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Rostock Millionen-Schaden: Recycling-Firma erneut in Flammen
Mecklenburg Rostock Millionen-Schaden: Recycling-Firma erneut in Flammen
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10:47 25.07.2018
Die Einsatzkräfte versuchten alles: Doch die Halle war nicht mehr zu retten. Quelle: André Wornowski
Rostock

Schon wieder hält ein Großbrand die Feuerwehren in Atem – und schon wieder bei Veolia: Zum zweiten Mal innerhalb von nicht mal acht Wochen brennt die Recycling-Anlage des weltweit tätigen Konzerns im Rostocker Ortsteil Hinrichsdorf. Dieses Mal aber steht nicht nur Müll im Flammen. Der Brand ist in einer Sortierhalle mit hochmoderner Technik ausgebrochen. Der Schaden, so eine erste Schätzung von Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne), dürfte in den zweistelligen Millionen-Bereich gehen. „Mit zehn Millionen Euro dürfte es nicht getan sein“, so Matthäus.

Riesige Rauchsäule steigt auf

Das Feuer war am frühen Abend gemeldet worden. Binnen kürzester Zeit steigt eine riesige Rauchsäule über Hinrichsdorf auf, Flammen schlagen aus dem Dach der Halle. Noch in 25 Kilometern Entfernung – zum Beispiel in Bad Doberan und in Heiligendamm – war der Qualm zu sehen. Die Berufsfeuerwehr richtet einen Krisenstab ein, mehr als 50 Löschkräfte sind im Einsatz. „Die Halle wird nicht zu retten sein. Es geht darum, ein Übergreifen der Flammen auf die Müllberge auf dem Hof zu verhindern“, so Matthäus. Die Feuerwehr ordnet Luftmessungen an. Der Rauch selbst sei kein Problem, aber der Ruß: Der werde in den nächsten Stunden rund um Rostock zu Boden fallen.

Löste Batterie im Müll Feuer aus?

Schon Ende Mai hatte es bei Veolia gebrannt. Damals wurden 1000 Kubikmeter Plastik-Müll ein Raub der Flammen. Die Löscharbeiten dauerten die gesamte Nacht, mehr als 120 Retter aus der Hansestadt und dem Landkreis Rostock waren dereinst im Einsatz. Wenige Tage später kam es dann zu einem Großbrand auf der Mülldeponie im nahen Parkentin, die vom Alba-Konzern betrieben wird. In beiden Fällen gehen die Ermittler von Selbstentzündung als Brandursache aus. Dieses Mal könnte eine Batterie der Auslöser des Brandes gewesen sein. Senator Matthäus: „Das Feuer soll beim Schreddern der Plastik-Abfälle aus gelben Säcken ausgebrochen sein. Wenn eine Batterie in solche Schredder gerät, kommt es zum Funkflug – und sofort zum Feuer.“

Am Dienstag ist in Rostock wieder eine Deponie in Brand geraten.

Prüfung bei Veolia angekündigt

Erst am 10. Juli hatte der Umweltsenator sämtliche Betriebe der Abfallwirtschaft in Rostock angeschrieben – und zu besonderer Vorsicht ermahnt: „Wir werden noch zwei Wochen mit anhaltend heißen Temperaturen haben. Das Brand-Risiko ist enorm“, so Matthäus. Er habe die Betreiber unter anderem aufgefordert, angesichts der Dürre keine größeren Müllmengen mehr offen zu lagern – und ausreichend Löschwasser vorzuhalten. Ob Veolia sich daran gehalten hat, will die Stadtverwaltung nun prüfen.

Meyer Andreas und Wornowski André