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Personalnot im Rostocker Amt wird für Kita-Eltern teuer

Rostock Personalnot im Rostocker Amt wird für Kita-Eltern teuer

Rostocker Eltern bekommen die Personalprobleme im Senatsbereich von Steffen Bockhahn (Linke) zunehmend zu spüren. Weil im Gesundheitsamt Ärzte fehlen, verzögern sich Einschulungsuntersuchungen.

Rostock. Rostocker Eltern bekommen die Personalprobleme im Senatsbereich von Steffen Bockhahn (Linke) zunehmend zu spüren. Weil im Gesundheitsamt Ärzte fehlen, verzögern sich Einschulungsuntersuchungen. Und: Kita-Eltern müssen möglicherweise mehrere hundert Euro Gebühren nachzahlen. Weil das zuständige Amt latent unterbesetzt ist, konnten Verträge zwischen der Stadt und mehreren Kita-Betreibern bisher nicht abschließend ausgehandelt werden.

Sozialsenator Bockhahn räumt die Personalprobleme im Amt für Jugend und Soziales ein — speziell dort, wo die Kosten für Eltern und Stadt mit den 32 Trägern von 89 Kindertagesstätten verhandelt werden. Die personelle Ausstattung in diesem Bereich bezeichnet Bockhahn in einer Antwort auf eine Anfrage der Fraktion Rostocker Bund als „nicht ausreichend“. Hinzu kämen krankheitsbedingte Ausfälle, die bei der Vielzahl der anstehenden Verhandlungen nicht mehr kompensiert werden könnten, heißt es weiter.

Sven Klüsener, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo), kann das nicht gelten lassen. Laut Gesetz müsste die Kommune ausreichend Personal dafür beschäftigen. Das sei eine Pflichtaufgabe. „Die Eltern sind die Leidtragenden“, sagt Jürgen Richter, Vorstandschef des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Für zehn Einrichtungen musste das DRK die Schiedsstelle anrufen. Das heißt: Die Eltern müssen, wenn die Stadt die Ergebnisse akzeptiert, rückwirkend zum 1. Juli 2015 nachzahlen. Für den Krippenplatz wären das durchschnittlich 30 Euro pro Monat, für den Kindergarten 16 Euro, rechnet Richter vor. „Das wird zu Unmut bei den Eltern führen.“ Damit rechnet auch Sven Klüsener. Die Mütter und Väter seien jedoch informiert, welche Steigerungen und möglichen Nachzahlungen auf sie zukommen könnten. Gegenwärtig liegen die Verfahren für alle Awo-Kitas bei der Schiedsstelle des Landes.

„Es ist nicht so, dass es in dieser Zeit keine Verhandlungen gibt“, versichert Steffen Bockhahn. Mit einigen Trägern sei eine Einigung erzielt worden, in sechs Fällen wird verhandelt und zehn Verfahren liegen bei der Schiedsstelle. Bockhahn verteidigt den Kurs, die von den Trägern angegebenen Kosten genau zu prüfen. „Wenn ein Platz zu teuer ist, zahlen das auch die Eltern“, sagt er.

Als „katastrophal“ bezeichnet Bockhahn die krankheitsbedingten Ausfälle im Gesundheitsamt. Mit Ärzten im Ruhestand oder zusätzlichen Stunden von Teilzeitkräften soll entgegengewirkt werden. Dennoch:

Bis Mitte Juni würden sich die Schuleingangsuntersuchungen vermutlich hinziehen. Mit Folgen für die Eltern, räumt Bockhahn ein. Sie wissen zum Teil nicht, ob ihr Kind auch auf die gewünschte Schule kommen kann. „Die verbindlichen Zusagen kommen erst nach Abschluss der Untersuchung“, sagt der Senator. Erst dann wisse man, wie bei besonders begehrten Schulen umverteilt werden müsse und welche Kinder vielleicht noch zurückgestellt werden. Der Anteil der Rückstellungen in den vergangenen drei Jahren betrug in der Hansestadt Rostock laut Bildungsministerium vier Prozent.

Stadt verhandelt Kosten für 89 Kitas von 32 Trägern

26 Prozent der Kosten für einen Platz in Krippe, Kindergarten und Hort trägt das Land. Den Rest teilen sich Kommune und Eltern. Bei einem Drittel aller Kinder übernimmt die Stadt Rostock laut Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) auch den Elternanteil, weil diese nicht zahlen könnten. Für jede der 89 Kindertagesstätten werden die Kosten einzeln verhandelt.

Von Thomas Niebuhr

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