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Noch ist Impfung gegen Grippe sinnvoll

Rostock Noch ist Impfung gegen Grippe sinnvoll

Eine Grippewelle könnte sich innerhalb der kommenden Wochen von Spanien, Frankreich und Belgien aus nach Deutschland ausbreiten. Experten wissen: Die Hansestädter sind nicht ausreichend vor den Influenza-Viren geschützt.

Rostock. Das Gesundheitsamt und die niedergelassenen Ärzte hatten bereits im September zur kostenlosen Grippe-Impfung aufgerufen. Die nutzten jedoch nur die wenigsten. Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes weiß: „Am Ende des Sommers nimmt die Warnungen noch keiner für voll, viele kommen erst, wenn es zu spät ist.“

Auch Prof. Christel Hülße, Direktorin des Landesgesundheitsamtes, erklärt: „Die Rostocker sind leider immer noch zu wenig geimpft. Die meisten Menschen werden erst wach, wenn Sensationsnachrichten durch die Presse gehen.“ Die Krankheit werde häufig unterschätzt: Anders als bei grippalen Infekten, die nach einer Woche abklingen, benötigten Influenza-Patienten häufig drei bis vier Wochen bis zur kompletten Genesung.

Dr. Monika Liebrenz, Ärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde: „Bis jetzt gab es noch keine Fälle, nur schwer behandelbare Infekte.“ Sie rät aber, sich jetzt noch so schnell wie möglich impfen zu lassen. Denn: Innerhalb von 14 Tagen baut das Immunsystem den Schutz gegen die Viren auf. Wenn die Grippewelle dann die Hansestadt überschwemmen würde, wären die Patienten geschützt. Nur hundertprozentig Gesunde dürfen sich immunisieren lassen. Die Zeit sei gerade jetzt günstig, „weil nur wenige momentan krank sind“.

Mareen Quandt ließ sich gestern noch schnell bei Dr. Liebrenz impfen: „Sicher ist sicher!“ Bereits vor Monaten folgte Walter Stenkler dem Appell der Ärzte. „Ist nur ein kleiner Pieks, der aber vielleicht viel hilft“, meint der 71-Jährige, der zu den Risikogruppen gehört. Der Rentner ist Diabetiker und läuft Gefahr, sich besonders schnell mit den Viren zu infizieren ebenso wie Kinder, alte Menschen, Nieren-, Leber- und Herz-Kreislaufkranke sowie HIV-Infizierte. Maja Rantschow (21) dagegen sagt: „Ich bin jung und nicht anfällig für Infekte, deshalb hab ich mich nicht impfen lassen. Außerdem weiß man ja nicht, ob die richtigen Erreger getroffen werden.“



JENNY KATZ

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