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Rostock Müllsünder kriegen jetzt Post vom Umweltamt
Mecklenburg Rostock Müllsünder kriegen jetzt Post vom Umweltamt
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06:42 19.10.2017
Martina Lentz aus dem Umweltamt notiert sich unter den Augen von Senator Holger Matthäus Müllprobleme in der KTV. FOTOS (3): THOMAS NIEBUHR
Kröpeliner-Tor-Vorstadt

So sauber wie gestern hätte sie die Niklotstraße noch nie gesehen, selbst ein Loch im Pflaster sei geschlossen worden, berichtet Christa Ode.

Rundgang durch die Kröpeliner-Tor-Vorstadt / Probleme mit der Sauberkeit

Umweltsenator Holger Matthäus (Bündnis 90/Grüne) winkt ab. Mit dem Ortstermin habe das ganz sicher nichts zu tun, versichert er. Matthäus hatte zu einem Rundgang durch die Kröpeliner-Tor-Vorstadt eingeladen. Das Thema: Ordnung und Sauberkeit.

Auslöser für die Veranstaltung war Christa Ode mit ihrem Brief an die Verwaltung. Müll, verdreckte Wege, zugeparkte Straßen, abgestellte Schrotträder und vor allem beschmierte Wände – die Hausbesitzerin aus der KTV kann vieles aufzählen, was sie stört. „Das sind Probleme, mit denen wir uns seit Jahren beschäftigen“, sagt der stellvertretende Ortsbeiratsvorsitzende Matthias Siems (SPD). „Wir haben viele Beschwerden wegen Unsauberkeit“, weiß Holger Matthäus aus seinem Umweltamt zu berichten. Zum Rundgang hatte er alle zuständigen Ämter eingeladen.

Vor allem illegale Sperrmüllhaufen würden das Bild im Stadtteil trüben, so der Senator. Die kleine Gruppe muss vom Brink nicht weit gehen, in der Margaretenstraße liegt der erste Haufen. Ulrich Böttner vom Umweltamt und Henning Möbius, Geschäftsführer der Stadtentsorgung, finden schnell heraus, dass die Abholung für kommende Woche angemeldet ist. Gestern hätte der Sperrmüll dort noch nicht liegen dürfen. In der Klosterbachstraße dann der nächste Stapel – unangemeldet. Martina Lentz aus dem Umweltamt notiert und versucht, den Verursacher zu finden. Der bekommt dann Post vom Amt. Genau wie jene, deren Mülltonnen ohne Sondergenehmigung verbotenerweise vor dem Haus stehen. „Wir müssen bei den Leuten das Bewusstsein schaffen, dass sie selbst die Verantwortung haben“, sagt Holger Matthäus.

Christa Ode bemängelt fehlende Sauberkeit auf Gehwegen und Straßen. Die Straßenreinigung durchzusetzen werde immer schwieriger, erläutert Ulrich Böttner. Noch vor einigen Jahren gab es feste Schilder mit einem Parkverbot an bestimmten Tagen, damit die Kehrmaschinen freie Fahrt hatten. Das war rechtlich so nicht zulässig. Jetzt muss der Aufwand betrieben werden, vier Tage vorher mobile Schilder aufzustellen. „So haben wir in diesem Jahr nur 27 Straßen in Rostock geschafft.“ Holger Matthäus verweist darauf, dass die Stadt in der KTV und in Stadtmitte zunehmend auf „Handarbeit“ setzt. Eine saubere Stadt kostet Geld, sagt Henning Möbius. „Wir versuchen, den Job so gut wie möglich zu machen.“ Seine Mitarbeiter würden aber an Grenzen stoßen. Nicht selten kommen Müllwagen nicht weiter, weil Autos Kurven zuparken. Ein weiterer Dauerbrenner in der KTV: Falschparker.

„Der Parkdruck ist enorm groß“, sagt Nadine Strupp aus dem Stadtamt. Für die Kontrolleure gehöre der Stadtteil schon zu den Schwerpunkten. Aber: Nur 16 Politessen und zehn weitere Mitarbeiter im Kommunalen Ordnungsdienst beschäftigt die Stadt. Hätte sie mehr Personal, könnte auch mehr kontrolliert werden, erklärt Nadine Strupp.

Ein Problem, wenn es um Sauberkeit der Gehwege oder die Entfernung von Graffiti geht, ist aus Christa Odes Sicht, dass Hausbesitzer sonstwo in Deutschland leben und sich für die Stadt nicht verantwortlich fühlen. Stadtteile, in denen sich Eigentümer um das Erscheinungsbild kümmern, seien sauberer, verrät Henning Möbius. Dass sich durch den Rundgang etwas grundsätzlich ändert, glaubt Christa Ode nicht. Immerhin hätte die Stadt ihre Beschwerden ernst genommen. Dort wo gestern Müllsünder ermittelt werden konnten, wird schnell gehandelt, verspricht Senator Holger Matthäus. Sie bekommen Post aus dem Umweltamt.

Thomas Niebuhr

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