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Rostock Neue Funde belegen: Rostock ist schon 1250 Jahre alt
Mecklenburg Rostock Neue Funde belegen: Rostock ist schon 1250 Jahre alt
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18:37 14.08.2018
Jens Lühmann, technischer Grabungsleiter, legt einen Holzspant eines Schiffs frei. Das Stück ist 1250 Jahre alt. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Gerade erst hat Rostock groß den 800. Stadtgeburtstag gefeiert – doch: „Wir werden noch mal feiern müssen“, sagt Michaela Selling, Leiterin des städtischen Denkmalamtes. Denn bei Ausgrabung zwischen der Warnow und dem Stadtteil Dierkow haben Wissenschaftler den Beweis zu Tage gefördert, dass Rostock noch viel älter ist: „Wir haben Siedlungsreste und Schiffsteile aus der Zeit um 750 nach Christus entdeckt“, so Prof. Dr. Hauke Jöns, Prähistoriker am Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven. Die Stadt könnte also sogar schon 1250 Jahre alt sein. Und: Das frühe Rostock war nach Ansicht der Fachleute möglicherweise einst so bedeutend wie das legendäre Haithabu.

Die Geschichte der Hansestadt muss ausgerechnet im Jubiläumsjahr neu geschrieben werden: Rostock ist nämlich nicht erst 800, sondern möglicherweise schon mehr als 1000 Jahre alt. Darauf deuten Schiffsfunde am Warnowufer.

Forscher finden Hinweise auf frühe Werft

Dass es am östlichen Rostocker Warnowufer lange vor der offiziellen Stadtgründung 1218 eine Siedlung gab, ist seit Jahren bekannt. Doch wie wichtig der Ort war, zeigt sich erst jetzt: Experten der Uni Rostock, aus Wilhelmshaven und aus Greifswald graben seit rund drei Wochen wieder am so genannten Primelberg, einem Feuchtgebiet am Fluss. Vor wenigen Tagen legten die Wissenschaftler in etwa 40 Zentimetern Tiefe – gut erhalten vom feuchten Torfboden – die Reste eines Schiffes frei. „Wir haben einen Holzspant entdeckt. Er ist mindestens 1200 Jahre alt“, so Jöns. Weitere Funde deuten darauf hin, dass sich an der Stelle eine Schiffswerft befunde habe: „Sicher können wir das noch nicht sagen“, so Sebastian Messal, wissenschaftlicher Leiter der Ausgrabungen. Die Forscher gehen aber mittlerweile davon aus, dass die Siedlung in Handelsnetz entlang der gesamten Ost- und Nordsee eingebunden war. „Früher könnten hier bis zu 18 Meter lange Schiffe angelegt haben. Den wirklichen Hafen haben wir noch nicht entdeckt. Vielleicht finden wir dann auch ein ganzes Schiff.“ Welchen Namen der Ort trug, ist aber noch unbekannt: „Es gibt dazu keine schriftlichen Quellen mehr“, erklärt Jöns.

Landesmuseum plant Außenstelle

Die Funde sind aber so bedeutend, dass die Rostocker Stadtgeschichte neu geschrieben werden muss – und dass sie Einfluss auf den Bau und die Gestaltung des geplanten Archäologischen Landesmuseums haben könnten: „Im Idealfall bekommen wir zusätzliches Personal, um dieses Kapital der Landesgeschichte zu untersuchen und im Museum auch aktiv zu forschen“, so Dr. Hans-Jörg Karlsen, Professor für Ur- und Frühgeschichte an der Rostocker Uni. Er und wird das Museum nach seiner Eröffnung 2025 leiten. Am Primelberg ist bereits jetzt eine Außenstelle, eine Art Freilichtmuseum geplant. Der Rostocker CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Stein fordert bereits weitere Mittel für die Grabungen am Primelberg: „Wir feiern demnächst also 1250 Jahre Rostock. Wir müssen die Funde konservieren und den Menschen zeigen.“ Dass Rostock in diesen Jahr 800. Geburtstag gefeiert hat, war dennoch nicht falsch: Vor acht Jahrhunderten erhielt die Siedlung erst das lübsche Stadtrecht.

Andreas Meyer

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