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OZ-Leser schwelgen in Erinnerung

Stadtmitte OZ-Leser schwelgen in Erinnerung

Tolle Fotos, skurrile und schöne Erlebnisse, historische Ausgaben: Wir sammeln Geschichten unserer Leser

Stadtmitte. 65 Jahre OSTSEE-ZEITUNG, 65 Jahre Zeitgeschehen und Tausende Erinnerungen. Die OZ feiert Geburtstag und unsere Leser feiern mit. Für viele von ihnen ist dies ein Anlass, einen Blick in unsere gemeinsame Vergangenheit zu werfen. Alte Fundstücke, historische Bilder und die wohl jüngste OZ-Leserin: Drei Rostocker berichten von ganz persönlichen Erinnerungen mit ihrer Heimatzeitung.

Ein Fundstück aus alten Zeiten

 

Seit 1958 ist Heinz Burneleit bereits OZ-Abonnent. „Ich interessiere mich für die aktuellen Tagesthemen und vor allem für Sport“, sagt der 85-Jährige aus Lütten Klein. Mit Staunen beobachtet er die Entwicklung in Rostock. „Es ist interessant, was hier alles entstanden ist.“ Als er vor ein paar Jahren seine lederne Aktentasche öffnete, traute er seinen Augen kaum. „Ich habe früher Fußball gespielt. Neben meinen Sportsachen habe ich eine alte Ausgabe vom 3. September 1973 gefunden“, erklärt Burneleit. Unverkennbar die blaue Farbe, die den OZ-Schriftzug umgibt. Doch der Untertitel ist von den heutigen Seiten verschwunden. „Organ der Bezirksleitung Rostock der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands.“ Einer der Artikel dreht sich um eine Messe-Eröffnung: „Leipziger Herbstmesse beweist gewachsene Leistungskraft der DDR.“ Hier wurde unter anderem der „Polski-Fiat 125“ ausgestellt. „So ein Fundstück schmeißt man doch nicht weg“, sagt Burneleit mit Nachdruck. Also hob er die Ausgabe bis heute auf. Selbst hatte er es jedoch noch nie in die Zeitung geschafft – bis jetzt.

Schnappschüsse vom Pressefest

Aus reiner Neugier hat Hans-Joachim Engel den Weg zum Umzug anlässlich des Pressefestes der OSTSEE-ZEITUNG im Jahr 1953 gefunden. „Ich wohnte damals am Burgwall und wollte meinen Fotoapparat ausprobieren“, erinnert sich der 85-Jährige, der heute im Komponistenviertel wohnt. Eine in Dresden produzierte Pouva Start, eine Bakelit-Kamera für Rollfilme im Format sechs mal sechs Zentimeter, hatte er sich zugelegt. „Die gab es 1952 zu den Weltfestspielen“, erklärt Hans-Joachim stolz. An den Umzug an der Marienkirche und das OZ-Pressefest selbst kann er sich gar nicht mehr so richtig erinnern. „Ich war mehr mit meiner Kamera beschäftigt.“

Kein Frühstück ohne seine Zeitung

Für Uwe Barsewitz darf neben seinem Kaffee eines auf keinen Fall beim Frühstück fehlen: Seine OSTSEE-ZEITUNG: „Wenn die Zeitung nicht morgens auf dem Tisch liegt, ist das Frühstück eigentlich gelaufen“, sagt der 67-Jährige. Wenn die aktuellen Nachrichten gelesen sind, freue er sich besonders darauf, gemeinsam mit seiner Frau das Kreuzworträtsel zu lösen.

Seit 57 Jahren begleitet ihn schon die Zeitung. „Als ich zehn Jahre alt war, wurden wir für einen Bericht über das Maifest fotografiert.“ Seine Klasse stellte Artisten und Sportler dar. Am nächsten Tag berichtete die OZ darüber. „Mein Schulfreund und ich sind als Boxer und Gewichtheber gegangen. Meine Mutter war mächtig stolz“, erzählt Barsewitz. Das Bild vom Mai-Umzug hat er gut verwahrt.

Damals lebte er noch in Greifswald. Auch nach dem Umzug nach Rostock blieb er der Zeitung treu. Im März 1973 hat er seine Frau geheiratet. Im September desselben Jahres zogen sie in ihre erste gemeinsame Wohnung. Sofort wurde die OZ abonniert. „Wir waren so stolz auf die Wohnung und wollten, dass jeden Tag jemand etwas mit unserer Adresse in unseren Briefkasten wirft.“ Mittlerweile wohnt Barsewitz mit seiner Frau in Petschow bei Dummerstorf. Und die Zeitung bekommt er noch immer täglich.

Auch seine Enkelin hat der 67-Jährige mit der Zeitung vertraut gemacht. „Unsere Enkeltochter Leoni hat schon früh die OZ ,mitgelesen’“, sagt er lächelnd. Schon als Kleinkind habe sie alles in die Hand genommen, geblättert und mit den Seiten geknistert. „Das waren ihre ersten Begegnungen mit Medien.“ Wenn sie interessante Bilder darin fand, mussten die Großeltern ihr genau erklären, was dort berichtet wurde. „Heute ist sie fast 13 Jahre alt und hat ihre eigene Meinung dazu.“

Johanna Hegermann und Thomas Niebuhr

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