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Rostock Diskussion um Sporthalle: Steigt DRK aus?
Mecklenburg Rostock Diskussion um Sporthalle: Steigt DRK aus?
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03:51 31.08.2013
Das DRK muss zu seiner Verantwortung stehen. Wir haben lange für eine Weiterführung gekämpft.“Sascha Zimmermann (FDP)
Güstrow

Es schien schon so gut wie sicher: Baufirmen sollen die Sporthalle im Tolstoiweg für 289 690 Euro sanieren und modernisieren. Die Stadt stand bereits in Vorverhandlungen mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) als Eigentümer, der ein Viertel des Betrags aufbringen soll. Die Unterzeichnung des Vertrags sollte nur noch Formsache sein. In einem Antrag wünscht sich das DRK jetzt einen weiteren Zuschuss: 72 422 Euro.

„Ich bin entsetzt, wenn ich mir den Antrag ansehe. Ich verstehe unter einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit etwas anderes“, sagt Torsten Renz (CDU) und rannte damit bei den Mitgliedern des Hauptausschusses offene Türen ein — einstimmig wurde der Antrag abgelehnt. Eine Stellungnahme dazu vermochte das DRK gestern auf OZ-Anfrage nicht abzugeben. Die Frage nach einer Erklärung für die zusätzliche Unterstützung bleibt vorerst unbeantwortet.

„Ich hoffe nicht, dass dieser Antrag der Beginn eines möglichen Ausstiegs seitens des DRK ist“, sagt Renz. Die Stadtvertreter ringen nämlich schon seit Monaten darum, die Halle vor dem Abriss zu bewahren. Im Oktober 2012 entschieden sie, dass die Sporthalle im Tolstoiweg nicht abgerissen werden soll. 100 000 Euro wollte die Stadt dem DRK zur Verfügung stellen, wenn es ein Finanzierungskonzept vorlegt. Im Februar wurde sogar ein Zuschuss von 200 000 Euro gewährt. „Nach einem gemeinsamen Rundgang in der Halle haben wir den Sanierungsbedarf gesehen und uns für diesen Schritt entschieden. Diese Summe galt allerdings als Höchstgrenze“, berichtet Hartmut Reimann (SPD). Die Kostenberechnung einer Güstrower Baufirma ergab schließlich eine Summe von 289 690 Euro.

„Da als künftige Nutzer außer den Schulen in freier Trägerschaft auch Senioren- und Kindergruppen des DRK sowie Gruppen von Sportvereinen in Betracht kommen, kann die Sanierung der Halle als eine städtebauliche Maßnahme eingestuft werden, die zur weiteren Aufwertung des Stadtteils beitragen wird“, erklärt Jane Weber vom Stadtentwicklungsamt. Damit ist das Projekt förderfähig. Nach Zustimmung aus dem Bauministerium soll die Sanierung nun aus vier verschiedenen Töpfen bezahlt werden, je 72 422 Euro aus Städtebaufördermitteln von Land, Bund und Stadt. Der zusätzliche Eigenanteil der Gemeinde soll übertragen werden an das DRK. Das aber möchte jetzt das Geld von der Stadt haben.

„Dieser Antrag ist ein Angriff auf das ursprüngliche Konzept“, brachte Hartmut Reimann die Verärgerung auf den Punkt. Sascha Zimmermann (FDP) spekuliert sogar, dass vorsätzlich jetzt die Forderung kommt, nachdem bekannt ist, dass die Stadt durch die Fördermittelzusage nicht mehr so tief in die Tasche greifen muss. „Wir haben lange darum gekämpft, dass weiterhin Sport in der Halle getrieben werden kann. Jetzt muss das DRK sich bekennen und zu seiner Verantwortung stehen“, sagt Sascha Zimmermann. Ähnlich sieht es Burkhard Bauer (Die Linke): „Ich kann nicht einsehen, dass man sich einen Nachschlag holen will. Ich möchte eine ehrliche Vertragspartnerschaft.“

Bis zur Stadtvertretersitzung am 12. September sollen die Vertragsformalitäten geklärt sein. Da Misstrauen gegenüber dem DRK aufgekommen ist, soll allen Stadtvertretern der Entwurf des Vertrags vorgelegt werden.

Bau steht seit 30 Jahren
Neben der Sporthalle befand sich das Barlach-Gymnasium, das mittlerweile abgerissen wurde.


Die Stadt entschied sich gegen den Abriss der Sporthalle, da unter anderem die Kapazitäten in der Stadt begrenzt sind. Im Gegensatz zur benachbarten städtischen Sporthalle (wird abgerissen) hält sich zudem hier der Sanierungsaufwand in Grenzen.


Bei beiden Hallen handelt es sich um 1982/83 errichtete Stahlleichtbauhallen, die als Typenprojekte standortunabhängig entworfen wurden und für eine Mehrfachnutzung in der gesamten DDR gedacht waren.


Nach der Wende wurde die zum

Barlach-Gymnasium zugehörige Halle durch den Landkreis saniert.

Mathias Otto

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