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Neue Wohngebiete: Sanitz setzt auf Zuzug

Sanitz Neue Wohngebiete: Sanitz setzt auf Zuzug

Ein Schandfleck in Groß Lüsewitz wird bebaut. Auf Gelände der ehemaligen Baumschule entstehen Häuser und Wohnungen.

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Alte Stallanlagen, verlassene Technikhallen auf dem ehemaligen Wirtschaftshof mitten in Lüsewitz sollen verschwinden.

Quelle: Fotos: Doris Kesselring/ove Arscholl

Sanitz. Die Gemeinde Sanitz wächst weiter. Gleich drei neue Wohngebiete hat die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung auf den Weg gebracht. Noch 2017 soll mit der Erschließung des „Wiesenblicks“ in Sanitz und des Gebietes „Zum Buchenkopf“ in Groß Lüsewitz begonnen werden. „2018 geht’s dann auf dem ehemaligen Wirtschaftshof in Groß Lüsewitz mit Wohnungsbau los“, kündigt Bürgermeister Joachim Hünecke an. Zunächst müssen Flächennutzungspläne geändert und Bebauungspläne entwickelt werden.

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Ein Schandfleck in Groß Lüsewitz wird bebaut. Auf Gelände der ehemaligen Baumschule entstehen Häuser und Wohnungen.

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Auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule in Sanitz, das die Gemeinde erworben hat, werden laut Hünecke etwa 40 Wohneinheiten entstehen. „Einige Einfamilienhäuser und barrierefreie Wohnungen, die an bestehende in der Nachbarschaft grenzen.“ Südlage und der Blick in die Wiesen weckten lebhaftes Interesse. Die Investoren, die Stäbelower Entwicklungsgesellschaft und die Sanitzer Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft (Saweg), berichten laut Hünecke von einer großen Nachfrage.

Froh sind Gemeindevertreter und Einwohner, dass nun auch ein Schandfleck mitten in Groß Lüsewitz bald verschwindet. Eine Immobilienfirma aus Dargun will den ehemaligen LPG-Wirtschaftshof abreißen und zum Wohngebiet umgestalten. Derzeit bieten die maroden Ställe, heruntergekommenen Garagen, Lagerräume und die alte Tankstelle ein verwahrlostes Bild. „Ein städtebaulicher Missstand“, bemerkt der Bürgermeister, „der hoffentlich bald Geschichte ist.“

Die Nähe zu Rostock und zur Küste, gute Verkehrsanbindung und intakte Infrastruktur machen die Gemeinde als Wohnstandort attraktiv. „Sechs Wohngebiete mit je 50 bis 80 Wohneinheiten und kleinere Wohnanlagen sind seit 1990 entstanden“, sagt Hünecke. Zuletzt wurden im vergangenen Jahr 57 Baugrundstücke „Am Katswall“ verkauft und bebaut. Neben den drei neuen Wohnarealen, die nun entstehen, ist noch ein weiteres am östlichen Ausgang von Sanitz, Sülzer Straße, geplant. „Das werden wir 2018 entwickeln und erschließen“, informiert Hünecke.

5800 Einwohner zählt die Großgemeinde Sanitz heute, die 1997 aus der Fusion von ursprünglich fünf Gemeinden hervorging. „Von der Einwohnerzahl her haben wir einige Kleinstädte in Mecklenburg-Vorpommern längst überholt“, sagt der Bürgermeister, der jedoch kein Stadtrecht anstrebt. „Eine gesunde Gemeinde mit guter Infrastruktur und Finanzkraft ist besser als eine arme, kleine Stadt“, meint er lachend.

Die Gemeinde habe sich 1990 entschieden, nicht Gewerbestandort Nummer eins zu werden, sondern auf Einwohnerentwicklung und damit den Ausbau als Wohnstandort zu setzen. Dafür wurden in den vergangenen Jahren Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungsangebote und eine gute medizinische Versorgung geschaffen. Vier Kindertagesstätten mit insgesamt 520 Plätzen brauchen inzwischen mehr Raum. Das DRK, als Träger einer Einrichtung wird noch 2017 seine Kita erweitern und einen neuen Hort bauen.

Auch die Schülerzahlen steigen. „Sowohl Grund- als auch Regionalschule sollen einen Erweiterungsneubau erhalten“, informiert Hünecke. „Wir warten noch auf Zuwendungen und Fördermittel, dann kann es losgehen.“ 2,8 Millionen Euro sieht das 2016 verabschiedete Entwicklungskonzept der Gemeinde für die Erweiterung der Regionalschule, 2,6 Millionen Euro für die Grundschule vor. In die energetische Sanierung der Kita in Groß Lüsewitz werden 1,2 Millionen Euro investiert. Ein weiteres Großprojekt ist der Straßenbau: Für die Sanierung von Buchenweg und Friedrich-von-Flotow-Ring in Sanitz sind 762000 Euro veranschlagt. „Wir sind derzeit in der Planung für die Förderung“, erklärt Hünecke.

Sechstgrößte Kommune im Landkreis Rostock

17 Orte gehören zur Großgemeinde Sanitz, in der insgesamt rund 5800 Einwohner zu Hause sind. Hervorgegangen ist die Großkommune aus den ehemaligen Gemeinden Groß Lüsewitz, Gubkow, Niekrenz, Reppelin und Sanitz durch den freiwilligen Zusammenschluss im Dezember 1997. Die Gemeindefläche umfasst etwa 8200 Hektar.

Die Gemeinde Sanitz ist inzwischen die sechstgrößte Kommune im Landkreis Rostock. Das Wirtschaftsleben wird durch kleine und mittelständische Betriebe geprägt. 340 Gewerbeanmeldungen gibt es und 48 Freiberufler sind in den Dörfern aktiv.

Doris Kesselring

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