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Offenes Denkmal: Erinnern an den Stasi-Knast

Stadtmitte Offenes Denkmal: Erinnern an den Stasi-Knast

Der Bundesbeauftragte Roland Jahn eröffnet am Sonntag eine Ausstellung.

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Die ehemalige Untersuchungshaftanstalt der DDR-Staatssicherheit in Rostock ist heute eine Dokumentations- und Gedenkstätte.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Die ehemalige Untersuchungshaftanstalt der DDR-Staatssicherheit ist heute eine Gedenk- und Dokumentationsstätte. Zum Tag des offenen Denkmals können Besucher sich dort umsehen.

Erbaut wurde die Einrichtung Ende der 50er Jahre als ein Ort der Unterdrückung Andersdenkender. Bis 1989 erlitten in durchschnittlich vier bis sechs Monaten 4800 Frauen und Männer qualvolle Wochen in der ehemaligen DDR-Haftanstalt. Auch May-Britt Krüger erlebte dort die drei beschwerlichsten Monate ihres Lebens.

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Die ehemalige Untersuchungshaftanstalt der DDR-Staatssicherheit in Rostock ist heute eine Dokumentations- und Gedenkstätte.

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„Bis heute kann ich nicht in Fahrstühle steigen, weil ich in engen Räumen immer an meine Zelle erinnert werde“, erzählt die 47-Jährige. Am 10. August 1989 wurde sie inhaftiert. Die Tatvorwürfe:

Beihilfe zur Republikflucht und Versuch der Republikflucht. Dafür drohten der damals 23-jährigen Frau drei bis vier Jahre Haft im Zuchthaus Bautzen.

Aber die Rostockerin hatte Glück im Unglück. Dank der Amnestie durfte sie, ohne verurteilt worden zu sein, die U-Haft am 31. Oktober desselben Jahres verlassen. „Ich musste dafür unterschreiben, dass ich gute Haftbedingungen gehabt hätte.“ Heute hat die ehemalige Haftanstalt noch immer große Bedeutung für May-Britt Krüger. „Die Geschichte ist der Spiegel der Gesellschaft, der Menschen“, sagt sie.

„Ich möchte den Menschen meine Geschichte näherbringen, damit besonders jüngere Generationen die DDR-Zeit verstehen.“ Das fällt ihr jedoch nicht immer leicht. „Bei meinem ersten Besuch in der Gedenkstätte bin ich zusammengebrochen.“

Um auch über andere ehemalige Inhaftierte und über die Rolle der Stasi als Stütze der SED zu informieren, öffnet die Gedenkstätte am Sonntag einmal mehr ihre Türen. Zusätzlich zu der ständigen Ausstellung zur Wirkungsweise der Stasi präsentiert sie dann auch eine neue Sonderausstellung „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale“. Zur Eröffnung dieser erstmals gezeigten Ausstellung spricht am Sonntag um 11 Uhr der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn. Um den Gefängnisaufenthalt so unbeschadet wie möglich zu überstehen, haben Häftlinge Strategien der Selbstbehauptung entwickelt. Zu diesem Thema wird Tobias Wunschik, Mitarbeiter der Behörde des Bundesbeauftragten mit dem Schwerpunkt Strafvollzug und politische Gefangene in der DDR, sprechen. Er steht anschließend auch für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Außerdem können Besucher der Dokumentationsstelle am Sonntag auch einen Antrag auf Akteneinsicht stellen.

Am Tag des offenen Denkmals offen
Geöffnet sind:

Peter-Weiss-Haus, Doberaner Straße; Marienkirche, Am Ziegenmarkt 4;

Kuhtor, Hinter der Mauer 2; Kröpeliner Tor, Kröpeliner Straße 50, Kloster zum Heiligen Kreuz, Klosterhof 7; Hornscher Hof, Beim Hornschen Hof 6; Hausbaumhaus , Wokrenter Straße 40; Galerie Arppe, Heiligengeisthof 45; Evangelische Kirche Warnemünde, Kirchenplatz; Ehemalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt, Hermannstraße 34b;

Fischerhaus, Alexandrinenstraße 31; Ehemalige Ausspanne, Beginenberg 2; Botanisches Institut, ehemalige „Villa Schatz“, Doberaner Straße 143; „Villa Martens“, ehemaliges Konservatorium, Schillerplatz 2; Wohn- und Geschäftshaus, Koßfelderstraße 1, Speicher und Sudhaus der ehemaligen Voß'schen Brauerei, Wollenweberstraße 62.

 

Carolin Assmann

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