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Rostock Millionen-Kur für Rostocks Spielplätze
Mecklenburg Rostock Millionen-Kur für Rostocks Spielplätze
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07:00 05.12.2018
Fabian (6) und seine Mama Nadine Kamlah (37) testeten den neuen Spielplatz am Schwanenteich bereits ausgiebig. Ihr Urteil: „Toll!“ Quelle: Andreas Meyer
Rostock

Ein Trampolin, eine Rutsche – das hat Fabian schon lange in „seinem“ Viertel vermisst. Der Sechsjährige wächst in Reutershagen auf. Und Spielplätze waren dort bisher Mangelware. Doch nun gibt es endlich einen neuen, großen. Direkt am Schwanenteich. Mit Rutsche und Schaukel, Karussell und Kletternetz. „Toll! Das muss ich alles ausprobieren“, sagt Fabian. Dass es für ihn und seine Freunde in Reutershagen endlich ein eigenen Platz zum Toben, Spielen und Spaß haben gibt – das hat Fabian einem Millionen-Programm der Stadt zu verdanken. Fast vier Millionen Euro investiert Rostock bis 2021 in neue Spielplätze. So viel Geld wie noch nie.

Zehn neue Plätze bis 2019

Dass die Hansestadt mehr für den Nachwuchs tun muss, haben die Verantwortlichen bereits 2006 begriffen. „Damals wurde das erste Spielplatz-Konzept geschrieben“, sagt Birka Matthäus, Sachgebietsleiterin Landschaftsplanung im Rostocker Grünamt. Problem nur: „Das Geld reichte für all die Ideen und Vorhaben nicht aus“, ergänzt Stefan Patzer, ebenfalls Sachgebietsleiter bei der Hansestadt. Gerade mal 300 000 Euro ließ sich die Stadt ihre Spielplätze kosten. Das reichte gerade mal für die nötigsten Reparaturen und Neuanschaffungen. „Seit 2017 aber ist jetzt Geld da“, so Patzer. 3,8 Millionen Euro hat die Bürgerschaft für fünf Jahre bereitgestellt. Und jetzt wird investiert – in neue Spielgeräte, neue Sportplätze und komplett neue Anlagen.

Insgesamt 238 öffentliche Spielplätze gibt es in Rostock. Tendenz steigend. Allein im Jahr 2018 hat die Stadt zehn Vorhaben umgesetzt oder zumindest begonnen. Im Arkanawiesenpark in Warnemünde und im Kringelgrabenpark in der Südstadt sind komplett neue Anlagen entstanden. In Lichtenhagen wurde ein Ballspielplatz an der Malchiner Straße gebaut, im Frühjahr wird ein neuer Spielplatz an der Schleswiger Straße eröffnet. In Reutershagen gibt es einen neuen Platz am Schwanenteich, am Jung-Jochen-Weg soll ebenfalls ab Frühjahr gespielt werden können. An der Mühle in der Südstadt wird noch an einem Ballspielplatz gebaut, die Skateanlagen Reiferbahn (Stadtmitte) und Hinrichsdorfer Straße sowie der neue Spielplatz am Toitenwinkler Hechtgraben folgen auch im neuen Jahr. Weitere Plätze sind bereits in Planung – etwa am Ufer in Gehlsdorf, im Wossidlopark (Brinckmansdorf) oder auch an der Stockholmer Straße. Auch den kleinen Spielplatz an der Lastadie in der nördlichen Altstadt bringt die Stadt auf Vordermann.

7,5 Quadratmeter pro Kind

„In vielen Stadtteilen sind die bestehenden Plätze 20 Jahre und noch älter. Oder sie reichen nicht mehr aus“, sagt auch Christine Kursawe, Teamleiterin Spielplätze im Grünamt. Denn wie viel „Freiraum“, wie viel Spielplatz den Jugendlichen und Kindern in der Hansestadt zusteht, ist klar geregelt: „Wir haben uns selbst das Ziel gesetzt, 7,5 Quadratmeter Spielplatz pro Kind in Rostock vorzuhalten.“ Deshalb werde ständig die demografische Entwicklung beobachtet: Wo leben wie viele Kinder? Welche Stadtteile werden „jünger“? Wo ziehen Familien hin? Wo entstehen Neubaugebiete? „Wir reden dann mit den Ortsbeiräten, aber auch mit Schulen und Kitas. Ermitteln den Bedarf und die Wünsche. Und wo Private investieren, fordern wir auch Spielplätze ein. Für uns ist Kinderlärm Zukunftsmusik“, sagt Kursawe.

In Reutershagen etwa gäbe es noch Defizite, sagt auch Planerin Matthäus. „Wir wollen den Kindern die Möglichkeit geben, an der frischen Luft zu spielen, sich zu bewegen und Freunde zu treffen. Spielplätze haben aus unserer Sicht eine wichtige soziale Komponente für eine Stadt.“ Nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern, die sich dort treffen und ins Gespräch kommen. Spielplätze seien Treffpunkte. Teamleiterin Kursawe kümmert sich mit zehn Kollegen um die Schaukeln, Klettergerüste, Rutschen: „Wir schauen uns jeden Spielplatz einmal pro Woche an. Zwei Kontrolleure sind dafür im Einsatz. Hinzu kommen noch sechs Handwerker und zwei Gärtner. Rostock lässt sich den Spaß für seine jüngsten Einwohner was kosten. „Wir sind wirklich gut aufgestellt mittlerweile“, sagt Stefan Patzer.

Weniger Vandalismus

In nicht mal drei Jahren will das Grünamt ein neues Spielplatz-Konzept vorlegen. „Wir fangen 2019 damit an, die Pläne zu erarbeiten“, so Patzer. Statistiken werden dafür ausgewertet, Anwohner und Kinder befragt. Das Thema Vandalismus – auch das ist eine gute Nachricht – ist aus Sicht der Spielplatz-Experten übrigens immer seltener ein Problem: „Müll und Schmierereien gibt es immer noch. Aber was mutwillige Beschädigungen angeht, beruhigt sich die Lage“, verrät Kursawe. Und außerdem: Die Stadt verbaue immer häufiger Edelstahl auf den Spielplätzen. Statt Holz. Stahl geht nicht kaputt, hält länger.

Holz oder Stahl – Fabian und seiner Mama Nadine Kamlah ist das egal: „Wir haben gehört, dass bei uns im Viertel ein neuer Spielplatz entstehen soll. Da haben wir uns wirklich drauf gefreut“, sagt die 37-Jährige. Und Fabian erst: Die Schaukel testet er ausgiebig, die Rutsche ebenfalls. Aber das Trampolin – ja, dagegen kommt kein anderes Spielgerät an. „Das ist einfach toll“, so das Urteil des kleinen Experten. Für dieses Lob hat sich das Millionen-Programm schon gelohnt. Und übrigens: Auch „Private“ investieren in Raum für Kinder: Die Wohnungsgenossenschaft Rostock-Süd eröffnet am Nikolaustag am Theodor-Heuss-Ring in Dierkow einen neuen Spielplatz – nicht nur für die Kinder ihrer Mieter, sondern alle Jungen und Mädchen aus dem Viertel. „Als heimische Wohnungsgenossenschaft wollen wir in die Zukunft investieren. Und das sind nun einmal unsere Kinder“, so Anja Sawitzki, Technischer Vorstand der WG Rostock-Süd.

Andreas Meyer

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