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Rostock Neues für das Team im Maschinenraum
Mecklenburg Rostock Neues für das Team im Maschinenraum
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00:05 09.12.2017
Detlef Junge (r.) ist der Vorsitzende des Vereins der Schiffsingenieure zu Rostock, zu seinen Vorgängern zählen Helmut Köstler (l.) und Professor Dr. Harald Kohn (M.). Quelle: Foto: Michael Schissler
Warnemünde

Wenn alle Vorträge gehalten sind, dann ist Zeit für Gespräche und Geselligkeit: Einmal im Quartal treffen sich die Mitglieder des Vereins der Schiffsingenieure zu Rostock zum „Treff Schiffsbetriebstechniker“ im Bereich Seefahrt der Außenstelle Warnemünde der Hochschule Wismar.

Am Donnerstag war es wieder so weit. Thema war diesmal die Lasertechnik und ihre Anwendung in der Schifffahrt. Als Experte trat dabei Professor Dr. Harald Kohn auf. Er beschäftigt sich mit der 3-D-Drucktechnik in Shanghai und in der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt im Rostocker Fischereihafen im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes zwischen China und Deutschland.

Damit dürfte Kohn, der jetzt wissenschaftlich arbeitet, aber lange Jahre zur See gefahren ist und im Maschinenraum gearbeitet hat, wohl unter Fachleuten eine große Bekanntheit haben. Im Verein der Schiffsingenieure kennt ihn jedenfalls jeder: Kohn war Gründungsmitglied, als die Organisation im Jahr 1990 aus der Taufe gehoben wurde und später auch deren Vorsitzender.

Heute bekleidet Detlef Junge dieses Amt – und er kann sich gut an die Aufbruchzeiten erinnern: „Etwa 20 Mann waren wir damals, sechs Wochen später hatten wir schon 60 Mitglieder.“ In den Hochzeiten des Vereins standen 170 in den Mitgliederlisten, „heute sind wir 131“, sagt der Vereinsvorsitzende. Mit der Gründung des Vereins, so Junge, habe man an alte Traditionen angeknüpft. Bereits 1904 habe es solche Vereinigung von Schiffstechnikern gegeben – in Rostock bildete sich seinerzeit eine der ersten. „Und nach der Wende haben wir das wieder gemacht“, fügt Harald Kohn hinzu, „denn in der DDR war das ja nicht erlaubt.“

Die Männer aus dem Maschinenraum haben aber nun ihre Heimat gefunden – und das wissen sie zu schätzen: Gut 40 Techniker aus der Seefahrt waren am Donnerstag gekommen. „Da sind aber auch Kapitäne dabei, Studenten und einfach interessierte Gäste. Denn wir laden zu unserem ,Treff Schiffsbetriebstechniker’ 50 bis 60 Firmen ein“, sagt Detlef Junge.

Im Hinblick auf die Mitgliederzahl könnte sich der Vereinsvorsitzende vorstellen, noch ein paar junge Leute aufzunehmen. „Das aber ist schwer geworden“, sagt Detlef Junge. Grund: „Wir haben in Rostock keine großen Reedereien mehr, deswegen verlassen viele Techniker nach der Ausbildung die Stadt.“

Und noch eins kommt hinzu: „Wer heute zur See fährt und nur kurz bei der Familie ist, der möchte sich dann nicht um Vereinsarbeit kümmern.“ Dabei wären Interessenten in einem recht exklusiven Klub: alle Mitglieder sind Experten auf ihrem Gebiet – und werden oft, wenn sie die Seefahrt aufgeben, wegen ihrer Erfahrungen von der Industrie gesucht.

Doch noch ist der Verein gut aufgestellt und deswegen genießen die Seemänner ihre Plaudereien und Diskussionen nach der Veranstaltung im Studentenclub Sumpf der ehemaligen IHS Warnemünde.

Ausbildung und Sicherheit stehen an erster Stelle

Der Verein der Schiffsingenieure zu Rostock (VSIR) ist eine berufsständische Vereinigung, zu der neben den einzelnen Mitgliedern auch zehn korporative Mitglieder zählen. Das sind Reedereien und Firmen aus der Schiffsbetriebstechnik und der maritimen Zulieferindustrie. Der VSIR will einerseits den Berufsstand fördern und das Fachwissen seiner Mitglieder erweitern, aber auch die Ausbildung des schiffsbetriebstechnischen Nachwuchses unterstützen. Andere Schwerpunkte der Arbeit sind die Schiffssicherheit ebenso, wie der Schutz der maritimen Umwelt. Der „Treff Schiffsbetriebstechniker“

ist nur eine Veranstaltung. Jeden zweiten Donnerstag im Monat gibt es einen Schiffsingenieur-Stammtisch in der Gaststätte „Stralsunder“ in Rostock. Weiter richtet der VSIR alljährlich den Schiffstechniker-Empfang auf der Hanse Sail aus. Die Rostocker pflegen eine gute Zusammenarbeit mit anderen maritimen Vereinen.

Michael Schißler

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