Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Nach Sturm „Xavier“ immer noch Zugausfälle in MV
Mecklenburg Rostock Nach Sturm „Xavier“ immer noch Zugausfälle in MV
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:03 14.10.2017
Der Stralsunder Schaffner Roland Wutstrack am Bahnhof in Bützow. Ab Sonnabend sollen die IC-Züge wieder von Stralsund bis Hamburg rollen. Quelle: Müller, Alexander
Anzeige
Rostock

Auch acht Tage nach Sturmtief „Xavier“ hat die Deutsche Bahn den Zugverkehr in MV noch nicht wieder im Griff. Am Freitag fielen Intercity-Verbindungen von Stralsund über Rostock und Schwerin nach Hamburg aus, ab Sonnabend soll Normalität einziehen. Der Fahrgastverband Pro Bahn hat für die lange Pannenzeit kein Verständnis und rät Reisenden, Geldansprüche geltend zu machen.

Sturmtief fordert Tote in MV und Hamburg. Bahnverkehr im Nordosten komplett eingestellt. Tausende Menschen ohne Strom.

„Die Kommunikation der Deutschen Bahn ist grausam“, sagt Karl-Peter Naumann von Pro Bahn. Wenn solche anhaltenden Ausfälle nötig sind, dann müsste man den Reisenden klar mitteilen, was die Ursachen sind. Dies sei aus seiner Sicht nicht geschehen. Zwar informiert die Bahn im Internet, dass es im Raum Boizenburg „intensive Aufräumarbeiten“ an der Strecke gebe, das sei aber zu wenig. Folge: Die Bahnverbindung zwischen Hamburg und Stralsund ist in Takt und Volumen halbiert, die Fahrzeit – durch die langsameren Regionalzüge – verlängert.

Das Sturmtief „Xavier“ war am 5. Oktober für etwa drei Studen mit hoher Intensität auch über MV gefegt. Die Bahn brauchte fünf Tage, bis der Regionalverkehr wieder lief. „Für ein paar Tage hat man sicher Verständnis“, so Naumann. Nicht aber dafür, dass der überregionale Verkehr, die vor allem für Tausende Pendler wichtigen ICs, so lange ausfallen.

Ab Sonnabend soll die Strecke von Stralsund bis Hamburg auch mit ICs wieder befahrbar sein, heißt es von der Bahn. Sprecher Burkhard Ahlert bittet um Nachsicht: Südlich Schwerins habe es an 25 Stellen Schäden an Oberleitungen gegeben, Masten seien abgebrochen, der Verkehr sei nur eingleisig möglich gewesen. „Die Masten kamen gerade erst“, so Ahlert.

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) zeigt Verständnis für die Verzögerungen. „Es handelt sich um ein extremes Ereignis, bei dem deshalb Schuldzuweisungen wenig Sinn machen“, so Pegel. Er habe aber den Einruck, „dass die Bahn vor allem bei der Kommunikation und Transparenz erheblichen internen Diskussionsbedarf hat“.

Pro Bahn rät Betrofffenen, sich ihr Geld zurückzuholen. Zwar gebe es „rein rechtlich“ keinen Anspruch auf Ticketpreise, da ja die Regionalzüge fahren. Anders sehe dies bei Inhabern von Bahn-Monats- oder Jahreskarten, die für ICs gelten. „Die Differenz sollte man sich erstatten lassen“, so Naumann. Möglich sei dies über ein Formular für Verspätungen, bei der Bahn im Internet runterzuladen. „Denn zu spät kommen die Züge ja auf jeden Fall“, so Naumann, da die Regionalzüge länger brauchten.

 Frank Pubantz

Anzeige