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Rostock Nach 75 Jahren: St. Petri soll wieder erklingen
Mecklenburg Rostock Nach 75 Jahren: St. Petri soll wieder erklingen
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19:02 21.02.2018
Reinhard Wegener steht zwischen zwei Glocken - gegossen 1979 in Apolda -, die bald wieder aus dem Turm von St. Petri zu hören sein sollen. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Den Klang der Kirchenglocken wieder aus dem 117 Meter hohen Petri-Turm zu hören – für Reinhard Wegener wäre das „die Krönung des Wiederaufbaus“ der Kirche. Wegener ist der Vorsitzende des Fördervereins St. Petri und sagt: Es gehe beim Wiederaufbau des Glockenstuhls auch darum, Wunden zu schließen, die Rostock in den vergangenen Jahrzehnten zugefügt wurden. Die Hansestadt selbst hat neben der Kirche erst vor wenigen Wochen mit den Arbeiten für ein neues Petritores begonnen. Nun soll auch die „Wunde“ hoch oben im Kirchturm geschlossen werden. Das Schweigen soll ein Ende haben. Wegener und seine Mitstreiter setzen dabei erneut auf die Verbundenheit der Rostocker mit ihrer Stadt – und auf ihre Großzügigkeit: Denn die Bürger der Stadt waren es, die bereits 1994 den Wiederaufbau des Turmhelmes von St. Petri ermöglichten. „Der Bau eines neuen Glockenstuhls kostet rund 400.000 Euro. 100.000 Euro davon haben wir bereits zusammen“, sagt Wegener.

Glocken lagern bereits in St. Marien

Schon seit Jahren laufen die Planungen für das Projekt. Auch das Geläut gibt es bereits: 1979 waren in Apolda zwei neue Glocken für die Rostocker Marien-Kirche gegossen worden – als Ersatz für zwei mittelalterliche Glocken, die ebenfalls im Zweiten Weltkrieg beschädigt worden waren. „Doch die alten Glocken von St. Marien wurden saniert und hängen seit 2010 wieder Kirchturm. Für die ,neuen’ Glocken aus Apolda gibt es dort keine sinnvolle Verwendung mehr. Deshalb sollen sie in St. Petri erklingen“, so Wegener. Die größere der beiden – die so genannte „H“-Glocke – wiegt stolze 3,4 Tonnen. Die kleine – die „d“-Glocke – nur 1,9 Tonnen. Die dritte Glocke für den höchsten Kirchturm der Stadt ist zugleich die älteste: Die Peter-Matze-Glocke aus dem Jahr 1548 hing bereits bis zu jener folgenreichen Nacht im April 1942 in St. Petri. „Sie stürzte auf ein brennendes Nebengebäude, blieb aber intakt“, so Wegener.

Baugenehmigung liegt schon vor

Auch die Kirchengemeinde hat ihre „Hausaufgaben“ bereits erledigt: „Seit November liegt uns die Baugenehmigung für den neuen Glockenstuhl vor“, sagt Karsten Hub, Baubeauftragter für die Propstei Rostock. Der Segen des Amtes ist aber an Bedingungen geknüpft: „Wir wurden verpflichtet, neue Vorgaben im Brandschutz zu erfüllen.“ So muss für die Aussichtsterrasse auf dem Petri-Turm ein zweiter Fluchtweg her. Hub: „Wir werden im Turm deshalb ein neues Treppenhaus bauen.“ Fast eine halbe Millionen Euro kostet alle vorgeschriebenen Maßnahmen zusammen. „Dieses Summe wird die Kirche selbst aufbringen. Für den Glockenstuhl benötigen wir aber die Hilfe aller Bürger.“

Andreas Meyer

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