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Mit Chansons und Rock „taktlos“ vor die Prüfer

Östliche Altstadt Mit Chansons und Rock „taktlos“ vor die Prüfer

Gesangsstudentin Marie-Luise Böning (25) beendet mit einem Diplomkonzert ihre fünfjährige Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater.

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Heute gibt Marie-Luise Böning (25) ihr Diplomkonzert unter dem Titel „Taktlos“ im Katharinensaal der HMT.

Quelle: Annemarie Gelse

Östliche Altstadt. Eine Bühne, eine Pianistin, eine Band, Bläser und eine kräftige Stimme — das sind die Zutaten für das Abschlusskonzert der Gesangsstudentin Marie-Luise Böning. Mit einem Diplomkonzert in ihrem Hauptfach Popgesang beendet die Studentin heute Abend ihre fünfjährige Ausbildung an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT).

Unter dem Titel „Taktlos“ präsentiert Marie-Luise Böning in Begleitung der Pianistin Lena Sophia Schmidt Chansons, aber auch Rocknummern. „Chansons finde ich spannend, weil sie immer eine ganze Geschichte erzählen und ich eine Rolle repräsentiere, aber nicht mich selbst“, erklärt die Studentin.

Die Stücke, die am Abend auf der Bühne im Katharinensaal präsentiert werden, seien thematisch teilweise nicht gesellschaftstauglich. „Über einige Themen wird in der Öffentlichkeit einfach nicht gesprochen“, so Böning. Dazu gehörten „Die Ballade von der Judenhure Marie Sanders“ oder Themen wie Erotik und Anzüglichkeit. „Ich habe die Stücke ausgesucht, weil sie mich unglaublich berühren“, sagt die 25-Jährige.

Das Gedangssstudium in ihrer Heimatstadt Rostock bezeichnet Marie-Luise Böning als fünfjährige Achterbahnfahrt. Höhen und Tiefen gehörten zweifellos dazu. „Zu den Höhen zählt auf jeden Fall, dass ich meine Pianistin Lena Sophia Schmidt kennengelernt habe. Sie ist großartig“, sagt sie mit strahlenden Augen. Gemeinsam haben die Freundinnen den „Bundeswettbewerb Gesang“ und den „Internationalen Wettbewerb für verfemte Musik“ bestritten und gewonnen. Als „Nymphetamin“ spielt das Duo besonders gerne vertonte Gedichte auf der Bühne. Sie habe eng mit Kommilitonen und Dozenten zusammenarbeiten können. „Rostock ist nicht so riesig wie andere Städte, daher gibt es für mich hier weniger Inspiration, aber ich kann mich hier gut auf eine Sache konzentrieren“, sagt Böning.

An der Rostocker Rock- und Popschule unterrichtet die gebürtige Mecklenburgerin mittlerweile ihre eigenen Schützlinge. „Es ist ein bunter Mix aus Schülern, Studenten, Ärzten, Psychologen und Chorsängern. Es macht mir unglaublich viel Spaß.“

Eine Prüfungskommission aus fünf Professoren bewertet heute Abend die Darbietung von Marie-Luise Böning. „Ich bin natürlich aufgeregt, aber nicht panisch“, sagt die Rostockerin. Sie habe Lust zu spielen und konzentriere sich auf das Konzert. „Ich mache, was ich immer mache und was ich liebe. Musik.“

Im Sommer folgen für den endgültigen Abschluss des Studiums zur Diplomsängerin und - gesangslehrerin noch eine Klassikprüfung und die Diplomarbeit. „Und dann werde ich sehen, was das Leben auf mich niederregnen lässt“, sagt Marie-Luise Böning. Die Zeit werde zeigen, was danach komme. „Ich würde gerne noch eine Weile in Rostock bleiben. Da die Kunstszene hier aber nicht allzu groß ist, zieht es mich noch in eine größere Stadt.“

Zu den Höhen zählt auf jeden Fall, dass ich meine Pianistin Lena Sophia Schmidt kennengelernt habe. Sie ist großartig.“Marie-Luise Böning, Gesangsstudentin
Im Katharinensaal der Hochschule für Musik und Theater gibt Marie-Luise Böning heute Abend um 19.30 Uhr ihr Diplomkonzert unter dem Titel „Taktlos“. Der Eintritt ist frei.

 



Annemarie Gelse

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