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Rostock Mit Ausflugsdampfern über die Wellen
Mecklenburg Rostock Mit Ausflugsdampfern über die Wellen
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01:54 27.04.2018
Bootsführer Rainer Wildner (58) am Steuerrad der „Hansestadt Wismar“. Quelle: Foto: Kerstin Schröder
Rostock/Wismar/Kühlungsborn

„Es hat schon seinen besonderen Reiz, unsere Hansestadt mal von der Wasserseite zu erleben“, schwärmt Kathrin Schütt (49), Geschäftsführerin der Rostocker Fahrgastschifffahrt GmbH. Damit wirbt sie für eine Fahrt mit einem Schiff der Blauen Flotte. Ein Firmenverbund, zu dem auch ihr Unternehmen gehört. „Mein Ausflugsschiff ’Hansestadt Rostock’ ist mit Baujahr 2010 das jüngste der Flotte“, sagt sie mit gewissem Stolz. Immerhin 250 Passagiere kann das 34 m lange Schiff bei seinen Fahrten zwischen Warnemünde und dem Alten Hafen befördern. In der Hauptsaison geschieht das häufig, zurzeit ist das angesichts der Wetterlage eher selten. Doch wenn das Wetter halbwegs mitspielt, könnte es am kommenden Wochenende auf Ober- und Unterdeck mal wieder enger werden: „In Warnemünde wird das Stromerwachen gefeiert. Da gehen viele Leute gerne mal an Bord. Die Blaue Flotte fährt dann im Halbstundentakt“, schaut Kathrin Schütt optimistisch voraus.

Die Fahrgastschiffe starten in die Saison. In Warnemünde, Wismar und Kühlungsborn heißt es wieder „Leinen los!“

Patrick und Gabriele Leutner können es kaum abwarten, aufs Sonnendeck der „Hansestadt Wismar“ zu kommen. Die Urlauber aus Niedersachsen wollen sich die besten Plätze auf dem rund 25 Meter langen Schiff sichern. Los geht die Hafenrundfahrt in der Wismarbucht um 10.30 Uhr. Bootsführer und Unterhalter auf der „Hansestadt Wismar“ hinterm Steuerrad ist Rainer Wildner. Er fährt seit 1990 Passagiere auf der Ostsee vor Wismar herum – am Seehafen entlang, zur Werft und zur Insel Poel. Von den Passagieren im unteren Teil des Bootes wird er nur durch eine Leinwand getrennt. Neugierige Blicke sind ihm gewiss. Viele wollen wissen: Welches Gesicht verbirgt sich hinter der Stimme, die aus dem Lautsprecher erklingt. Denn über dem Steuerrad von Rainer Wildner steht ein kleines Mikrofon.

Er ist nicht nur Bootsführer, sondern auch Unterhalter. Das Schiff mit dem dunkelblauen Rumpf tuckert an den Kaikanten entlang, an den alten Speichern, hinein in den Seehafen. Bootsführer Wildner erzählt den Passagieren Wichtiges zur Entwicklung des Hafens und der Stadt und weist auf Sehenswürdigkeiten hin. Regelmäßig baut er aktuelle Informationen mit ein, zum Beispiel über die Arbeiten am Kreuzfahrtterminal oder die neue Aussichtsplattform auf der Georgenkirche, die ebenfalls vom Boot aus zu sehen ist. Voll ist das Boot, auf das 186 Fahrgäste passen, heute noch nicht. Aber die Saison der Fahrgastschiffe hat auch gerade erst angefangen. In Wismar hat die Adler-Reederei drei Schiffe im Einsatz, darunter die „Hansestadt Wismar“. 2017 hat das Bootstrio etwa 100 000 Gäste befördert. In Wismar und Rostock, wo ein Seebestattungsschiff im Einsatz ist, beschäftigt das Unternehmen 20 Personen, in der gesamten Reederei arbeiten – je nach Saison – 350 bis 400 Beschäftigte.

Auch in Wismar sind Seebestattungen möglich. Außerdem legt in beiden Hansestädten die „Koi“ an. In Rostock macht das Partyschiff am Sonnabend, dem 23. Juni, und natürlich wieder drei Tage zur Hanse Sail fest. In Wismar soll es voraussichtlich am 17. August sein.

Zwischen Kühlungsborn und Graal-Müritz fährt seit knapp 20 Jahren die „Baltica“. 321 Passagiere passen auf das 1959 erbaute Fahrgastschiff, das 2010 komplett modernisiert wurde. „Wir fahren an sechs Wochentagen zwischen Warnemünde und Kühlungsborn und am Sonntag zwischen Warnemünde und Graal-Müritz“, erläutert Achim Krüger, Geschäftsführer der Baltic Schifffahrt und Touristik GmbH. Hinzu kommen zweistündige Rundfahrten in Kühlungsborn und Warnemünde. Zudem werden ab Ende Juni Abendfahrten angeboten, bei denen getanzt wird. Eine Fahrt von Ostseebad zu Ostseebad dauert 1,5 Stunden.

In Rerik fährt das Schiff „Ostseebad Rerik“ ganzjährig, seit April aber wieder jeden Tag. „Von Rerik geht es entlang der Halbinsel Wustrow bis zur Vogelschutzinsel Langenwerder und der Insel Poel“

sagt Stephanie Rieck, Mitarbeiterin der Fahrgastschifffahrt Steußloff OHG. In der Wismarbucht haben die Fahrgäste dann einen Blick auf Wismar. 250 Passagiere passen auf das im Jahr 2000 in Dienst gestellte Schiff.

Ab Mai ist dann auch die MS „Salzhaff“. Dann erfahren die Gäste Genaueres zur Halbinsel Wustrow oder zur Flora und Fauna des Salzhaffes. In diesem Jahr wird wieder die Fährverbindung nach Poel aufgenommen. Immer mittwochs geht es dann nach Gollwitz, wo das Schiff vier Stunden liegen bleibt. Doch Achtung: „Hier gibt es keinen Steg, die Fahrgäste müssen knietief ins Wasser, um an Land zu gelangen.“

Auf Strom und Meer

Das Fahrgastschiff „Ostseebad Rerik“ fährt täglich 14 Uhr, ab 20. Mai auch 10.30 Uhr, vom Hafen Rerik, die „Salzhaff“ von Juli bis August jeden Mittwoch nach Poel (Abfahrt 10 Uhr im Hafen Rerik).

Die „Baltica“ ist täglich (außer sonntags) um 10 Uhr von Kühlungsborn nach Warnemünde unterwegs. Los geht es von der Seebrücke. Die Motorschiffe „Hansestadt Rostock“, „Rostocker Sieben“, „Mecklenburg“ und „Kasper Ohm“ pendeln täglich bis zu fünf Mal zwischen Warnemünde und Rostock.

Die einstündigen Hafenrundfahrten durch die Wismar-Bucht werden von April bis Oktober ab 10.30 Uhr bis zu zwölf Mal täglich von den drei Schiffen der Adler-Reederei angeboten. Außerdem gibt es Ausflüge zur Insel Poel (11 Und 14 Uhr). Ab Mai starten dann dienstags und donnerstags die Seetierfang-Touren, bei der ein Fischer mit an Bord ist und seinen Fang in ausgelegten Reusen erklärt.

Für die Kinder gibt es in den Sommermonaten einmal wöchentlich Piratenfahrten mit Verkleiden, Meuterei und Schatzsuche. Und wer im Sommer einen Sundowner genießen möchte, kann das immer sonnabends auf den Sunset-Cruise-Touren.

Kerstin Schröder, Anja Levien und Werner Geske

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