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Rostock Neue Oasen für Groß und Klein
Mecklenburg Rostock Neue Oasen für Groß und Klein
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00:43 14.04.2018
Grüne Oase mitten in der hektischen Rostocker Innenstadt: Anna Langenbeck aus der Östlichen Altstadt und Sohn Friedrich sowie Fanny Golinski aus der Nördlichen Altstadt (v. l.) nutzen gern den Rosengarten für kurze Pausen im Alltag. Quelle: Foto: Ove Arscholl
Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Wenn sich Ute Fischer-Gäde den Rostocker Stadtplan anschaut, ist sie unzufrieden. Zu wenig Parks, zu wenig Wiesen, zu wenig Spielplätze.

Das Rathaus will künftig jedes Jahr 17 Hektar zusätzliche Grünanlagen schaffen – als Erholungsorte mitten in der Stadt.

17 Hektar

neue Grünanlagen

sollen künftig pro Jahr

in Rostock neu

entstehen. Insgesamt

sollen dann 1000

Hektar als Parks und Wiesen zur Verfügung stehen.

Kurzum: Die Hansestadt ist ihr nicht grün genug. Genau das will die Leiterin des Amtes für Stadtgrün nun aber ändern. „In Zukunft wollen wir bis zu 17 Hektar neue Erholungsflächen in der Stadt schaffen – und zwar pro Jahr“, kündigt Fischer- Gäde an. So viel wie 17 Fußball- Felder. Wo immer neue Wohnviertel entstehen, soll auch neues Grün her. Und: Vorhandene Betonwüsten in der Stadt will das Amt lebenswerter machen.

Neues Konzept für ein grüneres Rostock

Exakt 860 Hektar Grünflächen verwalten und pflegen Fischer-Gäde und ihr Team aktuell. Große Erholungsflächen wie der Lindenpark zählen dazu, aber auch kleine Wiesen im gesamten Stadtgebiet. „Der Druck auf die freien Flächen aber wächst“, sagte Grün-Planer Gerrit Pluntke jüngst im Sozialausschuss der Bürgerschaft. Denn Rostock wächst, braucht Flächen für neue Wohn- und auch neue Gewerbegebiete. Dem Grünamt kommt dabei eine besondere Rolle zu: Es gehe nicht darum, Bauten zu verhindern – aber: „Unsere Aufgabe ist es, festzulegen, wo Grün erhalten werden muss und wo es neu entstehen soll“, so Pluntke. „Wir wollen und wir brauchen ausreichend Grün für die Bürger.“ Es gehe schließlich um Lebens- und Erholungsqualität. Aber noch ein anderer Punkt treibt das Amt um: „Wir brauchen Grünflächen auch für unsere Vorhaben zum Klimaschutz“, so Pluntke. Seine Chefin Fischer-Gäde ergänzt: „Das Grün ist wichtig – beispielsweise, um Frischluft in die Stadt zu bekommen. Je mehr wir versiegeln, desto größer werden auch unsere Probleme im Falle von Wetterextremen – bei Starkregen beispielsweise.“ Bestehende Anlagen wolle das Amt gegen Begehrlichkeiten von Investoren schützen:

„Der Lindenpark beispielsweise ist eine Fläche, auf der wir eine Bebauung nie zulassen würden.“

Die KTV ist

besonders „grau“

Das Grünamt arbeite nun gleich an einer ganzen Reihe von Maßnahmen. „Wir wollen uns beispielsweise bei allen Neubau-Vorhaben einbringen“, so Fischer-Gäde. Ein Beispiel sei das geplante Wohnviertel am Werftdreieck: „Dort wird mittig im Quartier der neue Werftpark entstehen. Dort können die Rostocker Federball spielen, ein Picknick machen, einfach mal in der Sonne liegen. So etwas ist wahnsinnig wichtig.“ Das Ziel sei es, stadtweit die Grünflächen auf bis zu 1000 Hektar auszuweiten. „Wir schauen uns jeden Stadtteil, jedes Viertel genau an“, sagt Fischer-Gäde. Besonders groß sei der Handlungsbedarf in der KTV: Dort sei die Bevölkerungsdichte am höchsten, doch es gebe das wenigste Grün. „Es gibt zwar viele Innenhöfe, aber wenig öffentliche Grünflächen.“ Nun rückt zum Beispiel der Ulmenmarkt in den Fokus der Planer: Der sei bis dato eine reine Betonwüste. „Nur Blech und Beton bringen uns nichts.“ Das Amt wolle nun Ideen vorlegen, wie Parken und Grün an der Stelle zusammenpassen könnten. „Das eine schließt das andere ja nicht aus.“ Margaretenplatz und Brink will Fischer-Gäde überplanen.

Neue Ideen sollen auch für den Kringelgraben-Park in der Südstadt und für das Petriviertel her: „Am Petriviertel stört uns, dass es kaum noch öffentliche Zugänge zur Warnow gibt. Die Menschen leben am Wasser, kommen aber nicht ran. Das wollen wir ändern.“ An der Turkuer Straße in Lütten Klein soll ebenfalls ein neuer Park entstehen – und am Stadthafen natürlich auch: „Unabhängig davon, ob die Bundesgartenschau 2025 nach Rostock kommt oder nicht, werden wir am Ostufer der Warnow und auch auf der Gehlsdorfer Seite neue Grünanlagen schaffen müssen“, so Fischer-Gäde.

Kleingärten sollen zu

„grünen Achsen“ werden

Auch auf die Kleingärten der Hansestadt hat das Amt ein Auge geworfen: „Wir wollen die Anlagen natürlich erhalten. Sie sind grüne Oasen in Rostock“, sagt die Amtsleiterin. Immerhin sind 600 Hektar in der Hansestadt Gartenland. „Wir möchten aber die Anlagen öffnen. Die Hauptwege sollen für jedermann zugänglich und nutzbar sein.“ Fischer-Gäde spricht dabei gerne von „Stadtgärten“ und wünscht sich „grüne Achsen“ durch die Hansestadt. Vorbild sei Leipzig: Dort seien die Tore bereits offen, die Wege befahr- und begehbar. „Dort können Sie quer durch die Stadt radeln oder laufen, ohne ein Mal eine Ampel nutzen oder eine Hauptstraße queren zu müssen. Sie können durch die Kleingärten, durch das Grüne radeln.“ Genau solche Konzepte wolle sie auch in Rostock prüfen.

In Warnemünde – am Moor – soll eine der ersten Anlagen bereits in einen Kleingarten-Park umgewandelt werden. Allerdings regt sich gegen die Pläne Widerstand. Andere Kleingärtner – insbesondere in der Südstadt – sehen in den Plänen aber eine Chance: „Kleingärten sind Orte der Begegnung und ein sehr wichtiger Baustein für eine funktionierende Stadtgesellschaft. Sie bieten Lebensqualität im Stadtzentrum und erwecken Wohngebiete erst richtig zum Leben!“, sagt Bernd Weichmann, Vorsitzender des Vereins „Weiße Rose“.

Andreas Meyer

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