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Rostock Nach Bomben-Alarm: Fähren wieder unterwegs
Mecklenburg Rostock Nach Bomben-Alarm: Fähren wieder unterwegs
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08:18 08.06.2017
Über Stunden blockiert: Terminal von Scandlines in Rostock. Quelle: Ove Arscholl
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Puttgarden/Rostock

Wegen einer Bombendrohung hat die Reederei Scandlines am Mittwoch den Fährverkehr zwischen Deutschland und Dänemark vorübergehend eingestellt. Betroffen waren die Routen Puttgarden — Rødby, Rostock — Gedser sowie Helsingør — Helsingborg (Schweden). Mindestens 20 Abfahrten wurden allein auf der sogenannten Vogelfluglinie gestrichen. Am Donnerstagvormittag müssten Fahrgäste noch mit Verspätungen und geänderten Fahrzeiten rechnen, so die Reederei.

Die Reederei Scandlines musste den Verkehr zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden vorübergehend eingestellen. Dutzende Abfahrten wurden abgesagt. Betroffen war auch die Verbindung Rostock - Gedser. Die Polizei ist im Großeinsatz.

Ein Anrufer habe gegen Mittag in Dänemark eine mögliche Bombendetonation auf einem Fährschiff angedroht, teilte die Polizei mit. Ein konkretes Schiff habe er aber nicht genannt. In Dänemark lief der Fährverkehr nach ergebnislosen Schiffsdurchsuchungen auf Sprengstoff bereits am Nachmittag wieder an. In Puttgarden und Rostock dauerten Schiffsdurchsuchungen bis in den Abend an. Die „Copenhagen“, die am Mittag an der Warnow festgemacht hatte, wurde von der Polizei mit Spürhunden bis gegen 18.00 Uhr durchsucht. Verdächtige Gegenstände wurden den Angaben zufolge nicht entdeckt.

Fähren, die bereits in Dänemark kontrolliert worden waren, konnten nach ihrer Ankunft in Puttgarden neu beladen werden und am Abend die Ostseeinsel Fehmarn Richtung Dänemark wieder verlassen. Von Gedser war bereits am Nachmittag die „Berlin“ Richtung Rostock ausgelaufen. „Die dänische Polizei konnte schneller agieren, weil durch einen Zufall starke Kräfte in der Nähe waren“, sagte ein Sprecher der Lübecker Polizei.

„Schleswig-Holstein“ muss vor Hafen auf Durchsuchung warten

Das Durchsuchen von drei in Puttgarden liegenden Fähren mit Sprengstoffsuchhunden dauerte bis in die Nacht. Zuerst konnte für die „Kronprinz Frederick“ und „Prinz Richard“ Entwarnung gegeben werden. Die „Schleswig-Holstein“ musste stundenlang auf der Ostsee vor Puttgarden warten. Sie durfte nicht in den Hafen, so lange dort noch andere Fähren lagen, erläuterte ein Lübecker Polizeisprecher. Das Schiff war schon auf See gewesen, als die Bombendrohung einging.

Im Einsatz waren Kräfte der Landespolizei einschließlich der Wasserschutzpolizei und des Kampfmittelräumdienstes. Die Bundespolizei unterstützte die Maßnahmen ebenfalls umfangreich, wie die Lübecker Polizei mitteilte.

Massive Verkehrsbehinderungen in und vor den Häfen

„Der Fährhafen Puttgarden wurde gesperrt und der Bahnverkehr gestoppt“, teilte die Lübecker Polizei mit. Vor dem Fährhafen stauten sich über mehrere Kilometer vor allem Lastwagen. Die Ausweichparkplätze waren belegt. Ein weiträumiges Parken wurde dringend empfohlen. Auch im Rostocker Seehafen bildete sich eine lange Schlange wartender Fahrzeuge.

Die dänische Polizei teilte mit, sie habe Fähren in Rødby und Gedser aus Sicherheitsgründen geräumt. „Wir haben einen Hinweis bekommen, der es nötig macht, dass wir die Fähren an den beiden Orten untersuchen“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Die Passagiere hätten die Fähren verlassen, die zwischen Rødby und Puttgarden auf Fehmarn sowie Gedser und Rostock verkehren.

Evakuierung der Schiffe „still und ruhig“

In Dänemark konnten die ersten Fähren die Häfen am frühen Nachmittag bereits wieder verlassen. „Die Polizei wird aber weiter vor Ort bleiben und weitere Untersuchungen in der Gegend und auf den Schiffen in Rødby und Gedser vornehmen“, hieß es in einer Mitteilung. Die Evakuierung sei „still und ruhig und ganz ohne Dramatik“ vor sich gegangen.

Nach Angaben der Lübecker Polizei hat das Wasserschutzpolizeirevier Travemünde einen Führungsstab gebildet und prüfte die weiteren Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit der dänischen Polizei.

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