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Rostock Petriviertel: Neubauten hielten Hochwasser stand
Mecklenburg Rostock Petriviertel: Neubauten hielten Hochwasser stand
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07:48 17.10.2017
In den späten Abendstunden am Mittwoch des 4. Januar sorgte Sturmtief „Axel“ in Rostock für überschwemmte Straße, betroffen war vor allem die Altstadt. Auch der Gerberbruch stand teilweise unter Wasser. Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Rostock

Die Saison der Herbststürme steht bevor, und dann werden im Petriviertel wieder die Blicke auf die Pegelstände der Warnow gerichtet sein, angstvoll bei manchen. Noch allzu gut ist die Erinnerung an den 4. Januar, als das neue Wohnviertel die erste Hochwasser-Bewährungsprobe überstehen musste. Im wesentlichen funktionierte die Vorsorge. Welche Lehren die Stadt dennoch ziehen muss, darüber sprach Umweltsenator Holger Matthäus (Bündnis 90/Grüne) gestern mit Bewohnern des Viertels. Der Titel der Veranstaltung: „Nach der Flut ist vor der Flut“.

„„Es gab nicht mal im Ansatz eine Gefahr für unser Gebäude. Die Tiefgarage vom Petrihof war dicht. Da kam kein Tropfen durch.“Thomas Paulus WG Warnow, Abteilung Technik
„„Es zeigt sich, dass alle neuen Gebäu- de hochwasserfest sind und alle alten nicht. Wir müssen sehen, was die Stadt machen kann.“Holger Matthäus (Grüne) Bau- und Umweltsenator

Eine wesentliche Erkenntnis für Holger Matthäus: „Alle neuen Gebäude sind hochwasserfest, alle alten nicht.“ So fragte er vor allem die Besitzer der Häuser im Fischer- und im Gerberbruch, welche Maßnahmen denn die Stadt noch ergreifen müsste. Sie hätten noch Glück gehabt, erzählt eine Frau. Ein um 15 Zentimeter höherer Pegel und die Tiefgarage wäre voll gelaufen. Sie kritisierte vor allem mangelnde Informationen, wo in solchen Fällen Sandsäcke bei der Feuerwehr zu bekommen sind. Ein Bewohner aus dem Gerberbruch bemängelte, dass während des Hochwassers das Abpumpen des Schmutzwassers nicht funktionierte, obwohl das eigentlich über ein eigenes System funktionieren sollte. Was nütze es, die Häuser von außen zu schützen, wenn das Wasser von unten komme. Leo Jankowski wohnt auch im Gerberbruch. „Wichtig ist, dass die Bewohner rechtzeitig informiert werden.“

Außerdem kritisierte er, dass die Straßen wärend des Hochwassers nicht gesperrt wurden und außerdem die Schranke im Fischerbruch nicht mehr vorhanden sei. Matthäus und seine Mitarbeiter versprachen, sich gezielt um die genannten Kritikpunkte zu kümmern.

Dass das Hochwasser vom Januar den Neubauten im Petriviertel nichts anhaben konnte, bestätigte Thomas Paulus, Abteilungsleiter Technik bei der WG Warnow. Die Wohnungsgenossenschaft hat den Petrihof mit mehr als 100 Wohnungen errichtet. „Die Tiefgarage war dicht, da kam kein Tropfen durch“, berichtet Paulus von den ersten Hochwasser-Erfahrungen. Es sei vorher zudem genügend Zeit gewesen, um sich auf die Situation einzustellen. „Es hat nicht mal im Ansatz eine Gefahr für das Gebäude gegeben. Pakete mit Sandsäcken habe die WG Warnow übrigens dennoch gebunkert. Im Notfall müssten die dann eben mit Sand vom Spielplatz gefüllt werden.

Die Stadt hatte sich bei den Planungen für das Petriviertel bewusst entschieden, an dieser Stelle auf Schutzwände oder ähnliches zu verzichten. Wer dort bauen wollte, musste aber Schutzmaßnahmen gegen das Hochwasser einplanen.

Der Pegel lag im Januar bei 1,68 Meter über Normal, erläutert Ronny Schmidt aus dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt. Das fällt unter die Kategorie schwere Sturmflut, die statistisch alle zehn Jahre auftritt. Die neuen Häuser sind aber für 200-jährige Ereignisse mit 2,50 Metern plus 50 Zentimeter Zuschlag für den Klimawandel ausgelegt. Aber auch das sei keine Garantie, so Schmidt. Entscheidend für Schäden an Gebäuden sei auch die Dauer des Hochwasser und die war im Januar relativ kurz. Seit den Überschwemmungen von 2011 arbeite Rostock daran, den Hochwasserschutz zu verbessern, erläutert Holger Matthäus. Eins ist aber klar: „Wir können nicht alle gleich schützen.“

Thomas Niebuhr

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