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Rostock Museen wollen neue Besucher locken
Mecklenburg Rostock Museen wollen neue Besucher locken
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00:15 11.05.2018
Nachsitzen lässt die strenge Museumslehrerin vor allem Erwachsenen-Gruppen in Göldenitz. Quelle: Foto: Rainer Schulz

Ein Landschulmuseum und Digitalisierung – „das passt schon“, wie Monique Niemann, verantwortlich für Marketing im Landschulmuseum Göldenitz, sagt. „Wir entwickeln gerade neue, besucherorientierte Vermittlungsangebote, die Tradition und das ,Museum 4.0’ vereinen“, betont Niemann. Weg von der verstaubten Vitrine, hin zu interaktiver, digitaler, moderner Anschauung. Das Thema des diesjährigen 41. Internationalen Museumstages am Sonntag, „Netzwerk Museum: Neue Wege, Neue Besucher“, treffe deshalb den Zahn der Zeit.

Die Schwestern: Herzogin Cecilie und Alexandrine. Quelle: Foto: Museum

84 Museen nehmen teil

84 Museen in Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich am Sonntag, dem 13. Mai, am 41. Internationalen Museumstag. Dieser steht in diesem Jahr unter dem Motto „Netzwerkmuseum: Neue Wege, neue Besucher“. Das Programm ist vielfältig, die meisten Veranstaltungen sind eintrittsfrei. Informationen: www.museumsverband-mv.de

Ab 10.30 Uhr lädt das Landschulmuseum Göldenitz am 13. Mai zu interaktiven Führungen und einer Gesprächsrunde mit Blick hinter die Kulissen ein. Bereits 1397, als das Rostocker St.-Georg-Hospital Göldenitz kaufte, existierte am heutigen Standort eine Schule. Diese wurde 1878 durch einen Brand völlig zerstört und 1880 wieder errichtet. Bis in die 1970er Jahre wurde hier noch unterrichtet. Auch heute können sich Besucher noch in die Schulbänke drücken, Schiefertafel, Griffel und Rechenmaschine ausprobieren. Neu im digitalen Angebot ist ein Monitor, auf dem Museumsbesucher Interviews mit ehemaligen Schülern abrufen können. „Außerdem digitalisieren wir alte Lehrbücher aus unserem Fundus“, berichtet Monique Niemann. Auf einem Tablet können Interessierte virtuell darin blättern. „Die digitale Bibliothek befindet sich noch im Aufbau, wir müssen noch Lücken schließen“, erklärt Niemann.

Neue Wege hat auch das Museum Jagdschloss Gelbensande im Blick. Um 11 Uhr können sich Besucher am Sonntag auf die Spuren der Herzogin Cecilie begeben und in die Welt um 1900 eintauchen. Die Führung widmet sich der späteren Kronprinzessin, die das Jagdhaus als „Heimat ihres Herzens“ bezeichnet hatte und auch nach ihrer Hochzeit 1905 oft nach Gelbensande kam. Das Museum hat von 10 bis 17 Uhr geöffnet, es gibt mehrere Führungen, um 15 Uhr für Familien mit spannenden Geschichten. Die Einnahmen des Tages (fünf Euro Eintritt inklusive Führung) verwendet der Museumsverein zum Restaurieren des historischen Inventars und zum Aufbau der Cecilien-Sammlung.

Ziel des Museumstages ist es, das breite Spektrum der Arbeit und die thematische Vielfalt der rund 6500 Museen in Deutschland in den Mittelpunkt zu rücken. So bietet das Kunstmuseum Schwaan um 14 Uhr eine Sonderführung an. Unter dem Motto „Lieber Franz was Postkarten über Bunke verraten“ berichtet Sebastian Moldt von der Forschungsarbeit im Schwaaner Museum. Am Beispiel von Postkarten an und von Franz Bunke wird ein Aspekt der Museumsarbeit beleuchtet, der den Besuchern ansonsten verborgen bleibt.

Geöffnet hat auch der denkmalgeschützte Dreiseitenhof in Retschow. Von 12 bis 18 Uhr sind Rundgänge möglich, der Spinnkreis Retschow stellt das alte Handwerk vor, spinnt Schafwolle auf alten und neuen Spinnrädern.

Das Bibelzentrum Barth erwartet an diesem Sonntag von 10 bis 18 Uhr seine Gäste. Die können sich in 600 Jahre alten Gemäuern bewegen – 600 Quadratmeter Erlebnisausstellung und der Bibel- und Rosengarten warten auf die Besucher. Eine Führung, speziell für Kinder, beginnt um 15 Uhr.

Im Atelierhaus Ernst Barlachs in Güstrow wird anlässlich des Museumstages um 11.30 Uhr ein neuer Ausstellungs- und Veranstaltungsraum der Barlach-Stiftung feierlich eröffnet, das „Rundzimmer“. Hier werden in der Zeit von 14 bis 17 Uhr auch Filme mit Barlach-Bezug gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Doris Deutsch

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