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Rostock Neue Hausnummern für Rostocks Häuser?
Mecklenburg Rostock Neue Hausnummern für Rostocks Häuser?
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17:13 10.10.2018
Das Rostocker Liegenschaftsamt muss etlichen Häusern neue Hausnummern zuordnen: Das alte Postamt am Neuen Markt 3 dürfte aber seine angestammte Zahl behalten. Quelle: Andreas Meyer
Rostock

Beim ersten Lesen klingt diese Beschlussvorlage für Rostocks Bürgerschaft nach einer reinen, geradezu langweiligen Lappalie: Die Hansestadt Rostock ändert ihre Hausnummern-Satzung. Doch hinter dem bürokratischen Vorgang könnte sich für eine Reihe von Einwohnern eine Menge Arbeit verbergen – und Kosten. Denn in der Hansestadt soll stärker als bisher auf eine einheitliche Nummerierung der Häuser in der Hansestadt geachtet werden. Einige Gebäude werden deshalb auch neue Nummern bekommen.

Eine Nummer für jedes Gebäude

Die Pflicht, dass jedes „selbstständig genutzte Gebäude“ – so der Wortlaut im Amtsdeutsch – eine Hausnummer haben muss, gibt es schon lange. „Als Stadt haben wir den Auftrag, dafür Sorge zu tragen, dass allen Häusern eine eindeutige Adresse zuzuordnen ist. Dafür ist die Hausnummer wichtig“, sagt Jan Wehnert, Abteilungsleiter im Kataster-, Vermessungs- und Liegenschaftsamt. Ein Gebäude sofort anhand der Nummer zu erkennen – das sei in erster Linie in Notfällen wichtig: Wenn Gefahr in Verzug ist, sollten Einsatzkräfte nicht erst lange suchen müssen. Aber auch Post- und Paketdienstleister brauchen die Nummern, um ihren Auftrag erledigen zu können. Auch Geodaten-Portale im Internet – Google Maps zum Beispiel oder Microsoft-Dienst Bing – und Navigationsgeräte sind auf eindeutige Angaben angewiesen. Nur, vielerorts in Rostock ist das gar nicht so leicht: „Hier und da gibt es Missverständnisse. Die können wir mit der neuen Satzung ausräumen“, so Wehnert. Und: Auch Hausnummern, die mehrere Ziffern enthalten (zum Beispiel die der Postbank am Neuen Markt 3-8), soll es perspektivisch nicht mehr geben.

Probleme bei neuen Bauten

Längst nicht überall in Rostock folgt – wie eigentlich üblich – auf die Hausnummer 4 auch die 6 oder auf die 13 die Nummer 15. Das macht es dann kompliziert und das soll nicht sein. „Ein Problem in puncto Hausnummer sind zum Beispiel viele Neubauten innerhalb der Stadt“, erklärt Wehnert. Wenn nach vielen Jahren etwa eine Baulücke an einer Straße geschlossen wird, kann das für eine durchgängige Nummerierung zum Problem werden: „Dann kann es vorkommen, dass die eigentlich sinnvolle Hausnummer schon an ein anderes Gebäude vergeben ist – und dann müssen wir im schlimmsten Fall sogar einen ganzen Straßenzug neu durchnummerieren“, so der Abteilungsleiter. Die Straße „Höger Up“ in Brinckmansdorf sei so ein Beispiel: „Dort werden neue Häuser errichtet.“ Und an die Nummer einfach einen Buchstaben dranzuhängen – das sei dort nicht mehr möglich. „Die sind auch schon vergeben.“ Also muss neu nummeriert werden.

Betroffenen tragen die Kosten

Wer eine neue Hausnummer zugewiesen bekommt, erhält erst mal Post vom Amt – und kann auch in Widerspruch gehen. In den seltensten Fällen ist das aber von Erfolg gekrönt. Die Stadt setzt mit ihrer Satzung nur geltendes Landesrecht um. „Die Eigentümer haben dann ein Jahr Zeit, um die neue Nummer anzubringen“, sagt Wehnert. Die alte darf übergangsweise noch hängen bleiben, muss aber durchgestrichen sein – in Rot. Mal abgesehen davon, dass die Bewohner im Falle der Umnummerierung neue Ziffer am Haus anbringen müssen: Banken und Versicherungen müssen über die Hausnummer – und somit über die neue Adresse – informiert werden. Ebenso brauchen die Betroffenen neue Ausweise, müssen Verträge ändern und vieles mehr. Die Kosten dafür haben sie auch noch selbst zu tragen. Nicht einen Cent gibt es von der Stadt für den Aufwand. „Im Schnitt haben wir zwei, drei solcher Fälle pro Jahr“, heißt es aus dem Kataster- und Liegenschaftsamt. Aber: „Das wird nicht weniger – eher mehr.“

Eckgrundstücke sind ein Problem

Auch für Eckgrundstücke könnte sich durch die neue Satzung „Änderungsbedarf“ ergeben. Denn künftig sollen Häuser der Straße zugeordnet werden (mit Nummer), an der sich der Hauseingang befindet. In der Stadtpolitik sind diese neuen Regeln nicht unumstritten: Im Stadtentwicklungsausschuss forderte SPD-Politiker Christian Reinke jüngst sogar einen „Bestandsschutz“ für aktuelle Nummern. Er denke da beispielsweise an ein Haus in der KTV, an der Budapester Straße. „Dort befindet sich der Eingang aber an der Borwinstraße“, so Reinke. „Wir sollten keine Nummern ändern, die es seit Jahren gibt. Das bringt Einwohner auf die Barrikaden.“

Andreas Meyer

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