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Rostock Pflege-Tagegeldversicherung bei Familien gefragt
Mecklenburg Rostock Pflege-Tagegeldversicherung bei Familien gefragt
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23:36 19.04.2013
Rostock

Für die seit Januar staatlich geförderte Pflege-Tagegeldversicherung haben in Deutschland rund 20 der 36 privaten Krankenversicherer Angebote erstellt. „In der Praxis fällt das Interesse der unter 30-Jährigen gegenwärtig noch sehr gering aus. Dagegen ist die Resonanz bei Familien und den älteren Bürgern deutlich spürbar“, erklärte Uwe Johannßon vom Verband der privaten Krankenversicherung am Freitag.

Für Erwachsene, die noch keine Pflegestufe haben, gibt es seit Januar die staatlich geförderte Pflege-Tagegeldversicherung. Macht der sogenannte Pflege-Bahr aber tatsächlich Sinn? Welche Gesundheitsfragen sind aktuell zu beantworten? Was leisten Krankenzusatzversicherungen wirklich?

Es gab am vergangenen Donnerstag eine Vielzahl von Leserfragen beim großen OZ-Telefon-Forum zum Thema „Krankenversicherungen“. Wiebke Cornelius (39) von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland, Beratungsstelle Rostock, die Rostocker Rechtsanwältin Birgit Michaelis-Seegers (40), Pressesprecher Markus Juhls (47) von der AOK Nordost und Uwe Johannßon (63) vom Verband der privaten Krankenversicherung standen Rede und Antwort. Hier zwei wichtige Probleme und die Antworten.

Frage: Kann ich mehrere Pflege-Bahrs abschließen, um auf eine höhere Versicherungssumme zu kommen? Die 600 Euro in Pflegestufe III bringen wirklich nicht viel. Wegen gesundheitlicher Probleme bekomme ich keine normale Police.

Antwort: Mehrere geförderte Pflege-Zusatzversicherungen abzuschließen, ist nicht möglich. Spätestens bei der Beantragung des Zuschusses fällt das auf, und die „überzähligen“ Verträge werden rückwirkend abgewickelt. Sie können aber bei einem Anbieter einen Pflege-Bahr mit deutlich höherer Versicherungssumme abschließen. Das hat natürlich seinen Preis, förderfähig bleibt der Vertrag aber trotzdem. Die 600 Euro sind nur die gesetzlich vorgegebene Mindestversicherungssumme für die Pflegestufe III. Die Anbieter können aber höhere Summen und höhere Zahlungen in den verschiedenen Pflegestufen vorsehen, als es der Gesetzgeber entschieden hatte.

Frage:

Ich bekam ein Schreiben, dass für meinen Sohn in zwei Monaten die Familienversicherung endet. Er studiert und wird 25 Jahre alt. Ist die Mitteilung korrekt?

Antwort: Ja. Wenn Ihr Sohn keinen Zivil-, Wehr- oder Freiwilligendienst geleistet hat, endet mit dem 25. Lebensjahr die beitragsfreie Familienversicherung. Er muss sich dann bei seiner Kasse selbst anmelden. Als Mitglied der Krankenversicherung der Studenten – das ist keine eigene Kasse, sondern ein „Einstufungsprinzip“ – zahlt er monatlich rund 65 Euro plus Pflege.

Die ausführliche Auswertung des Forums finden Sie im Magazin der OSTSEE-ZEITUNG am Dienstag.

OZ

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