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Rostock „Niki“-Pleite: Aida muss 990 Flüge umbuchen
Mecklenburg Rostock „Niki“-Pleite: Aida muss 990 Flüge umbuchen
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19:07 31.01.2018
Ausnahmezustand wegen der „Niki“-Pleite: Im Aida-Kundencenter kümmern sich Josephine Ruml (v. l.), Anna Grüssel, Sylvana Häusler und Svenja Rohde um die Buchungen und Umbuchungen von Flügen. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Ausnahmezustand in der Aida-Zentrale: Die Insolvenz der Fluggesellschaft „Niki“ hält seit Wochen auch die Rostocker Kreuzfahrt-Reederei auf Trab. Der Grund: Aida hatte für fast 35 000 Passagiere Zubringer-Flüge zu den Schiffen bei „Niki“ gebucht. Doch die Airline hebt nicht mehr ab. „Nach der Insolvenz von Air Berlin war die ,Niki’-Pleite sicher die größte Herausforderung für uns in den vergangenen Monaten“, sagt Hansjörg Kunze, der Aida- Kommunikationschef. Seit Mitte Dezember sei ein bis zu 150-köpfiges Team im Kundencenter und in die Transport-Abteilung damit beschäftigt gewesen, neue Flüge für alle Gäste zu buchen.

35.000 Kunden von Aida betroffen

„Unser Kundencenter hat sich per SMS und E-Mail mit allen betroffenen Gästen in Kontakt gesetzt und sie informiert, dass wir an Lösungen arbeiten“, so Dennis Schrahe, Vize-Präsident Transport bei Aida. „Und mein Team hat sich an die Telefone gesetzt. Wir haben europaweit so ziemlich jede Fluggesellschaft angerufen, ob sie noch Flüge für uns übernehmen kann.“ Mit Erfolg: Für „Niki“ sprangen Fluggesellschaften aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden, aus Spanien, England und aus Tschechien ein. Unter anderem wurden von der Lufthansa und SunExpress, von Tuifly und Germania, Eurowings und SmallPlanet KreuzfahrtGäste transportiert. Und auch eine Fluggesellschaft aus MV half Aida in der „Niki“-Not: „Wir haben auch Flüge von ,SundAir’ aus Stralsund durchführen lassen“, sagt Aida-Sprecher Kunze. „Insgesamt 990 Flüge mussten wir neu organisieren. Das wäre ohne das ganze Team gar nicht möglich gewesen“, ergänzt Schrahe.

Mehrkosten trägt allein die Reederei

Die „Niki“-Insolvenz – sie kostet die Rostocker Reederei „enorme Summen“. Denn die Mehrkosten für die neuen Flüge muss die Reederei treffen. Konkrete Summen nennt die Reederei aber nicht. Nur so viel sagt Aida-Sprecher Kunze: „Wenn wir die Probleme nicht gelöst hätten, hätten Zehntausende Urlauber ihre Reise nicht antreten können. Das wäre auch für uns noch viel teurer geworden.“ Aida hätte den Reisepreis erstatten müssen. Von den entgangenen Umsätzen der Urlauber an Bord ganz zu schweigen. Der Schaden hätte in den hohen zweistelligen Millionen-Bereich gehen können.

Andreas Meyer

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