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Rostock Rostock kauft sich Land für neuen Stadtteil
Mecklenburg Rostock Rostock kauft sich Land für neuen Stadtteil
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11:38 07.11.2018
Im Bereich Biestow-Ausbau erschließt die Wiro bereits das Wohngebiet Kiefernweg (orange), die Stadt kauft dort nun zusätzliches Land. Quelle: Arno Zill
Rostock

Offiziell ist Groß Biestow derzeit kein Thema im Rostocker Rathaus: Ende 2017 hatte Oberbürgermeister Roland Methling den geplanten Bau eines komplett neuen Stadtteils für bis zu 13 500 Einwohner vorerst ad acta gelegt. Doch hinter den Kulissen arbeitet die Verwaltung offenbar weiterhin mit Hochdruck an dem Mega-Projekt – und gibt dafür klammheimlich Millionen aus: Für mehr als neun Millionen Euro will Rostock jetzt große Flächen in dem Gebiet kaufen.

Bund verkauft Ackerland

Die Bürgerschaft soll kommende Woche ihren Segen für einen der teuersten Immobilien-Käufe der vergangenen Jahre in Rostock geben: Nach OZ-Informationen will die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH knapp 60 000 Quadratmeter Land im Bereich Biestow-Ausbau verkaufen. Die BVVG ist eine Nachfolge-Gesellschaft der „Treuhand“, gehört dem Bund und hat den Auftrag, ehemals volkseigene Landwirtschafts- und Forstflächen zu verwerten. Weil die Hansestadt frühzeitig Interesse an den Grundstücken signalisiert, will die BVVG auf eine Ausschreibung verzichten – doch das wird für die Hansestadt richtig teuer. Laut Beschlussvorlage soll der Kauf mehr als 9,3 Millionen Euro kosten. Das entspricht einem Quadratmeter-Preis von 166 Euro – für Ackerland wohlgemerkt.

„Der Ankauf steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Erwerb benachbarter Flächen, über die bereits mit Beschluss der Bürgerschaft entschieden worden ist“, schreibt Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) in der Beschlussvorlage. Doch zu der entsprechenden Beschlussvorlage 2018/BV/3598 findet sich rein gar nichts im Informationssystem der Bürgerschaft – weder der Beschluss, noch Kaufpreise oder Grundstücksgrößen sind auffindbar. Alles ist „nicht-öffentlich“, geheim.

Kaum Auskünfte aus dem Rathaus

Wenn es um die Grundstückskäufe rund um Biestow geht, gibt sich die Stadtverwaltung zugeknöpft: Um welche Flächen es sich genau handelt, die Rostock kaufen will – dazu gibt es keine Auskünfte. Nicht mal den Namen des Verkäufers will das Rathaus nennen, ob es sich um ein öffentliches Unternehmen handelt. Auf die Frage, wie es zu dem Kaufpreis kam, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze stellvertretend für das zuständige Liegenschaftsamt nur kurz und knapp: „Der Verkaufspreis ist ein Verhandlungsergebnis.“ Was die Stadt mit den neuen Grundstücken vorhat, wird ebenfalls sehr wortkarg beantwortet: „Bei dem Ankauf geht es um die langfristige Flächenbevorratung.“

In der Beschlussvorlage immerhin wird die Verwaltung deutlicher: Rostock brauche das Ackerland rund um Biestow-Ausbau für die weitere Entwicklung von Wohnungsbaustandorten, schreibt Rathaus-Chef Methling. Dass auf den 56 000 Quadratmetern eines Tages Häuser stehen, ist dennoch unwahrscheinlich. Die Stadt braucht das Gelände für ein Tauschgeschäft: Entlang der Satower Straße plant die stadteigene Wohnungsgesellschaft Wiro derzeit das neue Wohngebiet „Kiefernweg“. Auf einer Fläche von über 31 Hektar sollen circa 250 Häuslebauer ein Zuhause finden – in Ein- und Doppelhäusern, Reihenhäusern und Stadtvillen. Weil die Nachfrage nach Bauland in Rostock riesig ist, wird schon jetzt über eine Erweiterung nachgedacht. Für die bräuchten Stadt und Wiro aber Flächen, die der Universität Rostock gehören und auf denen die Agrarwissenschaftler der Hochschule bislang Freiland-Versuche durchführen. Aus Rathaus-Kreisen heißt es, die Stadt will ihre neuen Neun-Millionen-Euro-Flächen gegen diese Grundstücke der Uni tauschen.

Bis zu 19 700 neue Wohneinheiten

Wie und wo Rostocks wachsen soll – das wird derzeit im Rahmen des neuen „Zukunftsplanes“ diskutiert. Je nach Szenario sollen in der gesamten Stadt bis zu 19 700 neue Wohneinheiten entstehen – Einfamilienhäuser, aber auch neue Großsiedlungen. Groß Biestow spielt dabei eine zentrale Rolle: Laut den aktuellsten Planungen Rostocks könnten in dem Bereich bis 111 Hektar bebaut werden. Der neue Stadtteil soll in drei Bereich geteilt werden: Südlich der Straßenbahn-Wendeschleife Mensa – wo bisher Kleingärten das Bild prägen – könnten auf 17 Hektar neue Hochhäuser oder große Wohnblöcke entstehen. Die Planer sprechen von „hoher Bebauungsdichte“. Auch am Damerower Weg und im Bereich Kiefernweg / Biestow-Ausbau soll weiterhin gebaut werden. Insgesamt könnten so bis zu 7800 neue Wohneinheiten im Süden der Stadt entstehen. Die Idee von Groß Biestow lebt – und das lässt sich das Rathaus Millionen kosten.

Andreas Meyer

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