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Rostock Mitarbeiter stehen im Rampenlicht
Mecklenburg Rostock Mitarbeiter stehen im Rampenlicht
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00:00 18.03.2013
Am Sonnabendmorgen um 7.45 Uhr passierte die „Stella“ die Mole.
Warnemünde

Die Scheinwerfer sind ausgerichtet, die Kameras laufen und alle schauen auf sie: Zusammen mit neun weiteren Taufpatinnen dreht die Rostocker Aida-Mitarbeiterin Christiane Middelborg (52) am Sonnabend im Theatrium auf der neu gebauten „Aidastella“ am Steuerrad. Wenig später zerspringt eine große Champagnerflasche an der Außenwand des Luxusliners. Der Startschuss für ein zehnminütiges Feuerwerk am Ostseehimmel. Die Zuschauer im Saal jubeln und klatschen, die „Aidastella“ ist getauft. Rund 15 000 Menschen verfolgen die Zeremonie über Leinwände von der Kaikante.

„Du himmlisches Schiff, wir taufen dich auf den Namen ‘Aidastella‘. Wir wünschen dir, unseren Gästen und unserer Crew allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“, sagen acht Mitarbeiterinnen aus verschiedenen Nationen, dazu je eine von der Meyer-Werft in Papenburg und vom Architekturbüro Partner Ship Design, im Chor.„Ich konnte erst gar nicht glauben, dass ich eine der Taufpatinnen bin“, so Christiane Middelborg kurz vor dem Taufakt. „Ich finde es toll, dass den Kollegen auf diese Art für ihre Arbeit gedankt wird“, sagt die Rostockerin, die im Flottenmanagement arbeitet. So hatte es sich das Unternehmen gedacht. „Wir erleben ein neues Wir-Gefühl. Ich bin stolz auf Ihre Arbeit und bedanke mich herzlich für Ihren Mut, Ihre Kreativität und vor allem Ihr Herzblut“, heißt es von Präsident Michael Ungerer (47) in einem Schreiben, das er an seine Mitarbeiter verteilen ließ.

Es ist das erste Mal in der Geschichte der Reederei, dass eine Taufe derart „intim“ gehalten wird. „Im Mai 2012 hatten wir die Taufe der ,Aidamar‘ mit 1,4 Millionen Gästen beim Hamburger Hafengeburtstag. Schwer zu toppen“, sagt Sprecher Hansjörg Kunze (53). Dieses Mal ist es ein Ereignis nur für die Mitarbeiter. Bis in den frühen Morgen feiern, erzählen und tanzen sie auf der schwimmenden Kleinstadt, die jeden vorstellbaren Luxus an Bord bietet.

Schon am Morgen hatten sich viele Schaulustige an der Mole versammelt und zugesehen, wie der Ozeanriese, begleitet von Ausflugsdampfern und Schlepperballett, einfährt. „Das war grandios“, sagt später Kapitän Nico Berg (38). Seit drei Jahren wohnt der Rostocker wieder in seiner Heimat. Gestern Abend lief der mehr als 250 Meter lange Kreuzliner mit 2000 Passagieren zur Jungfernfahrt aus. Erste Station: die dänische Hauptstadt Kopenhagen. Danach geht es auf einer Tour über die Ost- und Nordsee nach Hamburg.

Schwimmende Kleinstadt
253,33 Meter lang und 32,2 Meter breit ist die frisch getaufte „Aidastella“.

2 Propeller treiben den Kreuzliner an. 23 Knoten (etwa 42 km/h) erreicht das Schiff.

Auf mehr als 2600 Quadratmetern gibt es einen Wellnessbereich. Außerdem verfügt der Ozeanriese über ein Casino, eine Kunstgalerie, ein 4D-Kino und eine Brauerei. Das Wasser für das Bier wird aus gefiltertem Meerwasser gewonnen.

Hannes Ewert

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