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Neue Zeiten sind angebrochen

Landmarke Neue Zeiten sind angebrochen

Alte Gebäude sind derzeit in der Region groß im Gespräch. Zwei stehen besonders im Blickfeld der Öffentlichkeit: das Jagdschloss in Gelbensande und das Rittergut in Bandelstorf.

In beiden Fällen gibt es drei Hauptakteure: Käufer oder Besitzer, Fördervereine und die Gemeinde.

In Gelbensande geht es schon eine ganze Weile rund zwischen dem Förderverein des Jagdschlosses und dessen Besitzer Dirk Elgert. Zu beider Ehrenrettung muss vorab gesagt werden, dass man sich in Gelbensande für eine besondere Konstruktion entschieden hat. Die Gemeinde hat das Schloss verkauft, aber ein Dauernutzungsrecht an der sogenannten Museumsetage, in der die Geschichte des Jagdschlosses vorgestellt wird. Sie wird vom Förderverein betreut. Das muss zu Komplikationen führen, wenn der eine mit dem Schloss und dessen Restaurant Geld verdienen will, während die anderen den Kommerz sausen lassen und alles auf Kultur setzen. Wie der gemeinsame weitere Weg in die Zukunft aussieht, wird in Gelbensande nun ein Gericht klären. Dann ist es vielleicht vorbei mit mutmaßlich verstopften Kaminen, abgedrehten Wasserleitungen und verscheuchten Gästen.

In Bandelstorf dagegen warten die Käufer von Teilen des Ritterguts darauf, investieren zu können, aber der Förderverein des Ritterguts hat das Anwesen noch nicht wieder an die Kommune übergeben. Da zeichnet sich nun auch Zoff ab. Die Gemeinde klagt auf Räumung, sie hat dem Verein den Pachtvertrag — mit der Pachtsumme von einem Euro — gekündigt und will das Gutshaus als Dorfgemeinschaftshaus nutzen.

Sowohl in Gelbensande als auch in Bandelstorf sind zwei Welten, die in neuen Zeiten aufeinanderprallen. Die Fördervereine mögen sich ganz offensichtlich nicht damit anfreunden, dass die Häuser, die sie einmal betreuten, nun anders genutzt oder zum Teil verkauft werden. Ob eine Verweigerungshaltung ihrem ursprünglichen Anliegen dient — dem Erhalt der Häuser —, ist fraglich. Das Jagdschloss und das Rittergut sind Kulturgut. Aber für ihre Unterhaltung ist Geld notwendig, das die Gemeinden in diesen Zeiten einfach nicht haben.

OZ

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