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Rostock OB wünscht sich ein eigenes Sail-Schiff für Rostock
Mecklenburg Rostock OB wünscht sich ein eigenes Sail-Schiff für Rostock
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00:00 13.08.2018
Stadthafen

Für Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) war die 28. Hanse Sail eine ganz besondere: Zum letzten Mal war er in verantwortlicher Funktion beim größten Traditionsschiff-Treffen der Welt dabei. Nächstes Jahr endet seine Amtszeit, der Kapitän der Sail geht von Bord. Im OZ-Interview verrät er seinen großen Wunsch für die Sail: ein eigenes Schiff für Rostock und das Segelfest.

Roland Methlings letztes Segelfest als „Chef“: Der Sail-Kapitän im Interview

„Die Hanse Sail und Rostock haben auch ein eigenes Schiff verdient – als Botschafter auf See.

Roland Methling (UFR) Oberbürgermeister

Nach Unfall: „Mir“ muss in die Werft

Hanse Sail: Für mehr

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Herr Methling, Sie sind seit der allerersten Sail im Jahr 1991 dabei – erst als Chef und Mit-Begründer des Hanse Sail-Büros, seit 13 Jahren nun als OB. Wie hat sich „Ihr Kind“

entwickelt?

Roland Methling: Ganz prächtig! Aus dem ,maritimen Volksfest der deutschen Einheit’ ist das wichtigste Aushängeschild unseres gesamten Bundeslandes geworden – sowohl in der Tourismuswerbung als auch der Wirtschaftsförderung. Und: Die Hanse Sail war und ist Motor für den dauerhaften Erhalt maritimer Traditionen und die Traditionsschifffahrt in Rostock, im Ostseeraum und im Bereich der Hanse.

Was bedeutet das konkret?

Für die Schiffe und ihre Betreiber – oftmals sind das ja ehrenamtlich tätige Vereine – ist die Hanse Sail überlebenswichtig. Rostock bietet nicht nur Gastfreundschaft, sondern wir kümmern uns um das maritime Erbe. Mit den Ausfahrten beispielsweise verdienen die Schiffe Geld, das sie für ihren Erhalt und Unterhalt brauchen. Von der Sail gehen aber auch viele Initiativen für die Traditionsschifffahrt aus.

Auf welche Entwicklung sind Sie besonders stolz?

Dass die Hanse Sail prägenden Einfluss genommen hat auf die Entwicklung unserer Stadt – vor allem auf die des Stadthafens. Ideen wie die des Rostocker Ovals rund um die Warnow und die einer Bundesgartenschau an der Warnow sind im Hanse Sail-Büro entstanden. Ich bedauere allerdings, dass wir dem Hanse Sail-Verein als Hansestadt Rostock immer noch kein würdiges Zuhause bieten als Gegenleistung für die kolossalen Beiträge, die er geleistet hat. Der Verein hat sein Zuhause noch immer in einem Gebäude am Stadthafen, das im Grund abrissreif ist.

Sie haben praktisch rund um die Uhr während der Sail offizielle Termine. Können Sie das Fest dennoch genießen – und wenn ja: Wo und wie genießen Sie?

Auch offizielle Termine sind für mich keine Last. Ich genieße aber vor allem die vielen Schiffsbesuche. Und letztlich gilt für mich immer und überall auf der Sail, alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Allerdings vermisse ich den Blick hinter die Kulissen der Sail. Denn gerade die Liebe aller Beteiligten für die Details macht das Fest bei Skippern, Crews und Besuchern so beliebt.

Welches war in all den Jahren das schönste Sail-Erlebnis für Sie ganz persönlich?

Das war der Anblick der Schiffe am Sonntag zum Abschluss der ersten Sail 1991. Die Flotte tauchte aus dem Dunst vor Warnemünde auf. Das ist für mich bis heute Sinnbild dafür, was wir alle in Rostock aus dem Nichts erschaffen haben.

Warum ist die Sail aus Ihrer Sicht auch nach fast drei Jahrzehnten immer noch so beliebt?

Sie ist das Herz der ,maritimen Seele’ Rostocks in der Vergangenheit und der Gegenwart. Sie hat sich ständig weiterentwickelt – inhaltlich und infrastrukturell, ist heute hochprofessionell organisiert. Und sie ist beliebt, weil wir so viele einbeziehen und noch mehr einbezogen sein wollen.

