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Politik Yaro: Talentschmiede mit großen Plänen
Mecklenburg Rostock Politik Yaro: Talentschmiede mit großen Plänen
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16:00 07.11.2018
Feiern zehn Jahre "Young Academy Rostock" (Yaro): Edgar Sheridan-Braun (v. l.), Arndt Rolfs, Susanne Winnacker und Stephan Imorde. Quelle: OVE ARSCHOLL
Stadtmitte

Das kann sich hören lassen: Die Young Academy Rostock (Yaro) will sich internationaler aufstellen, Mecklenburg-Vorpommern mit einem innovativen Projekt zum Vorreiter in der musikalischen Frühförderung machen und ein Internat für junge Talente aufbauen. Das Zentrum für musikalisch Hochbegabte an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) hat sich anlässlich seines zehnjährigen Bestehens für die Zukunft viel vorgenommen. „Das hier ist erst der Anfang und ein Versprechen, bisheriges zu prüfen und manches neu zu denken“, sagt Yaro-Leiter Stephan Imorde mit Blick auf das Jubiläum. „Die Yaro wird zur tragenden Säule der Hochschule werden.“

Frei nach dem Motto „Früh übt sich, was ein Meister werden will“, ist das Zentrum 2008 mit dem Ziel gegründet worden, musikalisch Hochbegabte schon im Kindesalter auf ein Musikstudium vorzubereiten. Seither werden in den Klostermauern des St.-Katharinenstiftes junge Talente aus dem In- und Ausland von Professoren und international renommierten Künstlern ausgebildet. „Dabei sind die Musikschulen im Land für uns unverzichtbare Partner“, betont Imrode. „Wir konkurrieren nicht, wir kooperieren.“ Das gelinge allerdings noch nicht immer reibungslos. Auch Edgar Sheridan-Braun, Leiter des Konservatoriums Rostock und Vize-Vorsitzender Landesverbandes der Musikschulen, wünscht sich mehr Einklang. „Wenn Musikschüler ein Musikstudium anstreben, ist diese Partnerschaft inzwischen unverzichtbar.“

Energieversorger unterstützen Musikschulen

„Die Nachwuchsförderung muss in den kommenden zehn Jahren wichtigste Aufgabe der Hochschulen sein“, mahnt HMT-Rektorin Susanne Winnacker. „Sonst sind wir in naher Zukunft nur noch mit jungen Leuten konfrontiert, die keine Instrumente mehr spielen können. Wir wollen Mecklenburg-Vorpommern zum Vorreiter in der musikalischen Frühförderung machen.“ Das gelänge nur im Zusammenspiel mit den Musikschulen. Gemeinsam könnte man aus Talenten die Musikstudenten von morgen machen. „Uns geht bestimmt 70 Prozent des Potenzials im Land durch die Lappen, weil wir diese Kinder nicht finden können.“

„Wir wollen den Musikschulen nicht ihre Schüler entreißen, im Gegenteil, wir wollen sie stärken“, stellt Stephan Imrode klar. Deshalb habe die Yaro gemeinsam mit den Stadtwerken Rostock das Projekt „Energie für Nachwuchs“ entwickelt. Ziel sei, ein Sponsoringkonzept mit allen Energieversorgern im Land aufzulegen, das den Kindern an den Musikschulen zugute kommt. Um bundesweit junge Musiker für Rostock zu begeistern, wird die im Juli stattfindende Yaro-Summer School breiter aufgestellt: Zu den klassischen Instrumentalfächern sollen auch Schauspiel und Pop ins Angebot mit aufgenommen werden. Um sich international Gehör zu verschaffen, arbeitet die Yaro eng mit dem „Emil Darzin Musikgymnasium“ in Riga zusammen.

Internat für Hochbegabte

Derzeit zählt die Yaro 26 Frühstudierende. 63 Schüler werden durch das Kooperationsnetzwerk gefördert, das die HMT mit Musikschulen und Privatmusiklehrer geknüpft hat. In den vergangenen zehn Jahren sind insgesamt mehr als 340 Begabte unterstützt worden. Ein Frühstudium an der Yaro, der Unterricht an der allgemeinbildende Schule, dazu Konzerte – diese Mehrfachbelastung verlangt Kindern viel ab. Zudem hätten sie besondere Bedürfnisse, sagt Susanne Winnacker. „Sie fühlen sich oft fremd in Situationen, in denen andere Kinder zuhause sind. Sie wollen lieber mit denen zusammen sein, die so sind wie sie: Freigeister.“ Um dem Rechnung zu tragen und zeitgleich entfernt lebenden Interessenten ein Yaro-Studium ohne weite Fahrtwege zu ermöglichen, „brauchen wir eine Schule mit angeschlossenem Internat. Da sind wir bereits mit Politik und Partnern im Gespräch.“

Einen hat die Yaro schon restlos überzeugt: Arndt Rolfs ist neuer Sponsor. Dem Chef der Rostocker Medizinfirma Centogene schwebte in jungen Jahren selbst eine Musikerkarriere vor. „Ich wollte ein berühmter Pianist werden, doch das Talent hat nicht gereicht“, sagt er und lacht. Deshalb will er nun jene mit ähnlichen Träumen finanziell unterstützen und in der Centogene-Firmenzentrale auch eine Bühne für Konzerte bieten. Als Gründer eines global tätigen Bio-Unternehmens wisse er, wie wichtig frühzeitige Nachwuchsförderung sei. Yaro-Leiter Imrode begrüßt Rolofs Engagement und scherzt: „Pass auf. Diese kleinen Menschen haben die Eigenschaft, einem unglaublich ans Herz zu wachsen. Jetzt bist du Teil unserer Familie.“ Was diese Familie ausmacht, will sie am Sonnabend zeigen: Dann feiert die Yaro ihren zehnten Geburtstag mit Festakt, Mitmachaktionen und Jubiläumskonzert.

Festprogramm am 10. November

11 Uhr: Musikalischer Festakt im Katharinensaal der HMT

14-18 Uhr: Konzerte, Mitmach-Aktionen und Workshops in der ganzen Hochschule

19.30 Uhr: Beim Festkonzert präsentiert das Jubiläumsorchester aus Yaro-Schülern und Musikern aus Riga (Lettland) im Katharinensaal Werke von Mozart, Strauß und Mendelssohn Bartholdy. Karten gibt es für 11,50 Euro (ermäßigt 6 Euro) im Vorverkauf und an der Abendkasse

Antje Bernstein

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