Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Werftdreieck: Bürger für Wohnungsbau
Mecklenburg Rostock Werftdreieck: Bürger für Wohnungsbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
04:22 06.09.2013
Frank Martens-Jung (re.) spricht mit Amtsleiter Heiko Tiburtius. Der Anwohner hält nichts vom den Rückbau der Max-Eyth-Straße. Quelle: Fotos: Ove Arscholl
Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Wohnbebauung statt Baumarkt, Theater statt Gewerbe: Die Einwohner der Kröpeliner-Tor-Vorstadt stehen den Planungen der Stadt für das Werftdreieck eher skeptisch gegenüber. Viele der etwa 70 Bürger wünschten sich auf der gestrigen Einwohnerversammlung in der Borwinschule bezahlbaren Wohnraum auf dem 13,3 Hektar großen Areal zwischen Lübecker Straße und Werftstraße. Dieser sei laut Ralph Maronde vom Amt für Stadtenwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft wegen der Lärmbelästigung aber nicht möglich.

Nach den Plänen der Stadt soll die Max-Eyth-Straße zurückgebaut und ein neuer Weg ausgehend von der Lübecker Straße hinter der Heinkel-Mauer bis zur Neptunallee entstehen. Damit Platz für eine Abbiegespur ist, soll die Straßenbahn hinter das Denkmal verlegt werden. Auf dem Areal westlich der neuen Straße soll sich ein Baumarkt sowie der Sportartikelanbieter Decathlon ansiedeln. (OZ berichtete).

„Ich bin begeistert, dass was passiert. Die Pläne klingen erst mal recht gut“, sagt Helmut Jürchott. Aber: Wenn die Heinkel-Mauer alleine stehen bleibt, muss sie unbedingt hübscher gemacht werden, vielleicht durch Anstrahlung“, schlägt der 58-Jährige vor. „Uns ist das Problem bewusst. Die Mauer steht dort als Fragment“, sagt Maronde und merkt an, dass sich möglicherweise eine gestalterische Lösung findet, wenn man sie überbaut.

Ulrich Witt hat da gleich eine andere Idee. „In Einbeziehung der Heinkel-Mauer kann man auf der Fläche das Theater hinsetzen. Ein Baumarkt bringt doch nichts. Am Stadtrand gehen welche pleite, und wir wollen einen in die Stadt holen“, sagt der 75-Jährige und schüttelt den Kopf. Zustimmung von allein Seiten. „Ich habe den Eindruck, dass der B-Plan nur wegen den Investoren geändert wird“, sagt Hanna Feiß (24) und wünscht sich, die Fläche für bezahlbaren Wohnraum zu nutzen. Damit ist sie nicht die Einzige.

Laut derzeitigen Bebauungsplan ist die Fläche für hochwertige Büronutzung ausgelegt. „Wir bekommen diese Nutzung dort jedoch nicht hin“, erläutert Maronde und schließt auch eine Wohnbebauung aus.

„Wir haben eine massive Verlärmung in dem Bereich und können dort keine Wohnungen anbieten“, sagt er. „Wir sehen auch, dass es dort attraktiv ist und werden das weiter prüfen, aber ich mache ihnen wenig Hoffnung, dass das funktionieren wird.“

Die Anmerkungen und Wünsche der Einwohner wurden aufgenommen und werden im Ortsbeirat am 11. September nochmals besprochen. Am 9. Oktober soll dann die Bürgerschaft über die Pläne entscheiden.

Zahlen zum Werftdreieck
13,3 Hektar ist das Planungsgebiet groß. Es ist begrenzt durch die Lübecker Straße, Werftstraße, Bahntrasse Rostock-Warnemünde sowie die rückwärtige Grenze der Grundstücke westlich der Max-Eyth-Straße.

8800 Fahrzeuge werden täglich dazukommen, wenn sich das Areal Werftdreieck, ehemalige Neptunwerft sowie die Gewerbegebiete bis hin nach Marienehe weiterentwickeln. Bisher fahren auf der Lübecker Straße täglich 36 000 Autos, auf der Max-Eyth-Straße 4000 und auf der Werftstraße 10 000 Autos.

Anja Levien

Anzeige