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Rostock OB wünscht sich eigenes Schiff für die Sail
Mecklenburg Rostock OB wünscht sich eigenes Schiff für die Sail
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18:42 12.08.2018
Die Hanse Sail ist sein „Kind“: Seit 1991 begleitet Roland Methling das Segelfest in verantwortlicher Position. Dieses Jahr aber zum letzten Mal. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

OSTSEE-ZEITUNG: Herr Methling, Sie sind seit der allerersten Sail im Jahr 1991 dabei – erst als Chef und Mit-Begründer des Hanse Sail-Büros, seit 13 Jahren nun als OB. Wie hat sich „ihr Kind“ entwickelt

Roland Methling: Ganz prächtig! Aus dem „maritimen Volksfest der Deutschen Einheit“ ist das wichtigste Aushängeschild unseres gesamten Bundeslandes geworden - sowohl in der Tourismuswerbung als auch der Wirtschaftsförderung. Und: Die Hanse Sail war und ist Motor für den dauerhaften Erhalt maritimer Traditionen und die Traditionsschifffahrt in Rostock, im Ostseeraum und im Bereich der Hanse.

Das bedeutet was konkret?

Für die Schiffe und ihre Betreiber – oftmals sind das ja ehrenamtlich tätige Vereine – ist die Hanse Sail überlebenswichtig. Rostock bietet nicht nur Gastfreundschaft, sondern wir kümmern uns um das maritime Erbe. Mit den Ausfahrten beispielsweise verdienen die Schiffe Geld, dass sie für ihren Erhalt und Unterhalt brauchen. Von der Sail gehen aber auch viele Initiativen für die Traditionsschifffahrt aus.

Auf welche Entwicklung sind Sie besonders stolz?

Dass die Hanse Sail prägenden Einfluss genommen hat auf die Entwicklung unserer Stadt – vor allem auf die des Stadthafens. Ideen wie die des Rostocker Ovals rund um die Warnow und die einer Bundesgartenschau an der Warnow sind im Hanse Sail-Büro entstanden. Ich bedaure allerdings, dass wir dem Hanse Sail-Verein als Hansestadt Rostock immer noch kein würdiges Zuhause bieten als Gegenleistung für die kolossalen Beiträge, die er geleistet hat. Der Verein hat sein Zuhause noch immer in einem Gebäude am Stadthafen, das im Grund abrissreif ist.

Sie haben praktisch rund um die Uhr während der Sail offizielle Termine. Können Sie das Fest dennoch genießen - und wenn ja: Wo und wie genießen Sie?

Auch offizielle Termine sind für mich keine Last. Ich genieße aber vor allem die vielen Schiffsbesuche, die ich am Sonntag machen will. Und letztlich gilt für mich immer und überall auf der Sail, alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Allerdings vermisse ich den Blick hinter die Kulissen der Sail. Denn gerade die Liebe aller Beteiligten für die Details macht das Fest bei Skippern, Crews und Besuchern so beliebt.

Welches war in den all den Jahren das schönste Sail-Erlebnis für Sie ganz persönlich?

Das war der Anblick der Schiffe am Sonntag zum Abschluss der ersten Sail 1991. Die Flotte tauchte aus dem Dunst vor Warnemünde auf. Das ist für mich bis heute Sinnbild dafür, was wir alle in Rostock aus dem Nichts erschaffen haben.

Warum ist die Sail aus Ihrer Sicht auch nach fast drei Jahrzehnten immer noch so beliebt?

Sie ist das Herz der „maritimen Seele“ Rostocks in Vergangenheit und Gegenwart. Sie hat sich ständig weiterentwickelt – inhaltlich und infrastrukturell, ist heute hochprofessionell organisiert. Und sie ist beliebt, weil wir so viele einbeziehen und noch mehr einbezogen sein wollen.

Sollte die Sail immer so bleiben wie Sie ist oder wünschen Sie sich eine Veränderung?

Die Hanse Sail ist ein perfekter Mix von Schiffen, Markt, Kultur und Rahmenveranstaltungen. Sie ist als „Sommerfest der Deutschen Einheit“ entstanden. Nach drei Jahrzehnten erwächst daraus die Verantwortung für ein Zusammenwachsen weltweit. Dazu gehören die wirtschaftspolitischen Foren, aber auch wie in diesem Jahr die Konferenz der Marinehauptstädte der Welt. Die Hanse Sail kann und sollte noch stärker Bühne für den Austausch zwischen Menschen aus aller Welt sein.

Wie könnte aus Ihrer Sicht der Sail der Zukunft aussehen?

Weiterhin groß und mit der Liebe zum Detail. Aber mein größter Wunsch für Sail wäre ein eigenes Schiff. Lübeck hat die „Lisa von Lübeck“, Wismar die Poeler Kogge – das sind schwimmende Botschafter ihrer Städte. Die Hanse Sail und Rostock haben auch ein eigenes Schiff verdient, dass auf den Meeren und in den Häfen der Welt unterwegs ist und für uns wirbt. Und natürlich sollte dieses Schiff Stammgast bei unserer Sail sein.

Was ist Ihr Geheimtipp für Besucher?

. . . sich die Sail gerade im Stadthafen von allen Seiten anzuschauen und mit den Vorstellungen von 2025 realistisch zu träumen.

Wissen Sie schon, was Sie bei der nächsten Sail machen – so ganz ohne offizielle Termine?

Ich werde einfach mitsegeln und mitfeiern!

Andreas Meyer

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