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Rostock Ohne Saft: MV ist noch kein Land zum Laden
Mecklenburg Rostock Ohne Saft: MV ist noch kein Land zum Laden
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21:46 18.05.2017
Um das Elektroauto in Warnemünde zu laden, musste Jörg Westphal sich an der Stadtwerke-Säule einmalig registrieren. Das Laden ist dafür hier kostenfrei. Quelle: PRIVAT
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Warnemünde/Wustrow

Wenn Elektroauto-Tester Jörg Westphal von der Arbeit nach Hause kommt, schließt er seinen Stromer sofort an die Steckdose (220 Volt) in der Garage an, um ihn über Nacht aufzuladen. „Denn ich habe es noch nicht geschafft, ihn einmal richtig vollzuladen. Das höchste war 277 Kilometer Reichweite, laut VW sollen es 300 sein“, sagt der 54-Jährige. Sein größtes Problem mit dem E-Auto war in den vergangenen Tagen das Aufladen des Akkus. Anders als bei Tankstellen, die es wie Sand am Meer gibt, sind die Möglichkeiten für E-Mobilisten in MV rar gesät. Von Schnelllademöglichkeiten ganz zu schweigen.

Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft gibt es 78 öffentliche Ladepunkte im Nordosten. Das Problem: Eine vollständige, einheitliche Übersicht existiert nicht. Es gibt verschiedene Internetseiten, Navigationssysteme und Handy-Apps, die die Ladestationen im Land auflisten. Deren Ergebnisse stimmen aber nur teilweise überein.

„Das Ladenetz ist sehr unzufriedenstellend. Hinzu kommt, dass nicht an allen Ladepunkten ein schnelles Aufladen in weniger als einer Stunde möglich ist. Da muss aus Verbrauchersicht noch viel getan werden, um den Elektroantrieb attraktiver zu machen“, schätzt Hans Duschl, ein Sprecher des ADAC Hansa, ein.

Schwierig ist aus Sicht eines E-Auto-Anfängers auch, den Überblick über die Ladesituation zu behalten. So gibt es je nach Fahrzeug unterschiedliche Steckertypen und Ladekartensysteme an den Stationen. Nicht jede Station ist also für jeden Anschluss geeignet. Auf der Webseite www.goingelectric.de kann der Nutzer bei der Suche nach einer Stromtankstelle beispielsweise zwischen 27 Steckerarten wählen. Dazu kommen unzählige Anbieter, die die Säulen betreiben, mit verschiedenen Zahlsystemen. Bei vielen muss man sich einmalig registrieren oder eine Kundenkarte erwerben. „Ich möchte natürlich am Ende keine 15 Karten im Portemonnaie haben, um laden zu können“, sagt der Wustrower Tester.

Positiv ist ihm allerdings aufgefallen, dass beispielsweise die Warnemünder Ladestation am Kirchenplatz kostenlos ist. Betreiber sind dort die Stadtwerke Rostock, die insgesamt drei öffentliche Stromtankstellen in der Hansestadt in Betrieb haben und vier weitere planen.

An einem Großteil der öffentlichen Säulen kostet das Laden landesweit bisher kein Geld. An Bezahl-Standorten variieren die Preise derzeit je nach Steckerart und Schnelligkeit: Von 0,015 Cent die Minute fürs langsame Laden bis zu 36 Cent die Minute bei Schnelllade-Option ist alles dabei.

Virginie Wolfram

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