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Neuer Markt: OZ-Leser wollen die Nordkante

Stadtmitte Neuer Markt: OZ-Leser wollen die Nordkante

Fürs geplante Buch des Verlags „Redieck & Schade“ liegen erste Erinnerungen und Fotos vor. Im November sollen auch Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs vorgestellt werden.

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Lothar Schultz zeigt einen Stich vom Neuen Markt aus dem Jahr 1820 aus seinem Privatarchiv. Vielleicht nicht so, aber doch zum Markt passend, w�nschen sich die OZ-Leser eine Neubebauung.

Quelle: OVE ARSCHOLL

Stadtmitte. In die Diskussion um die Bebauung der Nordseite des Neuen Marktes mischen sich die OSTSEE-ZEITUNG und die beiden Rostocker Verleger Matthias Redieck (55) und Achim Schade (57) mit einem gemeinsamen Buchprojekt ein. Der Aufruf an die OZ-Leser, sich mit Erinnerungen, Meinungen, Dokumenten und Fotos zu beteiligen, hat viel Resonanz gefunden.

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Wir wollen den Platz von der Erstbebauung bis heute vorstellen und so seine Geschichte erzählen.“Mattias Redieck, Verleger

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Lothar Schultz, der heute in Broderstorf lebt, wirbt für die Nordbebauung. „Wir Rostocker kennen den geschlossenen Markt mit dem „Eckenblick“ zur Marienkirche nicht mehr, ich wünsche mir auf jeden Fall eine der Historie angepasste Neubebauung“, sagt Schultz. Und er zeigt einen historischen Stich aus dem Jahr 1820 vom Neuen Markt, der belegt, wie viel Charme ein geschlossener Platz haben kann.

„Auf keinen Fall sollte sich hier an dieser Stelle die neue Zeit mit einem Beton-, Stahl- oder Glasbau präsentieren, dann hätte der Markt kein Gesicht mehr“, nennt er seine Priorität für eine künftige Bebauung.

„Ich bin ein Befürworter der Bebauung der Nordkante“, schreibt Herbert Feichtinger aus Bad Doberan. Er hat ein Foto mitgeschickt, das er im Frühjahr 1959 vom Turm der Marienkirche gemacht hat. Die Häuserzeile in der Steinstraße war gerade im Bau, und der Platz, auf dem heute das Hotel Sonne steht, war noch eine Freifläche.

Anke Leopold aus Kritzmow erzählt, dass die schmucken Giebelhäuser am Neuen Markt in der DDR so gar kein Wohntraum waren. 1986 erhielt ihre Familie durch einen Ringtausch eine Wohnung über der Eisbar, dem heutigen „Alex“. „Wir fühlten uns wie die Könige, so mitten im Leben der Stadt“, berichtet sie. Allerdings seien die drei Fenster zum Markt völlig marode gewesen, sie ließen sich auch nicht öffnen. „Im ersten Winter haben wir eine Decke vors Fenster gehängt, da sich dort ein dicker Eisblock bildete“, sagt sie und schildert den langen mühevollen Weg zu neuen Fenstern. Da diese nicht isoliert waren, heizten sich die Räume im Hochsommer so stark auf, dass „die Butter auf dem eben gedeckten Frühstückstisch in zehn Minuten flüssig wurde“. Bei Weihnachtsmärkten seien die Karussells auf Augenhöhe gewesen. Wegen des Lärms sei man dann immer in die hinteren Räume gezogen.

Der Startschuss für die Bauplanung der Nordkante ist erfolgt: Neben Gewerberäumen, Büros, Wohnungen und einer Rathaus-Erweiterung ist auch eine Tiefgarage unterhalb des Platzes vorgesehen. So der Auftrag der Stadt vor Beginn des städtebaulichen Wettbewerbs. Bis spätestens zum Stadtjubiläum 2018 soll die Grundsteinlegung für die Bebauung erfolgt sein, so dass 2019 alle Häuser fertig sein könnten. Im November sollen erste Ergebnisse wie Gebäudehöhe, Platzierung und Verkehrsführung öffentlich präsentiert werden, bis dann die zweite Wettbewerbsphase mit der konkreten Hausgestaltung beginnt. Für die öffentliche Diskussion zu diesem Vorhaben will das geplante Buch einen Beitrag liefern.

„Wir wollen den Platz von der Erstbebauung bis heute vorstellen, seine Geschichte erzählen und die aktuelle Diskussion zur Bebauung der Nordkante widerspiegeln — ohne dabei etwas zu bewerten“, sagt Mattias Redieck. Als Hauptautoren konnten zwei etablierte Rostocker Historiker, Maren Johansen (43) und Jan-Peter Schulze (49), gewonnen werden. Neben ihnen sollen auch die Leser der OZ mit Beiträgen im Buch vertreten sein.

Buch kommt im Oktober
Mitte Oktober soll das Buch zum Neuen Markt erscheinen, das dann für einen bestimmten Zeitraum exklusiv nur bei der OZ verkauft wird. Außerdem ist es das erste Buch einer neuen Reihe des Verlags Redieck & Schade. Aus Anlass des 800-jährigen Stadtjubiläums im Jahr 2018 legt der Verlag die „Edition Rostock 800 auf“.


Die OZ-Leser sind aufgerufen, sich mit eigenen oder überlieferten Erlebnisberichten, Fotos und Dokumenten, die einen Bezug zu Häusern, Geschäften, Behörden, Ereignissen oder Personen am Neuen Markt haben, zu beteiligen. Einige Beiträge werden ins Buch aufgenommen. Beiträge und Wortmeldungen an: OSTSEE-ZEITUNG, Lokalredaktion Rostock, Richard-Wagner-Straße 1a, 18055 Rostock, oder:

lokalredaktion.rostock@ostsee-zeitung.de.

Thomas Sternberg

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Rostock
In die Diskussion um die Bebauung der Nordseite des Neuen Marktes in Rostock mischen sich die OSTSEE-ZEITUNG und die Rostocker Verleger Matthias Redieck und Achim Schade mit einem gemeinsamen Buchprojekt ein. Daran beteiligte sich unter anderem Lothar Schulz mit einem Stich aus seinem Privatarchiv.

Der Aufruf, sich mit Erinnerungen, Meinungen, Dokumenten und Fotos an einem Projekt der OSTSEE-ZEITUNG und zweier Rostocker Verleger zu beteiligen, hat viel Resonanz gefunden.

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