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Rostock Miserabler Zustand: Drei Brücken werden saniert
Mecklenburg Rostock Miserabler Zustand: Drei Brücken werden saniert
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00:00 20.10.2017
Die alte Geh- und Radwegbrücke an der St. Petersburger Straße war so marode, dass sie erst gesperrt und dann abgerissen werden musste. Vor einigen Tagen konnte nun der Neubau freigegeben werden. Quelle: Foto: Ove Arscholl
Stadtmitte

Wohl kaum ein Ereignis in MV hat zuletzt bundesweit für Schlagzeilen gesorgt wie der Einsturz der A-20-Brücke bei Triebsees. Auf solche Nachrichten möchte die Hansestadt Rostock gern verzichten. Regelmäßig werden alle städtischen Straßenbauwerke überprüft. Eine jetzt vorgestellte Untersuchung ergab, dass zehn von 191 Bauwerken in schlechtem bis miserablem Zustand waren. „Dringender Handlungsbedarf“ hieß es und in acht Fällen reagierte die Stadt bereits.

Für zwei marode Anlagen fehlt noch das Geld

Nur gut zehn Meter lang ist die Brücke für Radfahrer und Fußgänger an der Petersburger Straße. Als die alte vor zwei Jahren aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt werden musste, war der Aufschrei in Lütten Klein groß. Inzwischen konnte der Neubau freigegeben werden. An drei Stellen gibt es aktuell Bauarbeiten an Brücken, erläutert Heiko Tiburtius, Leiter des Amts für Verkehrsanlagen. Das seien die beiden Brücken an der Tessiner Straße in Höhe des Mercedes-Autohauses, an der Warnowallee über die Gleise der Bahn sowie die Fußgängerbrücke über den Klostergraben. Sorgenkind der Stadt ist weiterhin die Petribrücke. Während der Bereich für Fußgänger und Radfahrer bereits saniert wurde, steht die Straßenbahntrasse noch aus. „Das ist in Planung“, sagt Heiko Tiburtius. Baubeginn soll 2018 sein.

Lediglich für zwei der Anlagen mit schlechten Noten fehlten die Kapazitäten für die Sanierung oder den kompletten Ersatz, erläutert Heiko Tiburtius. Das betrifft eine Holzbrücke in Riekdahl und in Gehlsdorf die Lärmschutzwand Langenorter Hufe zwischen den Straßen Am Hechtgraben und Weizenweg.

Sperrungen mit weitreichenden Folgen für denVerkehr hatte es in der Vergangenheit in Rostock durchaus gegeben. Im Jahr 2005 betraf das beispielsweise die Brücken in der Gutenberg- und in der Hundertmännerstraße, vor einigen Jahren strapazierte die große Sanierung der Vorpommernbrücke die Nerven der Autofahrer. Rund fünf bis sieben Millionen Euro jährlich müssten in Rostock investiert werden, rechnet das Amt in einer Informationsvorlage an die Bürgerschaft vor, damit sich so etwas nicht wiederholt. Das Geld sei nötig, um die aktuell 191 Bauwerke auf dem derzeitigen Zustandsniveau – 98 haben bei der Prüfung die Note 1 bekommen, 83 die Note 2 – zu halten und die „kritischsten Bauwerke sukzessive zu ersetzen“.

Der städtische Baubereich rechnet zudem mit einem steigenden Finanzbedarf. Mehr Geld für Unterhaltung, Wartung und Prüfung sei nötig, weil 30 der städtischen Verkehrsanlagen bereits älter als 40 Jahre sind, die Verkehrsbelastung zunimmt und weitere Anlagen durch die Entstehung neuer Wohngebiete dazukommen.

120 neue Bauwerke in 20 Jahren

Durch neue Quartiere, wie beispielsweise das Petriviertel, Langenort, Brinckmanshöhe, aber auch durch Großveranstaltungen wie die Internationale Gartenbausausstellung (Iga), die Straßenbahnnetzerweiterung Südstadt, den Bau des Warnowtunnels einschließlich aller Anschlussbereiche sowie den Neubau des ÖPNV-Verknüpfungspunktes Warnemünde kamen in den vergangenen 20 Jahren laut Stadt bereits etwa120 zusätzliche Bauwerke dazu. „Setzt sich der Trend fort, nimmt parallel der Bedarf an finanziellen Mitteln, die mit einer Baulastträgerschaft verbunden sind, zu“, heißt es in der Vorlage für die Stadtvertreter.

Hauptprüfung alle sechs Jahre

191 Ingenieurbauwerke bewirtschaftet das Amt für Verkehrsanlagen: Straßenbrücken (56), Fußgängerbrücken (40), Lärmschutzwände (28), Stützwände (36), Verkehrszeichenbrücken (11), sonstige Bauwerke wie Tunnel (20). Durch die Erweiterung der Rostocker Verkehrsinfrastruktur sind in den vergangenen 20 Jahren gut 130 Bauwerke neu gebaut bzw.

bestehende ersetzt worden. Derzeit sind nach städtischen Angaben zehn Bauwerke älter als 50 Jahre und 20 zwischen 40 und 50 Jahren alt. Alle sechs Jahre erfolgt eine umfangreiche Hauptprüfung, alle drei Jahre eine einfache. Dabei werden von Noten von 1 (sehr guter Zustand) bis 3 - 3,4 (nicht ausreichend) und 3,5 - 4 (ungenügend) verteilt. In die beiden letzten Kategorien fallen sechs beziehungsweise zehn der städtischen Bauwerke. Sie werden jährlich kontrolliert.

Thomas Niebuhr

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