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Nicht zu nass, nicht zu heiß: Kartoffelpreise könnten sinken

GROß LÜSEWITZ Nicht zu nass, nicht zu heiß: Kartoffelpreise könnten sinken

Mit der Ernte 2014 ist Norika zufrieden. Sorgen macht das Russland-Geschäft.

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Die Sortierkräfte Michaela Thee (43) und Jürgen Wilking (54) aus Altenwillershagen arbeiten auf dem Kartoffelroder. Fotos (2): Grit Schreiter

Groß Lüsewitz. Mit der diesjährigen Kartoffelernte in Mecklenburg-Vorpommern ist Tigran Richter, Geschäftsführer der Norex-Norika Exportgesellschaft mbH, zufrieden. „Die Rodebedingungen sind gut: nicht zu nass, nicht zu heiß“, sagt er. Wenn das Wetter so bleibt, geht er von einer „gut durchschnittlichen Ernte“ aus. Der Ertrag sollte über dem von 2013 liegen. Im Vorjahr fiel die Ernte aufgrund des kalten Frühjahrs und des trockenen Vorsommers unterdurchschnittlich aus, die Preise stiegen.

Im Groß Lüsewitzer Betrieb, der Felder unter anderem in Teutendorf und Broderstorf bewirtschaftet, wurden bislang rund 130 Hektar abgeerntet — ein Drittel der Gesamtfläche. „So weit waren wir Ende August selten“, sagt Richter. Wenn sich die Prognose bestätigt, erwartet der Diplom-Meliorations-Ingenieur moderate Preisnachlässe. Mit einem Abschluss der Ernte rechnet er Mitte Oktober.

Gemeinsam mit dem niederbayrischen Unternehmen Saatzucht Firlbeck, mit dem Norex-Mutter Norika eine Vertriebsvereinbarung hat, werden bundesweit rund 3000 Hektar Pflanzkartoffeln angepflanzt. In MV steht davon etwa ein Drittel. Die größere Menge stammt von rund 150 Vermehrungsbetrieben in ganz Deutschland, mit denen die Groß Lüsewitzer Kooperationsvereinbarungen haben.

Tigran Richter ist auch zuständig für den Export der Saatkartoffeln. Das Groß Lüsewitzer Unternehmen hat weltweit Abnehmer: Chips- und Pürreewerke sowie Anbauer von Stärke, -Speise- und Biokartoffeln. Besorgt verfolgt Richter die aktuelle Lage in Russland. Anfang August machte die russische Regierung ihren Markt für Lebensmittelhersteller aus der Europäischen Union dicht. Das Einfuhrverbot sorgte für Unruhe bei ausländischen Investoren.

Für Norika besteht Grund zur Hoffnung: Am 20. August wurde die Sanktion für Saatkartoffeln durch die russische Regierung aufgehoben. „Saatgut gilt offiziell nicht als Lebensmittel“, sagt Richter.

Doch davon haben die Saatgutproduzenten in der EU derzeit wenig. Denn Pflanzkartoffeln sind seit Februar 2013 mit einer zweiten Einfuhrbeschränkung belegt, die pflanzengesundheitliche Ursachen hat.

Damals wurden an der russischen Grenze Kartoffellieferungen aus der EU mit Krankheitserregern registriert. „Daraufhin schickte Russland Inspektoren in die Herkunftsländer, die Stichproben von zu exportierenden Partien gezogen und untersucht hatten“, erklärt Richter. Der Entscheidungsprozess dauerte etwa ein Jahr. So lange wurde nichts ausgeliefert. Im April 2014 gab es eine Marktöffnung — für die untersuchten Partien. In dieser Zeit lieferte Norika 1000 Tonnen nach Russland. „Das war wenig, wir hatten 2500 Tonnen angemeldet“, sagt Richter.

Nun hofft der Geschäftsführer, dass die Europäische Kommission, deutsche und russische Behörden bald ein Lösung finden, die zu einer Aufhebung der pflanzengesundheitlichen Einfuhrbeschränkung führt.

„Wenn wir im April erfahren, wie viel wir liefern dürfen, ist die Verkaufssaison größtenteils vorbei“. Dieses Jahr hatte Norika damit Glück im Unglück: Durch die knappe Ernte 2013 fand die Firma für die für Russland vorgesehene Ware andere Abnehmer. Bei einem guten Ertrag im Vorjahr wäre das schwierig geworden.

 



Grit Schreiter

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Groß Lüsewitz
Kartoffelernte von Norika in Teutendorf (Landkreis Rostock): Michaela Thee (43) und Jürgen Wilking (54) aus Altenwillershagen arbeiten als Sortierkräfte auf dem Kartoffelroder.

Wenn das Wetter so bleibt, erwartet das Unternehmen Norika aus Groß Lüsewitz (Kreis Rostock) Preisnachlässe.

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