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Mit neuem Titel mehr Gäste locken

Güstrow Mit neuem Titel mehr Gäste locken

Die SPD-Fraktion will prüfen lassen, ob die Barlachstadt sich bald „Erholungsort“ nennen darf.

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Noch ist das nur eine Montage: Doch so könnten bald Güstrows Ortsschilder aussehen — wenn die Touristiker Ernst machen. Montage: Olaf Maaß

Güstrow. „Erholungsort Güstrow“— das könnte bald auf den Ortsschildern der Stadt stehen, jedenfalls wenn es nach einem Antrag der SPD-Fraktion für die morgige Sitzung der Güstrower Stadtvertretung geht. Die Sozialdemokraten fordern, dass im Rathaus erneut geprüft wird, ob die Barlachstadt den begehrten Titel eines Erholungsortes anerkannt bekommen kann. Einen ersten Versuch hat es schon einmal vor zehn Jahren gegeben — mit dem klaren Ziel, mehr Touristen und Besucher für Güstrow zu begeistern und die Stadt weiter als Erholungsgebiet bekanntzumachen.

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Noch ist das nur eine Montage: Doch so könnten bald Güstrows Ortsschilder aussehen — wenn die Touristiker Ernst machen. Montage: Olaf Maaß

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Voraussetzung dafür ist aber, dass Güstrow unter anderem „eine landschaftlich bevorzugte und klimatisch günstige Lage“ vorweisen kann — also gute Luft hat. So steht es in den Anforderungen des Kurorterholungsgesetzes des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die Entscheidung liegt beim Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales. Zudem spielt Naturschutz eine Rolle, Bademöglichkeiten und Wanderwege muss die Stadt vorweisen. Antragsteller Hans-Georg Kleinschmidt (SPD) ist überzeugt, dass Güstrow all dies zu bieten hat. „Wir haben viel in die Infrastruktur der Stadt investiert, zum Beispiel in die Wegführung der Stadtmauer oder die Straßensanierung Am Berge“, sagt Kleinschmidt. Auch der Natur- und Umweltpark (Nup) hätte inzwischen neue Attraktionen zu bieten.

Ganz oben auf der Liste der Neuheiten steht jedoch das Projekt ,Erlebnisvielfalt Inselsee‘. Damit hat die Stadt viel geschafft. Die Bauarbeiten am Ufer des Inselsees sind fast beendet. Mit EU-Fördermitteln und Geld aus der Stadtkasse haben die Arbeiten fast eine Million Euro gekostet. Die Umgestaltung des Sees ist ein entscheidender Vorteil, um einen neuen Antrag auf den Weg zu bringen“, sagt Kleinschmidt und fügt hinzu: „Ich finde, wir können es versuchen.“

2004 lehnte das Sozialministerium in Schwerin einen ersten Antrag ab. Daher äußert sich auch Anett Zimmermann, Abteilungsleiterin der Stadt für Marketing, Kultur und Tourismus, noch zurückhaltend, was den neuen Vorstoß angeht: „Wir müssen das erst einmal prüfen. Wir sind natürlich daran interessiert, die Stadt Güstrow touristisch nach vorne zu bringen, aber ob das jetzt der richtige Weg ist, kann ich noch nicht sagen.“ Denn vor zehn Jahren musste die Stadtvertretung den Antrag dann doch zurückziehen, weil nur wenig Aussicht auf Erfolg bestand.

„Ich bin voller Optimismus“, sagt hingegen Hans-Georg Kleinschmidt. „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen stimmen.“ Zudem wäre der Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“ ein zusätzliches Marketingsegment. „Wir können damit werben und die Stadt attraktiv machen“, betont Kleinschmidt. Auch dass durch Güstrow gleich zwei Bundesstraßen verlaufen — die B 103 und die B 104 — ist nach Kleinschmidts Ansicht kein Hindernis für einen positiven Bescheid aus dem Sozialministerium. „Da gibt es auch andere Orte, die an Bundesstraßen liegen“, sagt der SPD-Mann. Gemeint ist zum Beispiel Krakow am See (Landkreis Rostock), das ebenfalls an der B 103 liegt. Der Ort ist seit dem Jahr 2000 staatlich anerkannter Luftkurort. „Dass Güstrow an diesen Bundesstraßen liegt, kann nicht die Prämisse sein“, sagt Kleinschmidt außerdem.

Auch gut für das Vorhaben, aus Güstrow einen Erholungsort zu machen: Die Zuckerfabrik existiert nicht mehr. „Dadurch hat die Stadt weniger Schadstoffbelastungen“, sagt Kleinschmidt. Zudem gebe es genügend Möglichkeiten in Güstrow für einen erholsamen Aufenthalt: Hotels, Pensionen, Museen, Natur. Heute wird der Antrag auf der Versammlung der Stadtvertreter diskutiert.

Stadtvertretung: heute ab 18 Uhr im Bürgerhaus, Sonnenplatz 1

 



Michaela Krohn

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