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Mutige junge Frau stellt Prügelbilder ins Internet

Rostock-Stadtmitte Mutige junge Frau stellt Prügelbilder ins Internet

Im sozialen Netzwerk Facebook erzählt Nadine Siebert (26) ihre Geschichte. Sie berichtet, dass der Ex-Freund sie brutal zusammengeschlagen habe.

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Nadine Siebert sah nach den Schlägen so aus. Fotos (2): privat

Rostock-Stadtmitte. Bilder zeigen eine junge Frau, deren Gesicht übersät ist mit Blutergüssen und Schwellungen. Mit der Überschrift „Darf ein Mann eine Frau so verunstalten?“ erzählt Nadine Siebert (26) im sozialen Netzwerk Facebook, was ihr widerfahren ist. „Vor zwei Wochen hat mein ehemaliger Lebensgefährte mir durch einen Faustschlag in mein Gesicht, die Nase gebrochen“, berichtet die junge Rostockerin.

Nach Angaben von Nadine Siebert kam es nach einer Party bei ihr zu Hause zum Streit.„Wir stritten uns, und die Situation eskalierte. Er war stark alkoholisiert und beleidigte mich auf das Übelste.

Als ich die Beziehung beenden wollte, holte er aus und schlug mir mit voller Wucht ins Gesicht“, berichtet die Zahntechnikerin. Nach dem Zwischenfall rief Siebert sofort die Polizei und den Notarzt.

Kurz darauf erstattete sie Anzeige gegen ihren Peiniger. Die Polizei bestätigt die Anzeige von Nadine Siebert gegen ihren ehemaligen Lebensgefährten wegen Körperverletzung. Bettina Wenzel (43), Außenstellenleiterin der Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und ihre Familien Weißer Ring in Rostock nennt Nadine Sieberts Entschluss, mit ihrem Schicksal an Öffentlichkeit zu gehen, sehr mutig.

„Frau Siebert hat sich in diesem Fall vollkommen richtig verhalten, indem sie sofort gegen den Täter Anzeige erstattet hat und ein medizinisches Gutachten über ihre Verletzungen erstellt wurde“, sagt Wenzel. Rund 110 Kriminalitätsopfer melden sich jährlich bei der Organisation. Der größte Fehler sei, sagt Wenzel, zu schweigen und aus Furcht vor den Reaktionen der Mitmenschen alles in sich hineinzufressen.

„Rund 30 Prozent der Fälle bei uns sind Opfer von häuslicher Gewalt. Das ist also ein Thema, das sehr präsent in unserer Gesellschaft ist.“ Nach ihren Angaben würden sich viele Betroffene oft selbst die Schuld an solchen gewaltsamen Vergehen zuschreiben. Doch Schuld sei in jedem Fall immer der, der die Hand erhoben hat.

Der Weiße Ring in Rostock arbeitet eng mit dem Frauenhaus und anderen Interventionsstellen zusammen, an die sich die Betroffenen zu jeder Zeit telefonisch wenden können. „Wichtig ist es auch, zu erwähnen, dass die Möglichkeit in der Gerichtsmedizin der Universität Rostock besteht, sich kostenlos untersuchen zu lassen und somit Beweise für spätere Gerichtsverfahren in Fällen von körperlicher Gewalt sichern zu lassen“, erklärt Bettina Wenzel.

Nadine Sieberts gebrochene Nase konnten die Ärzte wieder richten, die inneren Narben von dem Vorfall bleiben jedoch für immer. Als sichtbare Erinnerung ist ihr auch ein Höcker auf der zierlichen Stupsnase geblieben.

„Ich kann es manchmal immer noch nicht fassen, dass mir so etwas passiert ist. Ich habe mich noch nie in meinen Leben so machtlos gefühlt. Ich möchte mit meiner Geschichte anderen Frauen, denen daselbe Schicksal zu Teil geworden ist, Mut machen, nicht zu schweigen, sondern sich gegen körperliche Gewalt zu wehren“, sagt Nadine Siebert.

Vereine helfen
Frauen, Mädchen und Jungen aller Nationalitäten, die Opfer körperlicher Gewalt geworden sind, können sich kostenlose Hilfe und Unterstützung beim Verein Frauen helfen Frauen (☎
0381/45 44 06) holen. Auch der der Opferverein Weißer Ring (☎ 0381/809 87 47) tritt für die Interessen der Betroffenen ein und unterstützt den Vorbeugungsgedanken.

 



Charlotte Berger

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