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Rostock Neue Suchtklinik in Groß Klein eingeweiht
Mecklenburg Rostock Neue Suchtklinik in Groß Klein eingeweiht
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00:00 23.08.2018
Freuen sich über „ihr“ neues Friedrich-Petersen-Rehabilitationszentrum am Kleinen Warnowdamm: Verwaltungsleiterin Cornelia Lenz (links), Chefarzt Michael Köhnke und Geschäftsführerin Katrin Kuphal. Quelle: Fotos: André Wornowski
Groß Klein

Wer seine Alkohol- oder Medikamentensucht überwinden will, findet in Groß Klein modernste Bedingungen vor: Gestern ist der Neubau des Friedrich-Petersen-Rehabilitationszentrums feierlich eingeweiht worden. Die meisten der rund 200 Gäste sind voll des Lobes: „Das ist eine der modernsten Einrichtungen in Deutschland. Das betrifft nicht nur das Gebäude, sondern auch das Therapiekonzept“, sagt Gero Skowronek, Geschäftsführer des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe (Buss). Eine Sporthalle, Physio- und Ergotherapeuten, dazu eine umfassende psychiatrische Behandlung: Auch Steffen Dannenberg von der Deutschen Rentenversicherung ist beeindruckt: „Hier sind alle aktuellen Erkenntnisse eingeflossen“, betont er.

Rund 200 Gäste feiern mit der Evangelischen Suchtkrankenhilfe MV

Sucht-Therapie begann 1988 in Kassebohm

Die Sucht-Therapie in Rostock begann 1988 in einer Einrichtung in Kassebohm. Es folgte der Wechsel ins medizinische Zentrum in Stadtmitte. 1998 ist die Friedrich-Petersen-Klinik in der Südstadt eröffnet worden. Nach 20 Jahren zog sie nun nach Groß Klein um. Die

Behandlung richtet sich an Alkohol- oder Medikamentenabhängige.

14 Millionen Euro hat die Evangelische Suchtkrankenhilfe Mecklenburg-Vorpommern in den Neubau investiert. 96 Patienten finden hier nun ein Zimmer; hinzu kommen zwölf Betreuungsplätze in der Tagesklinik. Am alten Standort der Friedrich-Petersen-Klinik in der Südstadt konnten nur 76 Patienten untergebracht werden. „Dort lief nach 20 Jahren unser Mietvertrag aus. Gleichzeitig sind neue Therapie-Anforderungen an uns herangetragen worden“, sagt Geschäftsführerin Katrin Kuphal. Und weil auch das Mietverhältnis der Luzin- Suchtklinik in Feldberg an der Mecklenburgischen Seenplatte endete, entschloss sich die Evangelische Suchtkrankenhilfe beide Kliniken in einem eigenen Neubau zu bündeln. „Unser neuer Standort ist nun herrlich dicht an der Ostsee und am Iga-Park“, sagt Kuphal.

Auch die S-Bahn-Anbindung in Groß Klein sei ideal. Schließlich kommen die Patienten nicht nur aus Rostock und Umgebung, sondern sogar aus Sachsen oder Nordrhein-Westfalen angereist, wie Chefarzt Michael Köhnke berichtet. Eine Therapie dauere in der Regel zwölf Wochen. „Die Rehabilitanden sind bereits trocken, wenn sie zu uns kommen“, sagt Köhnke. Es gehe in der Klinik darum, eine möglichst lange Abstinenz und bei Bedarf eine soziale Reintegration zu erreichen. Den Patienten wird daher unter anderem eine berufliche Orientierung inklusive Arbeitserprobung angeboten. Neu ist die Therapiegruppe „Sucht im Alter“.

„Nach einem Jahr sind fast 60 Prozent unserer Rehabilitanden weiter abstinent“, sagt Köhnke. Wie eine Studie belege, schaffen es sogar ein Drittel der Patienten langfristig nicht mehr zur Flasche zu greifen. Köhnke betont: „Wir können keine Wunder vollbringen.“

Knapp 60 Mitarbeiter sind in der neuen Suchtklinik beschäftigt. Sie kümmern sich auch um die körperlichen Leiden, die mit einer Alkoholsucht einhergehen. „Es kommen zum Beispiel Schädigungen an Leber, Bauchspeicheldrüse und dem peripheren Nervensystem vor“, sagt Köhnke. Hinzu kommen psychische Leiden, wie depressions-ähnliche Symptome Für Senator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) ist die Friedrich-Petersen-Klinik nicht mehr aus Rostock wegzudenken. Die Ansiedlung in Groß Klein sei zudem positiv, weil hier eine Brachfläche neu genutzt und aufgewertet worden sei. „Gemeinsam mit dem Ortsbeirat ist es gelungen, Vorbehalte einzelner Anwohner zu entkräften“, so der Senator.

André Wornowski

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