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Rostock Premiere von „Die Schneekönigin“ in Rostock
Mecklenburg Rostock Premiere von „Die Schneekönigin“ in Rostock
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17:56 26.11.2018
Herrscherin einer frostigen Eiswelt: Juschka Spitzer in „Die Schneekönigin“ am Volkstheater Rostock Quelle: Dorit Gätjen
Rostock

Wenn ein Junge in einem gewissen Alter plötzlich rüpelig wird, seine Freundin bepöbelt und dem Schönen im Leben plötzlich rein gar nichts mehr abgewinnen kann, könnte man denken, die Pubertät hat eingesetzt. Kay (Cornelia Wöß), der Mathe-Checker, kann den Märchen der Großmutter und seiner Freundin Gerda (Katja Göhler) plötzlich rein gar nichts mehr abgewinnen. Stattdessen fühlt er sich zu einer eiskalten Schönheit hingezogen und verschwindet mit ihr. Klar, auch das kommt vor – aber eben nicht im Märchen.

In Hans Christian Andersens Kunstmärchen „Die Schneekönigin“ hat das Verhalten von Kay daher auch einen guten Grund: Ein zerbrochener Zauberspiegel, dessen Splitter in sein Auge und sein Herz eingedrungen sind und Letzteres in einen Eisklumpen verwandelt haben. Hilflos ist Kay der bösen Schneekönigin (Juschka Spitzer) ausgeliefert, die ihn in ihr glitzerndes Reich am Nordpol entführt. Doch die treue Gerda macht sich auf den Weg, um ihren Gefährten zurückzuholen, und muss dabei allerlei Prüfungen bestehen.

Mit viel Gefühl, Witz und coolen Pop- und Hip-Hop-Beats unterlegt, hat die mehrfach ausgezeichnete Regisseurin Amina Gusner eine höchst moderne Version des Weihnachtsmärchens auf die Bühne des Rostocker Volkstheaters gebracht. Gestern feierte das Stück Premiere. In dem längsten und auch vielschichtigsten Märchen des dänischen Dichters geht es in erster Linie um die Freundschaft. Schon Heinz Rühmann besang 1930 in der deutschen Tonfilmoperette „Die Drei von der Tankstelle“ mit „Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt“ im Sechsachteltakt inbrünstig jenen zeitlosen unabdingbaren Wert, der gerade in einer zunehmend von sozialer Kälte geprägten Gesellschaft gar nicht hoch genug gehalten werden kann. Personalisiert wird diese Kälte in dem Märchen von der Eisprinzessin, die jeglichen Emotionen abgeschworen hat. Und so beginnt ein Kampf zwischen Verstand und Gefühl symbolisiert durch Sommer und Winter, in deren Mitte sich die Protagonisten Kay und Gerda wiederfinden.

Auf ihrer Suche nach dem geliebten Freund trifft die taffe Gerda auf viele wundersame Gestalten: eine Blumenfrau, die Gerda in ihrem Garten behalten will, Krähen, die ihr den Weg zu einem Schloss mit hilfsbereiten Bewohnern weisen und eine Horde Räuber, die ihren Weg kreuzen. Letztlich gelingt es der liebreizenden Gerda, alle zu überzeugen, sie bei ihrer Suche nach Kay zu unterstützen. Und so lernt die Räubertochter, dass Freundschaft auf Freiwilligkeit und gegenseitigem Respekt beruht, während Gerda sich schließlich mit dem Rentier der Räubertochter vor dem Schloss der Schneekönigin wiederfindet.

Als das Rentier eine weise Frau darum bittet, Gerda die Macht von zwölf Männern zu geben, um gegen die Schneekönigin zu bestehen, erkennt Gerda, dass sie bereits die größte Macht besitzt, die es gibt, um gegen die Rivalin zu kämpfen: Die Macht der Freundschaft, die sie bis dorthin geführt hat und die letztlich auch den Bann der Schneekönigin bricht.

Das Märchen besticht nicht nur durch seine Botschaft, sondern auch durch liebevoll in Szene gesetzten Charaktere (alle Rollen werden von lediglich sechs Schauspielern verkörpert), die auffallend viele starke Frauenbilder verkörpern, die moderne Musik und ein abwechslungsreiches Bühnenbild, das die Zuschauer mit Spezialeffekten, wie Projektionen, Kunstschnee und Nebel in eine frostige Eiswelt entführt.

„Es ist schön, dass das Stück mit aktueller Musik unterlegt ist, die die Kindern kennen und mitsingen können“, sagt Nancy Bänsch, Lehrerin von der Gesamtschule Recknitz-Campus Laage, die mit ihren Schülern gekommen war. „Die Krähen und die Räuber waren echt cool“, findet auch der 8-jährige Oskar Lochny aus Laage. Auch die Botschaft scheint bei den Kleinen angekommen zu sein: „Wenn mein bester Freund weg wäre“, sagt Emi Behn (7) aus Liessow, „dann würde ich ihn auch suchen gehen, ist doch klar.“

Stefanie Büssing

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