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Rostock Neue Läden, neue Marken — Die Einkaufsstadt Rostock wächst
Mecklenburg Rostock Neue Läden, neue Marken — Die Einkaufsstadt Rostock wächst
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00:00 14.03.2013
Strobel w�chst: Gesch�ftsf�hrer Michael Strobel (49) auf der Laden-Baustelle im Rostocker Hof. N�chste Woche ist Er�ffnung. Quelle: Fotos: Ove Arscholl
Stadtmitte

Von wegen Ladensterben: In Rostocks Innenstadt bauen mehrere Händler sogar an. Überall tut sich was. Zum Beispiel im Rostocker Hof. Da wird gebohrt und gehämmert, installiert und montiert. „Wir tauschen einmal durch“, erzählt Michael Strobel (49), Geschäftsführer des Bekleidungskaufhauses Strobel mit derzeit acht Marken-Geschäften in der Stadt. So entsteht ein Marc O‘Polo-Store neben dem Rostocker Hof, drinnen ein neuer Tommy-Hilfiger-Store — mitsamt der Fläche des früheren Pressezentrums. Nächste Woche ist Eröffnung. Dafür gibt‘s im KTC einen Boss-Laden — und ab Mai einen Rostock-Shop mit Uni-Shirts, Accessoires und heimischem Bier.

Auch das Modegeschäft Peek und Cloppenburg wird größer. Davon künden abgeklebte Bereiche und Hinweisschilder für die Kunden. Im ehemaligen Moya, freigezogen im Januar 2011, wird gewerkelt. Im Untergeschoss entsteht eine neue Einkaufsetage. Mehr verriet das Unternehmen dazu nicht.

Die Einkaufsstadt Rostock verändert ihr Gesicht. Geschäftsmann Michael Strobel stimmt das euphorisch. „Früher war die Stadt der Reste-Shop: Was woanders nicht mehr ging, kam her, rotes Preisschild dran, wird schon werden.“ Das sei nun anders. Die Ansprüche wüchsen. Lange habe er etwa darum gerungen, in Rostock die Marke Boss einzuführen, erzählt Strobel. „Die Leute fordern das, sie wollen sich auch Höherpreisiges leisten.“ Das lese er auch von den durchschnittlichen Einkaufsbons ab.

Tino Beig vom Einzelhandelsverband Nord freut sich über den derzeitigen Aufwind. Rostock sei schließlich immer noch der „Einkaufsort Nummer eins“ im Bundesland. Dass die großen Häuser an-, aus- und umbauen — für ihn ein äußerst gutes Zeichen. „Solche Veränderungen stabilisieren auch die Innenstadt.“ Das Konsumverhalten wandle sich. Nicht nur auf Preisaktionen richte der Kunde seine Aufmerksamkeit. „Die Kunden achten auf Qualität. Bei technischen Produkten, aber auch bei Kleidung.“ Impulse kann der Handel gerade gut vertragen: Verlief doch, wie Peter Magdanz (52) vom Citykreis Rostock bilanziert, der Beginn des Jahres bisher nicht so prickelnd. Langer Winter, angetäuschter Frühling und wieder zurück — da leide die Kauflaune. „Für die neuen Kollektionen für Frühjahr und Sommer brauchen wir schon ein bisschen Hilfe von der lieben Sonne“, sagt Magdanz. Viel Hoffnung setzten die Händler auf den 24. März: Dann beginne der Reigen der verkaufsoffenen Sonntage. Vier werde es wieder geben, plus Mitternachtsshopping.

Mehr Raum, größeres Sortiment — die Galeria Kaufhof an der Langen Straße hat den Kraftakt Umbau schon hinter sich gebracht. Im vergangenen Jahr gestaltete das Unternehmen seine Verkaufsfläche komplett um. Für die Damen gab es am Ende 700 Quadratmeter, für die Herren 300 Quadratmeter mehr. Und außerdem mehr als 40 neue Marken, ein neues Lichtkonzept, rundum modernisierte Abteilungen, keine Kleiderbügel und Glühbirnen mehr. „Wir verändern uns mit unseren Kunden“, sagt Michael Obermeier (33) von der Geschäftsleitung. Besonders große Hoffnungen habe man in die neue Damen- und Herrenetage gesetzt. „Und der Erfolg gibt uns recht“, sagt er, ohne Zahlen zu nennen.

Vergrößerung auch beim Schuhhaus Höppner. Seit vergangenem November gibt es zum Stammhaus am Kröpeliner Tor einen Ableger am anderen Ende der Kröpi, einer „1A-Lage“, an der sich noch einiges entwickeln werde, wie Geschäftsführer Thomas Höppner (57) zur Eröffnung prophezeite. Die Einkaufsstadt wächst, für Michael Strobel ist es nicht das Ende. Er verspricht: „Wir können noch mehr.“

Kerstin Beckmann

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