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Rostock Neues Schuljahr beginnt für die Warnemünder Sonntagsschule
Mecklenburg Rostock Neues Schuljahr beginnt für die Warnemünder Sonntagsschule
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00:00 11.08.2018
Warnemünde

Es geht wieder los: Ab dem 1. September beginnt in Warnemünde das neue Schuljahr. Doch die Schüler gehen nicht zur Grund- oder Realschule. Nein, sie gehen zur Sonntagsschule.

Der „Schulleiter“ Hartmut Voß leitet seit vier Jahren die Sonntagsschule in Warnemünde. Quelle: Foto: Johanna Hegermann

Vor 18 Jahren wurde die Schule vom Leuchtturmverein und dessen damaligem Vorsitzenden Gerhard Lau gegründet. Dieser hat dann vor etwa vier Jahren das Zepter übergeben. Seitdem ist Hartmut Voß der neue „Schulleiter“ der etwas anderen Schule in Warnemünde. „Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, die Geschichte des Heimatortes Interessierten nahezubringen“, sagt Voß. Doch es sei auch eine Möglichkeit, sich über das aktuelle Geschehen in der Stadt und im Seebad zu informieren.

Einmal im Monat findet ein Vortrag von wechselnden „Lehrern“ im Seminarraum des Hotels am Alten Strom statt. Doch obwohl sie Sonntagsschule heißt, findet die Veranstaltung immer an einem Sonnabend statt. Immer in der Zeit von 11 bis 12 Uhr. „Der Begriff hat einen historischen Ansatz“, sagt Voß. In früheren Zeiten, bevor die Schulpflicht eingeführt wurde, hätten viele Kinder in der Woche arbeiten müssen, um ihre Eltern zu unterstützen. Nur an Sonntagen war frei, da das schließlich der Tag der Kirche ist. Deswegen wurden Sonntagsschulen gegründet, um den Kindern das Lesen und Schreiben zu lehren und um ihnen die Bibel näherzubringen.

„Doch heutzutage ist Sonntag kein geeigneter Tag mehr“, erklärt Voß. Denn es sei einfach nicht üblich, dass die Leute am Sonntagvormittag eine Veranstaltung besuchen. „Es gibt auch keinen kirchlichen Rahmen – das ist ein rein gesellschaftlicher Rahmen“, betont Voß.

Als die Sonntagsschule in Warnemünde gegründet wurde, kamen zunächst nur wenige Besucher. Mittlerweile lauschen rund 80 bis 100 Menschen einer Schulstunde. „Es hat sich herumgesprochen, dass wir hier interessante Veranstaltungen haben“, erzählt Hartmut Voß. Nach und nach seien mehr Rostocker darauf aufmerksam geworden. Und es kommen nicht nur Warnemünder, es gebe auch „Schüler“ aus den Neubaugebieten. „Wir haben ein stabiles Stammpublikum.“ Für die sei die Stunde auch ein beliebter Treffpunkt. „Ursprünglich gab es nur geschichtliche Themen, mittlerweile geht es um alles, was in Rostock so passiert“, erzählt Voß. In den Vorträgen werden auch Themen aus Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft den Besuchern vermittelt. Auch in diesem Jahr reicht der Rahmen von „Warnemünde zur Franzosenzeit“ bis zur „Modernen Krebstherapie“.

„Unsere einzige Vortragsreihe zeigt die Geschichte der Warnemünder Bahnhöfe“, so Voß. In diesem Jahr werde Teil vier vorgestellt. Hier geht es um die Geschichte der Eisenbahn zu Zeiten des Ersten Weltkrieges. Auch ein ganz aktuelles Thema werde den „Schülern“ noch einmal vorgestellt: „Die Rekommunalisierung der Wasserversorgung.“

Immer zur ersten Stunde des Jahres wird an die Besucher ein Heftchen mit den gesammelten Vorträgen des Vorjahres verteilt. „Es ist interessant, wenn man in die alten Hefte guckt, wie vielseitig das Wissen in Warnemünde verbreitet wurde.“ Themen wie „Briefmarken in MV“ oder, ob der Verkauf des Ortes Warnemünde an die Stadt Rostock rechtmäßig war, seien bei den Zuhörern besonders beliebt gewesen.

Auch das Verkehrskonzept der RSAG, die Versorgung der Stadt oder Vorträge über das Lotsenwesen seien gut angekommen.

In der Universität werde ein Thema eher wissenschaftlich beleuchtet, hier habe man eine andere Herangehensweise. „Es soll einfach interessant sein und Spaß bringen.“ Schon jetzt beschäftigt sich der „Schulleiter“ mit dem Stundenplan für das nächste Schuljahr. „Wir wollen hier einfach die Möglichkeit geben, sich mit seinem Heimatort näher zu befassen.“

Die Sonntagsschule

Das „Schuljahr“ läuft von September bis März. Es sind nur noch Restkarten erhältlich.

Die Karten sind nicht pro „Schulstunde“, sondern nur als Set für die gesamte Veranstaltungsreihe zu haben. Ein Satz kostet 30 Euro, ermäßigt 15 Euro.

Unterstützt wird die Veranstaltungsreihe durch den Leuchtturm- und den Warnemünde Verein, die Tourismuszentrale und das Hotel „Am Alten Strom“.

Johanna Hegermann

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