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Mordversuch: Rostocker muss lebenslang ins Gefängnis

Stadtmitte Mordversuch: Rostocker muss lebenslang ins Gefängnis

Mario E. (32) stach den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Freundin nieder.

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Muss lebenslänglich hinter Gitter: Mario E. (32), verurteilt wegen versuchten Mordes, hier mit Verteidiger Wolfgang Hannak.

Quelle: Karsten Wilke

Stadtmitte. Bei der Verkündung des Urteils im Landgericht verzieht Mario E. keine Miene. Lebenslange Haft wegen versuchten Mordes, versuchter besonders schwerer Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung sowie Nötigung, lautete gestern der Spruch der Strafkammer. Die Richter sehen es als erwiesen an, dass Mario E. den Plan hatte, zunächst den neuen Freund seiner Ex-Freundin Claudia E. (25), Uwe W., zu töten und sie anschließend zu vergewaltigen.

„Es ist pures Glück, dass Herr W. die Attacke überlebt hat. Nur einen Millimeter weiter und das Messer hätte die Halsschlagader durchtrennt. Selbst als er sich das Messer selbst rausgezogen hat, hätte das noch passieren können“, so der Vorsitzende Richter. Das Motiv der Tat sei dennoch nicht Eifersucht auf den neuen Lebensgefährten gewesen, sondern einzig der Wunsch danach Claudia E. zu vergewaltigen, so die Richter.

Mario E. hat sich am 27. August 2012 gegen vier Uhr morgens zur Wohnung von Claudia E. begeben. Diese schlief zu der Zeit in ihrem Wohnzimmer auf einer Matratze, während der neue Freund auf der Couch dahinter lag. Mario brach mit einer Plastikkarte in die Wohnung ein und schlich sich zu den Schlafenden. Dann stach er Uwe W. zweimal in den Hals. Als W. tot zu sein schien, attackierte er Claudia E.

mit einem 80 000-Volt-Elektroschocker, um sie bewusstlos zu machen. Als dies misslang, zerrte er sein Opfer das Treppenhaus hinunter und versuchte, sich an ihr zu vergehen. Als er dabei war ihr in den Slip zu greifen, hörte er im Treppenhaus ein Geräusch und flüchtete. Währenddessen zog sich Uwe W. selbst das Messer aus dem Hals und rief um Hilfe. Eine Freundin der Opfer, die in der Tatnacht ebenfalls in der Wohnung, allerdings im Schlafzimmer nächtigte, hörte dann die Schreie und alarmierte die Polizei. In einer Notoperation konnte das Leben von W. gerettet werden.

Schon vor der Tatnacht hatte es Übergriffe von Mario E. gegeben. Zwar hatten sich Claudia und Mario E. schon am 20. Mai 2012 nach zehn Jahren Beziehung getrennt, jedoch bestand weiterhin loser Kontakt zwischen den beiden, der zum Großteil von Mario E. ausging. Er schickte ihr in der Zeit anzügliche und auch beleidigende SMS. Claudia E. hoffte dennoch, dass eine Freundschaft entstehen könnte. Am 28. Mai 2012 hat Mario E. dann, angeregt von einem Lied, Claudia E. das erste Mal missbraucht. Weitere Male folgten. Zu einer Anzeige kam es jedoch wegen der Scham und dem Abhängigkeitsverhältnis von Claudia E. zu Mario E. nicht. Jedoch hatte das Opfer ihrem Bekanntenkreis davon berichtet und das Umfeld hatte Hämatome der ersten Tat bei ihr festgestellt. Für das Gericht besteht kein Zweifel, dass der Wunsch E. zu vergewaltigen auch am 27. August das Motiv für die Tat war.

Lebenslänglich
41 der 11 892 im vergangenen Jahr in Mecklenburg Vorpommern einsitzenden Gefangenen, sind zu lebenslanger Haft verurteilt. Unter einer lebenslangen Freiheitsstrafe versteht man in Deutschland einen Freiheitsentzug auf unbestimmte Zeit. Die Mindesthaftdauer beträgt jedoch 15 Jahre. Danach kann der Strafrest zur Bewährung ausgesetzt werden. Die durchschnittliche Haftzeit liegt bei rund 20 Jahren.

Karsten Wilke

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