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Millionen-Spritze für die Forscherstadt Rostock

Rostock-Südstadt Millionen-Spritze für die Forscherstadt Rostock

Das Fraunhofer-Anwendungszentrum feiert Richtfest für den 900 Quadratmeter großen Erweiterungsbau in der Albert-Einstein-Straße — und hegt den nächsten großen Wunsch.

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Richtfest für die Forschung in Rostock: Martin-Christoph Wanner , Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums für Großstrukturen in der Produktionstechnik Rostock, bei seiner Dankesrede. Fotos (2): Karsten Wilke

Rostock-Südstadt. 4,2 Millionen Euro lassen sich die Europäische Union, das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Fraunhofer-Gesellschaft den Erweiterungsbau des Anwendungszentrums in Rostock kosten. Gestern wurde Richtfest gefeiert.

Die Millionensumme setzt sich aus den Baukosten und der wissenschaftlichen Erstausstattung zusammen. Bei dem Neubau handelt es sich um die Vergrößerung des vorhandenen Büro- und Laborgebäudes in der Albert-Einstein-Straße um zusätzliche 900 Quadratmeter Hauptnutzfläche.

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Richtfest für die Forschung in Rostock: Martin-Christoph Wanner , Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums für Großstrukturen in der Produktionstechnik Rostock, bei seiner Dankesrede. Fotos (2): Karsten Wilke

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„Wir haben im Dezember letzten Jahres mit dem Projekt begonnen und wollen in diesem Dezember einziehen. Die Labore sollen dann im März oder April 2014 fertig sein“, sagt der Chef des Rostocker Fraunhofer-Anwendungszentrums für Großstrukturen in der Produktionstechnik, Martin-Christoph Wanner.

Der Anbau sei nötig geworden, weil das Anwendungszentrum so stark wachse. „Wir wollen Fraunhofer-Institut werden — der Anbau ist der Schlüssel dazu“, sagt Wanner. Denn um ein vollwertiges Institut zu werden und sich vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart abzulösen, muss ein Standort mindestens 60 in Vollzeit beschäftigte Mitarbeiter haben.

75 Prozent der Baukosten förderte der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung. Die restlichen 25 Prozent teilen sich das Land und die Fraunhofer-Gesellschaft je zur Hälfte. Eine gute Investition auch für den hiesigen Wirtschaftsstandort. „Produktionstechnische Verfahren für Großstrukturen erarbeiten wir unter anderem für den Schiffbau, für Windkraft, den Offshore-Bereich, für den Flugzeugbau und die Produktion großer Fahrzeuge“, berichtet Wanner.

Die lokale Wirtschaft sei für mehr als 50 Prozent der Wirtschaftserträge des Rostocker Fraunhofer-Standorts verantwortlich, so Wanner. „Wir arbeiten unter anderem mit den hiesigen Werften, Nordex, der Ingenieurtechnik und Maschinenbau Gesellschaft sowie Hanseyachts in Greifswald zusammen. Man kann sagen, dass der ganze Nordosten was davon hat“, sagt Wanner überzeugt.

Auch beim Kooperationspartner, der Uni Rostock, ist die Freude über die Erweiterung groß. „Als Bindeglied zwischen klassischer Wissenschaft und anwendungsorientierter Forschung ist das sicherlich ein großer Fortschritt“, sagt Universitätsrektor Wolfgang Schareck. Die praxisnahe Wissenschaft wirke sich positiv auf den Wissensstandort Rostock aus. „Wir bilden unter anderem Schiffs- und Wirtschaftsingenieure aus. Somit wird sich das gleich in mehreren Studiengängen sehr positiv auswirken und diese noch attraktiver für Studenten machen,“ hofft Schareck.

Fraunhofer
Joseph von Fraunhofer ( 1787 bis 1826) war ein deutscher Optiker und Physiker. Er begründete zu Anfang des 19. Jahrhunderts den wissenschaftlichen Fernrohrbau. Ein Objektivtyp, das Fraunhofer-Objektiv, wurde nach ihm benannt.

Die Verbindung von exakter wissenschaftlicher Arbeit und deren praktischer Anwendung für neue innovative Produkte ist seine größte Leistung. Mit dieser Denkweise wurde Joseph von Fraunhofer zum Namensgeber der heutigen Fraunhofer-Gesellschaft.

 

 

Karsten Wilke

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