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Rostock Pflanz in den Mai: Campusgarten wird eingeweiht
Mecklenburg Rostock Pflanz in den Mai: Campusgarten wird eingeweiht
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00:41 02.05.2018
Juliane Bäthge (v.r.) wurde beim Bauen und Bepflanzen der Hochbeete unter anderem von Tochter Freya und Masterstudent Leo Gottschalck unterstützt. Die Pflanzen wurden von Kleingartenanlagen gespendet, die kurz vor dem Abriss stehen. Quelle: Foto: Pauline Rabe
Südstadt

Bunte Blumen, frische Kräuter und selbstgezogenes Gemüse: Der Innenhof des Instituts für Biowissenschaften wirkt wie eine grüne Oase inmitten des betongeprägten Bildes der Südstadt. Zwei Jahre lang arbeitete die Hochschulgruppe der Naturschutzjugend (Naju) an der Umsetzung eines Campusgartens an der Universität Rostock. „Nun ist es soweit“, freut sich Juliane Bäthge. Mit dem Ernten der frisch gewachsenen Kresse weiht das Organisationsteam heute ab 16 Uhr die Hochbeete in der Albert-Einstein-Straße 3 ein. Interessierte sind willkommen.

„Die Idee zur Begrünung der Südstadt kam mir schon zu Beginn meines Studiums“, erinnert sich die 29-Jährige. Damals wurden gerade Kleingartenanlagen für die neue Physik abgerissen. „Es blieben Blumen zurück, die ich dann auf den Innenhof des Instituts umgepflanzt habe.“ Lange standen diese jedoch nicht. Als Jahre später dann die Idee des Campusgartens aufkam, wollten Bäthge und ihre beiden Mitstreiter strukturierter an die Sache herangehen. „Wir fragten erst einmal beim Baudezernat nach unseren Möglichkeiten, und es stellte sich heraus, dass wir ein Konzept benötigten“, erklärt die Uni-Absolventin. Gesagt, getan – und das Projekt nahm 2016 langsam seinen Lauf.

„Unsere Planungen beinhalteten ursprünglich nicht nur den Campusgarten, sondern auch die Bepflanzung einiger Grünstreifen und -flächen“, erzählt Bäthge weiter. Doch diese wurden vom Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) nicht genehmigt.„Zuerst waren wir darüber natürlich enttäuscht. Mittlerweile sind wir dankbar, dass wir überhaupt etwas auf die Beine stellen dürfen.“

Die Bedingungen lauteten wie folgt: Der Campusgarten muss mobil und innerhalb einer Woche abbaubar sein. Deshalb entschied sich die Naju-Hochschulgruppe für Hochbeete. „Für den Bau dieser wurden uns Paletten geschenkt. Aus diesen entstanden gleich noch einige Sitzgelegenheiten“, erzählt Meeresbiologiestudent Leo Gottschalck. Neben der Mobilität muss außerdem gewährleistet sein, dass der Garten selbst bewirtschaftet wird. „Dafür gibt es schon einige Patenschaften mit Studierenden, Mitarbeitern und dem Fachschaftsrat der Biologie.“ Mitmachen dürfe jeder, der möchte. Die Beete selbst wurden zudem mit einem Bewässerungssystem ausgestattet. „Jeder Kasten verfügt damit über seinen eigenen Wasserspeicher“ erklärt Gottschalck und zeigt ein Rohr, welches tief in die Erde hineinragt. In den Palettenkästen wachsen die verschiedensten Pflanzen heran. „Hinter unserem Institut werden gerade wieder Gärten abgerissen. Dort haben wir Spenden für die erste Bepflanzung erhalten“, sagt Bäthge.

Zusätzlich zum Wunsch den Südstadtcampus zu begrünen, spielte auch der Erholungsfaktor bei den Planungen eine Rolle. „Mitarbeiter und Studierende sollen sich in gemütlicher Atmosphäre in der Pause entspannen können.“ Bisher habe niemand das in dem betonierten Innenhof getan. Das seien aber nicht die einzigen Gründe. „Wir kritisieren weiter, dass so viele Gärten abgerissen werden, oftmals aber nichts im Ausgleich dafür getan wird“, betont Bäthge. Die 29-Jährige würde sich wünschen, dass Projekte wie der Campusgarten schon von alleine in Baupläne integriert werden. „Wird nichts bepflanzt, verstärken wir das akute Problem des Insekten- und Singvogelsterbens.“ Deshalb soll das Projekt auch als Modell für die Schaffung von Lebensraum dienen.

Gemeinsam gärtnern auf dem Südstadtcampus

Urban Gardening ist die meist kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen. Die Hochschulgruppe der Naturschutzjugend (Naju) Rostock setzt sich seit zwei Jahren für einen Campusgarten in der Südstadt ein.

5 Hochbeete stehen seit Mitte April im Innenhof des Institutes für Biowissenschaften. Die Pflege der Pflanzen läuft über Patenschaften. Wer mitmachen möchte, kann sich unter campusgarten@systemausfall.org melden.

Pauline Rabe

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