Sollte die Sail immer so bleiben wie sie ist oder wünschen Sie sich eine Veränderung?

Die Hanse Sail ist ein perfekter Mix von Schiffen, Markt, Kultur und Rahmenveranstaltungen. Sie ist als ,Sommerfest der deutschen Einheit’ entstanden. Nach drei Jahrzehnten erwächst daraus die Verantwortung für ein Zusammenwachsen weltweit. Dazu gehören die wirtschaftspolitischen Foren, aber auch wie in diesem Jahr, die Konferenz der Marinehauptstädte der Welt. Die Hanse Sail kann und sollte noch stärker Bühne für den Austausch zwischen Menschen aus aller Welt sein.

Wie könnte aus Ihrer Sicht die Sail der Zukunft aussehen?

Weiterhin groß und mit der Liebe zum Detail. Aber mein größter Wunsch für die Sail wäre ein eigenes Schiff. Lübeck hat die „Lisa von Lübeck“, Wismar die Poeler Kogge – das sind schwimmende Botschafter ihrer Städte. Die Hanse Sail und Rostock haben auch ein eigenes Schiff verdient, das auf den Meeren und in den Häfen der Welt unterwegs ist und für uns wirbt. Und natürlich sollte dieses Schiff Stammgast bei unserer Sail sein.

Was ist Ihr Geheimtipp für Besucher?

. . . sich die Sail gerade im Stadthafen von allen Seiten anzuschauen und mit den Vorstellungen von 2025 realistisch zu träumen.

Wissen Sie schon, was Sie bei der nächsten Sail machen – so ganz ohne offizielle Termine?

Ich werde einfach mitsegeln und mitfeiern!

Verletzt wurde niemand – aber: Schon wieder hat es auf der Hanse Sail gekracht. Nach dem Zusammenstoß des Dampfeisbrechers „Stettin“ mit der Fähre „Finnsky“

im vergangenen Jahr hat es in diesem Jahr die „Mir“ erwischt. Am Freitagabend war ein etwa zwölf Meter langes Motorboot gegen das 110 Meter lange Segelschulschiff gefahren. Folge: Im Rumpf der „Mir“ klafft ein gut 20 Zentimeter langer Riss. „Wir alle hatten gehofft, dass der Schaden über Nacht behoben werden kann. Aber das war leider doch nicht möglich“, so Robert Stahlberg, Sprecher der Wasserschutzpolizei MV. Die Berufsgenossenschaft See sprach ein Auslaufverbot aus. Sämtliche Ausfahrten der „Mir“ mussten abgesagt werden – unter anderem eine am Sonnabend mit 200 Gästen. Zur Unfallursache kann die Wasserschutzpolizei noch keine genaueren Angaben machen: „Stand jetzt gehen wir von einem Fahrfehler des Motorbootkapitäns aus“, sagt Stahlberg. „Die ,Mir‘ jedenfalls ist unschuldig. Sie lag fest vertäut am Kai der MV-Werft.“ Alkohol soll bei dem Kapitän des Motorbootes nicht im Spiel gewesen sein. Hanse Sail-Chef Holger Bellgardt reagierte enttäuscht auf die Nachricht: „Die ,Mir‘ ist eines der Schiffe, auf das wir und die Gäste sich besonders gefreut hatten. Dieser Unfall ist einfach nur bedauerlich.“ Eine Debatte über die Sicherheit der Sail sei aber unangebracht: „Dieses Unglück hatte nichts mit der Sail zu tun. Das hätte jeden Tag mit jedem anderen Schiff genau so passieren können.“ Die „Mir“ soll Anfang der Woche zur Reparatur in den Heimathafen St. Petersburg auslaufen.

Sonnabendmittag kenterte im Seehafen ein acht Meter langes Segelschiff. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei soll eine Sturmböe das Boot umgeworfen haben. Die Polizei rettete sechs Segler an Land, ein Schiff des Wasser- und Schifffahrtsamtes richtete das Segelboot wieder auf.

am Interview von Andreas Meyer

Dieser Verbandsliga- Start macht Lust auf mehr. Am Freitag war ich beim Eröffnungsspiel zwischen dem MSV Pampow und dem TSV Bützow. In einer flotten Partie setzte sich der MSV verdient mit 2:0 durch.

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