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Rostock Nach Unfall auf der Sail: „Mir“ sagt alle Ausfahrten ab
Mecklenburg Rostock Nach Unfall auf der Sail: „Mir“ sagt alle Ausfahrten ab
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14:44 12.08.2018
Die „Mir“ muss am Liegeplatz bleiben: Die Schäden sind schlimmer als zunächst angenommen. Alle Ausfahrten wurden abgesagt. Quelle: Lwspa M-V
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Rostock

Schon wieder hat es bei der Hanse Sail gekracht: Nach dem Zusammenstoß des Dampfeisbrechers „Stettin“ mit der Fähre „Finnsky“ im vergangenen Jahr hat es nun die „Mir“ erwischt. Am Freitag war ein etwa zwölf Meter langes Motorboot gegen das 110 Meter lange Segelschulschiff gefahren. Was zunächst nach einer harmlosen Kollision aussah, hat für den russischen Dreimaster dramatische Folgen: Im Rumpf der „Mir“ klafft ein gut 20 Zentimeter langer Riss. „Wir alle hatten gehofft, dass der Schaden über Nacht behoben werden kann. Aber das war leider doch nicht möglich“, so Robert Stahlberg, Sprecher der Wasserschutzpolizei MV. Die Berufsgenossenschaft See hat deshalb ein Auslaufverbot für die „Mir“ ausgesprochen. „Eine für 10 Uhr geplante Ausfahrt mit 200 Gästen musste abgesagt werden. Die ,Mir‘ bleibt am Liegeplatz.“

Das russische Segelschulschiff „Mir“ darf nach dem Unfall weiterhin nicht auslaufen. Sämtliche Hanse Sail-Törns wurden abgesagt – auch eine Fahrt mit 200 Gästen am Morgen. Anfang der Woche geht das Schiff zur Reparatur nach St. Petersburg.

„Mir“ ist unschuldig

Zur Unfallursache kann die Wasserschutzpolizei noch keine genaueren Angaben machen: „Stand jetzt gehen wir von einem Fahrfehler des Motorboot-Kapitäns aus“, sagt Stahlberg. „Die ,Mir‘ jedenfalls ist unschuldig. Sie lag fest vertäut am Kai der MV-Werft.“ Alkohol soll bei dem Kapitän des Motorbootes nicht im Spiel gewesen sein.

Sail-Chef: „Enttäuschende Nachrichten“

Hanse Sail-Chef Holger Bellgardt reagierte enttäuscht auf die Nachrichten aus Warnemünde: „Die ,Mir‘ ist eines der Schiffe, auf das wir und die Gäste sich besonders gefreut hatten. Dieser Unfall ist einfach nur bedauerlich.“ Eine Debatte über die Sicherheit der Sail sei aber unangebracht: „Dieses Unglück hatte nichts mit der Sail zu tun. Das hätte jeden Tag mit jedem anderen Schiff genau so passieren können.“ Das Auslaufverbot für die „Mir“ gelte für die gesamte Sail: „Sie wird keine Törns mehr machen können“, so Bellgardt. „Der Schaden ist nicht von heute auf morgen zu beheben.“ Das Schiff soll notdürftig geflickt werden und dann Anfang der Woche zur Reparatur in den Heimathafen St. Petersburg auslaufen.

Andreas Meyer

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