wert.

Beim Betreten wirkt das Lokal wie ein kleines französisches Café mit moderner Einrichtung. Doch nur wenige Meter weiter die Treppe hinab befindet sich das Kellergewölbe aus dem 16. Jahrhundert. Hier kann man in urig, rustikaler Umgebung klassische Gerichte mit einem feinen Dreh genießen.

Seit 2014 wird das Restaurant von Kai Prestin geleitet, der hier auch die Stelle des Küchenchefs einnimmt. Mit einem sympathischen Text stellt er sich und sein Team in der Speisekarte vor: „Ich möchte einfach nur gutes Essen. Frisch und aromatisch. Mit Zutaten, die – ungewöhnlich kombiniert – überraschen.“

Die Küche wirbt mit saisonalen und regionalen Speisen. Tatsächlich wird vor allem bei den Getränken auf Regionalität geachtet. Hier gibt es Biere aus Rostock und Stralsund, Wasser aus Güstrow und Säfte aus Parkentin. Doch beim Fleisch und Fisch richtet sich der Wirt nach dem Angebot und guckt auch nach überregionalen Waren.

Los geht es mit einer raffinierten Kressesuppe, die mit einem Schäumchen und einem frischen Kräuterbrot sehr hübsch angerichtet wurde. Ein toller Geschmack mit angenehmer Creme und als Einlage versteckt sich hier noch eine Frischkäsenocke. Gern mehr davon.

Leicht und lecker kommt auch der Lachs daher. Der hervorragend abgeschmeckte und saftig gebratene Fisch wird mit Zitronensoße und Frühlingsgemüse serviert – welches allerdings vornehmlich aus Wurzelgemüse besteht. Ein Blickfang ist vor allem das grüne Risotto: Ein leckeres Farbenspiel, das richtig satt macht. Deftiger, jedoch noch geschmackvoller: Das geschmorte Stück von einer Lammkeule.

Nicht gerade ein typisches Frühlingsgericht. Doch mit Bärlauch-Gnocchi und Ofengemüse eine ungewöhnliche, dennoch schmackhafte Kombination. Vor allem die Rotweinsoße mit ihrer süßlich, kräftigen Note begeistert. Hier sieht man, das mit echten Zutaten und Kräutern gekocht wurde.

Auch das Dessert ist eine Sünde wert. Das klassische Schokoküchlein mit seinem warmen, flüssigen Schoko-Kern ist einfach nur himmlisch. Absolut passend dazu das Vanille-Eis, welches vorher noch ein Krokant-Bad nehmen durfte. Und auch hier hat der Frühling Einzug gehalten: Ein kleines Kompott aus Erdbeere und Rhabarber gibt dem Ganzen noch eine fruchtig-saure Note, die durch Minzblätter eine besondere Frische bekommt.

Wie ein roter Faden zieht sich ein besonderes Detail durchs Essen. Wie bei einer Unterschrift wird jeder Gang (bis auf den Fisch) mit getrockneten Blüten serviert. Ein hübscher, essbarer Schmuck. Für die Qualität des Essens sind die Preise in den Altstädter Stuben durchaus angemessen. Dieses Restaurant ist eher etwas für den besonderen Anlass, als für den Alltag. Die Portionen haben eine angenehme Größe und für die „Lütten“ gibt es ein Extra-Angebot.

Auf der Internetseite können sich Gäste über Aktuelles informieren. Und siehe da: Die Sommerkarte ist da. jh

Das Rezept vom Küchenchef

Die Frühlingskarte gibt es nicht mehr in den Altstädter Stuben, doch Küchenchef Kai Prestin verrät, wie man das frische Kressesüppchen auch zu Hause nachkochen kann:

Zutaten für 4 Portionen:

2 Schalen Gartenkresse

1 große Zwiebel

1 Knoblauchzehe

Butter

125 ml trockener Weißwein

1 l Gemüsebrühe

etwas Mehl

2 EL Crème fraîche

Salz

Pfeffer

etwas Zitronensaft

Frischkäse Zubereitung:

1. Zwiebel und Knoblauchzehe fein würfeln und in Butter andünsten.

2. Mit Weißwein ablöschen, dann Gemüsebrühe dazugießen. Aufkochen und 15 Minuten kochen.

3. Die Suppe mit einer Mehlschwitze binden.

4.Die Blätter der Gartenkresse mit einer Schere abschneiden und zur Suppe geben (einen Rest übrig lassen!).

5. Crème fraîche dazugeben und die Suppe fein pürieren.

6. Salzen, pfeffern und mit Zitronensaft würzen. Mit der restlichen Gartenkresse und einem Teelöffel Frischkäse garnieren.

Guten Appetit!

Johanna Hegermann

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