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Ökostrom für 8500 Haushalte: Erster Bauabschnitt fast fertig

STÄBELOW Ökostrom für 8500 Haushalte: Erster Bauabschnitt fast fertig

Die Firma Eno Energy aus Rerik errichtet einen Windenergiepark in Stäbelow. Die fünfte Anlage in Stäbelow soll in Kürze montiert werden.

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Rainer Magdowski ist Projektentwickler bei Eno Energy. Am Windpark in Stäbelow hat er mitgearbeitet.

Quelle: Jens Barkhorn

Stäbelow. Von Weitem sind sie gut sichtbar, die Windräder in Stäbelow. Vier Anlagen drehen sich schon, in Kürze soll die fünfte hinzukommen. Insgesamt können die Windräder dann bis zu 8500 Haushalte im Jahr versorgen. „Im Prinzip arbeiten wir am Windpark seit 2009, zwei Jahre später wurde dann das Windeignungsgebiet ausgewiesen“ sagt Rainer Magdowski, Projektentwickler von Eno Energy. Die Firma mit Sitz in Rerik baut und betreibt die Anlagen nördlich von Stäbelow. Zeitlich halte sich alles im Rahmen: „Es gibt auch Windparks mit zehn Jahren Bauzeit, manche sind aber auch nach zwei Jahren fertig.“

Das Fundament für das fünfte Windrad ist bereits gegossen. „Am Freitag sollen die Arbeiten am Turm beginnen“, informiert Sprecher Andreas Jessel. Mehrfach war die Fertigstellung verschoben worden.

Oftmals wegen der Wetterbedingungen, zuletzt aber wegen der Windkraftanlage selbst, wie Magdowski erklärt: „Sie befand sich schon in Produktion, dann wollte sie aber ein Kunde ganz schnell haben.“

Weil Eno Energy selbst auch Betreiber des Windparks in Stäbelow ist, habe man so den Zeitverzug in Kauf genommen.

Nun aber soll der erste Bauabschnitt vollendet werden. Die Rotorblätter für das Windrad befinden sich bereits auf der Baustelle. Von den Materialien allein sei die Fertigstellung aber nicht abhängig, sagt Rainer Magdowski: „Man muss auch immer einen Kran zur Verfügung haben, der groß genug ist. Das ist für uns ein Nadelöhr.“ Die Anlagen selbst erreichen eine Höhe von knapp 125 Metern. Das größte Ausmaß erreicht ein Windrad bei der sogenannten Tip-Höhe — dort steht ein Rotorblatt am höchsten Punkt. Etwa 170 Meter sind es bei den Anlagen in Stäbelow.

Diese liegen aber nicht nur in dieser Gemeinde. Zwei Windräder befinden sich auf Satower Gebiet. Und das soll noch nicht alles sein. „Vielleicht kommt dort noch ein drittes hinzu“, sagt Projektentwickler Magdowski. Es wäre dann Nummer sechs im Windpark. Zudem sollen in einem zweiten Bauabschnitt sechs weitere Anlagen gebaut werden. „Das hängt aber davon ab, wie die Genehmigungen eintrudeln“, sagt Magdowski. Die Fachgutachten seien am zeitaufwendigsten. Dazu müssten verschiedene Stellen mit einbezogen werden, darunter die Luftfahrt. „Und das ist nur eine von insgesamt 20 Institutionen“, erklärt Magdowski.

Wenn ein Windrad fertiggestellt ist, befindet es sich fast das ganze Jahr im betriebsfähigen Zustand — was nicht heißt, dass es sich auch die ganze Zeit dreht und Strom produziert. „Sie sollen effizient sein“, so Magdowski. Das ist eine Anlage ab einer Windgeschwindigkeit von drei Metern pro Sekunde. Dies misst ein Sensor auf dem Maschinenhaus, der sogenannten Gondel. Auch die Windrichtung wird dadurch ermittelt. Je nachdem richtet sich die Gondel aus.

Alle Windenergieanlagen werden von der Zentrale in Rerik überwacht und auch ferngesteuert. „Damit können wir Fehlermeldungen sehen und die Anlagen anhalten“, sagt Magdowski. Bei größeren Problemen muss dann aber doch ein Monteur zum Windrad fahren und auf die Gondel steigen. Die 125 Meter muss er dann aber nicht zu Fuß zurücklegen. „Es gibt in den Türmen einen Drahtgitterkorb als Aufstiegshilfe“, so Magdowski. „Die meisten Monteure sind aber in der Regel schneller als der Aufzug.“

Schweres Gerät

65 Tonnen wiegt ein Maschinenhaus (Gondel). Auf rund acht Tonnen kommt ein Rotorblatt. Das Gesamtgewicht des Turmes beträgt über 300 Tonnen.
Insgesamt wiegt der oberirdische Teil einer Windkraftanlage in Stäbelow als 400 Tonnen. Hinzu kommen noch zirka 1100 Tonnen für den Beton des Fundaments, 50 Tonnen Bewehrungsstahl sowie das Gewicht der Rammpfähle und der Bodenauffüllung.

1700 Haushalte können versorgt werden, wenn eine Anlage im Jahr 6000 Megawattstunden produziert.

 



Jens Barkhorn

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