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Rostock Musik für mehr Leben in Toitenwinkel
Mecklenburg Rostock Musik für mehr Leben in Toitenwinkel
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00:00 27.07.2018

Toitenwinkel. Was verbindet man mit dem Stadtteil Toitenwinkel? Genau diese Frage lag der Idee von Student Martin Blum zugrunde. Ihm ist bei der Überlegung aufgefallen, was dem Viertel noch fehlt. So rief ein neues Projekt ins Leben: Blum möchte eine Konzertreihe in der Kirche veranstalten. Er ergriff einfach die Initiative und hat noch viel vor.

Student möchte mit einer Konzertreihe das Image des Viertels verbessern

Wann geht es los?

Ende Oktober soll voraussichtlich das erste Konzert stattfinden. Die Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Rostock-Toitenwinkel hat ihren Sitz in der Krummendorfer Straße 15. Einen genauen Termin gibt es für die musikalische Premiere noch nicht.

Auf der Facebook-Seite „Musik in Toitenwinkel“ wird es regelmäßig Neuigkeiten von der Planung geben.

Während eines Treffens mit Einwohnern des Stadtgebietes wurden Probleme diskutiert, die es dort gibt. Jemand beschwerte sich über herumliegenden Müll, andere über besoffene Leute, die herumliegen würden, andere über zu viel Hundekot. Aber Martin Blum dachte weiter. Ihm fiel das schlechte Image von Toitenwinkel auf. „Hier gibt es keine kulturellen Angebote. Junge Leute sind eher in der KTV oder in Warnemünde.“ Der 35-Jährige wohnt selbst in Toitenwinkel und findet, dass es dort genauso schöne Ecken gibt. Ein kulturelles Angebot könnte dem Stadtteil etwas besonderes und eigenständiges geben. Die Organisation dafür sind fast abgeschlossen. „Toitenwinkel würde sich so etwas gar nicht zutrauen. Ich finde, es kann mehr, als es sich zutraut“, bekräftigt er sein Vorhaben.

Die Wahl für den Veranstaltungsort fiel auf die Kirche. „Hier steht ein 700 Jahre altes Gebäude, was seit dem Mittelalter ein Treffpunkt für die Menschen war. Es kann wieder mehr als Treffpunkt genutzt werden.“ Martin Blum glaubt auch, dass viele Menschen Kirchen mit Regeln verbinden. Alles ist streng und eher konservativ, nicht wirklich anziehend für junge Menschen, meint er.

Veranstaltungen mit einer entspannten Atmopshäre könnten das Image auflockern.

Oft ist Martin Blum an der Kirche vorbei gefahren und dachte an die Nutzung und sein Projekt. Denn in einem großen Raum, wie ihn eine Kirche bietet, ist die Akustik sehr gut. Hier könnte jeder die handgemachte Musik genießen. Martin Blum verbindet mit der Kirche noch eine eigene Geschichte. Er hat im Kirchenchor der Gemeinde mitgesungen und kennt bereits den Pastor. Dieser zeigte sich offen für die Idee. Da bleibt der Museumscharakter doch noch etwas erhalten. Er bot an, vor den Konzerten die Besucher durch die Kirche zu führen und ihnen die Geschichte zu erklären.

Gleichzeitig weiß er, wie hilfreich Konzerterfahrungen für angehende Musiker ist. Martin Blum kennt als Student an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Musiker, die sich über Auftrittsmöglichkeiten freuen würden. Er spielt Kontrabass und studiert seit vier Jahren an der HMT. Während seiner Zeit dort hat er die Erfahrung gemacht, wie schwierig es ist, rechtzeitig geeignete Räume für Prüfungen zu finden. Seine Arbeiten absolvierte er zwar nicht hier in der Kirche, aber er schafft Raum für andere Musiker. Die auftretenden Künstler sollen auch eine Aufnahme ihres Konzertes bekommen. Sein Lehrer unterstützt das Projekt ebenfalls und übt dafür zusammen mit den Studenten die Stücke ein. Für das erste Konzert wurden bereits Kompositionen mit Sängern und einem kleinem Orchester eingeprobt.

Bald kann es losgehen – und klassische Musik erklingt im Gotteshaus. Diese Musikrichtung habe bei jungen Leuten nicht den besten Ruf. Martin Blum: „Diese Barriere soll aufgehoben werden.“

Über den Winter ist es zu kalt für Konzerte in der Kirche. Ab dem nächsten Jahr sollen dann die Veranstaltungen regelmäßiger stattfinden und öffentlich zugänglich für alle Interessierten sein.

„Vielleicht kann Toitenwinkel auch über die Stadt hinaus bekannt gemacht werden“, sagt er. Er hofft, dass jeden Monat ein Konzert stattfinden kann.

Lina Knaack

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