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Politiker schmieden Koalitionen und schubsen auf dem Spielfeld

Stadtmitte Politiker schmieden Koalitionen und schubsen auf dem Spielfeld

Direktkandidaten zur Bundestagswahl stellen sich beim OZ-Wahlspiel zahlreichen Fragen.

Stadtmitte. Die CDU koaliert mit den Freien Wählern, die FDP umarmt die SPD und Politiker tragen bunte Hüte: Beim Wahlspiel der OSTSEE-ZEITUNG im Kröpeliner-Tor-Center gestern war alles möglich. Sieben Direktkandidaten zur Bundestagswahl im Wahlkreis 14 spielten „Kandidat ärgere dich nicht“ und stellten sich den Fragen von OZ-Lokalchef Frank Pubantz zu nationalen, internationalen und regionalen Themen. An die 500 Menschen verfolgten das Spiel.

22 Felder, acht Kandidaten als Spielfiguren, fünf Zuschauer als Jury und ein blauer Würfel. Die Regeln sind klar: Der Kandidat würfelt, beantwortet die Frage und die Jury entscheidet, ob er vorrücken darf. Dann kommt es schon mal vor, dass Harald Terpe (Grüne) Klaus-Dieter Gabbert (Freie Wähler) vom Feld schubst und Hagen Reinhold (FDP) sich eines mit Christian Kleiminger (SPD) teilt.

Bevor es losgeht, bekommt jeder der Kandidaten einen Kochhut mit den Farben seiner Partei. „Spielfiguren müssen kenntlich gemacht werden“, begründet Frank Pubantz. Terpe (Grüne) und Michael Slobidnyk (Piraten) überlegen nicht lang , setzen ihn auf. Die anderen zögern. Spielverderber? Wird sich noch zeigen.

Beim Thema Mindestlohn nimmt das Spiel Fahrt auf. Christian Kleiminger (SPD) zur Frage, wann Ost und West gleiche Löhne haben, und was er tun wird: „Ein Mindestlohn von 8,50 Euro garantiert das, bei Tarifabschlüssen gleichen sich die Löhne von Ost und West.“ Die Jury ist zufrieden, Hagen Reinhold (FDP) nicht. „Ich will, dass jeder verdient, was er leistet. Wir brauchen unterschiedliche Löhne, weil die Mieten in Rostock nicht sind wie die in München“, sagt der Liberale. Steffen Bockhahn (Linke) kommentiert: „Nicht mal 25 Prozent der Unternehmen sind tarifgebunden. Deshalb brauchen wir Tarifverpflichtungen bei öffentlichen Aufträgen.“ Der Linke hat den Dreh des Spiels schnell raus, holt sich den Würfel selbst und ist froh, dass er keine Koalition bilden muss.

Anders Peter Stein (CDU), der aufgefordert wird, sich einen politischen Partner zu suchen und sich gegen FDP und für die Freien Wähler entscheidet. Begründung: „Der Wahl-O-Mat hat gesagt, dass wir uns nah sind.“ Zur Frage, ob er Kunsthalle oder Kino fördern würde: „Ich begleite die Kunsthalle intensiv und bin begeistert, was sich da getan hat. Wichtig ist, das dahinterstehende Engagement zu würdigen. In der Hansestadt fehlt ein Museumskonzept“, erläutert er. Bevor er zum Thema Kino ausholen kann, leuchtet die rote Lampe. Redezeit vorbei. Kommentare? Gabbert meldet sich. „Kunst und Kultur gehören als Pflicht in den Haushalt der Kommunen, die von Bund und Land finanziell ausgestattet werden müssen.“

Als nächstes ist Harald Terpe am Zug. Thema Förderung von Familien. „Es muss mehr für Bildung von Kindern getan werden. Wir brauchen mehr Finanzmittel für Kinder“, so der Grüne. Weiterrücken.

Die Politiker sind gut drauf, die Jury oftmals kritisch, nicht alle Antworten findet sie gut. OZ-Leserbeirätin Britta Sümnicht zieht die Fragen und bestimmt, wer sie beantworten muss. Michael Slobidnyk (Piraten) soll eine Koalition bilden. Ohne Zögern wählt er Gabbert (Freie Wähler). In Krummendorf möchte sich eine Firma ansiedeln und 500 Arbeitsplätze schaffen — was tun sie? „Ich würde bei der Entscheidung die Öffentlichkeit miteinbeziehen“, sagt Slobidnyk und guckt seinen Koalitionspartner an. Der nickt. „Das sehe ich auch. Ich würde die Bürger beteiligen“, sagt Gabbert. Harmonie pur. Ebenso bei Terpe und Kleiminger, die eine Koalition bilden und sich beim Thema Jugendarbeit einig sind. Ob das auf Bundesebene auch so sein wird? Einen Sieger gibt es am Ende nicht. Seinen bunten Hut lässt nur Slobidnyk bis zum Spielende auf: „Ich bin Koch“, sagt er lachend.

Mehr Themen: morgen in der OZ.

• Fotos:

www.ostsee-zeitung.de

 

Anja Levien

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