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Protest verzögert Baumfällung

Warnemünde Protest verzögert Baumfällung

Bürger setzen sich für eine Kastanie in der Alexandrinenstraße ein / Stadt muss für Sicherheit sorgen

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Aus Sicherheitsgründen wurde diese Kastanie gefällt.

Warnemünde. Später als geplant begann gestern die Fällung einer Kastanie in der Alexandrinenstraße in Höhe der Touristinformation: Annette und Harry Boog protestierten gegen das Vorhaben der Hansestadt und postierten sich gemeinsam mit drei weiteren Mitstreitern zunächst unter dem Baum. Dadurch wurden die Arbeiten, die um 7.30 Uhr hätten beginnen sollen, um etwa 90 Minuten verzögert. Der Konflikt zwischen den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und den Demonstranten wurde von Polizeibeamten geschlichtet.

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Bürger setzen sich für eine Kastanie in der Alexandrinenstraße ein / Stadt muss für Sicherheit sorgen

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„Wir wohnen seit 20 Jahren in Warnemünde“, sagte Annette Boog, „in diesen Jahren haben wir beobachtet, dass das Seebad immer mehr Bäume verliert.“ Entweder greift das Grünamt wegen Krankheitsbefall der Bäume ein oder sie müssen verschiedenen Bauvorhaben weichen, sagte die Warnemünderin, die Expertin im Umwelt- und Naturschutzrecht ist. Dieser Entwicklung habe man mit der Aktion in der Alexandrinenstraße entgegenwirken wollen. „Der Baum hätte gewiss noch 20 Jahre stehen können“, meinte Annette Boog. Ihr wäre es lieber gewesen, „wenn der Baum auf zwei Drittel seiner Größe gekürzt worden wäre und man ihn danach konservierend behandelt hätte.“ Annette und Harry Boog wiesen darauf hin, dass die Kastanie die größte in Warnemünde sei.

Steffie Soldan, Leiterin des Teams Stadtbäume in der Rostocker Stadtverwaltung, war gestern auch in die Alexandrinenstraße gekommen. Sie verwahrte sich gegen den Vorwurf der Protestierenden, „dass wir hier strategisch Bäume fällen“. Die Kastanie, die Steffie Soldan auf ein Alter zwischen 100 und 150 Jahre schätzte, sei von der Krankheit Pseudomonas befallen. Sie führe dazu, dass die Weißfäule eintrete und der Baum seine Standfestigkeit verliere. „Das können wir aber aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht zulassen“, sagte die Verwaltungsmitarbeiterin. Der Bereich der Alexandrinenstraße wird von vielen Fußgängern genutzt, in unmittelbarer Nähe des Baumes stehen Geschäfte. Die Kastanie soll demnächst von einer größeren Platane ersetzt werden.

Für Stefan Junga, Vorarbeiter bei der Baumpflegefirma Bühner aus Breesen, war die Aktion eine Überraschung: „So etwas hatten wir bis jetzt erst zweimal in der Firmengeschichte.“ Um 11.05 Uhr waren die Experten schon bei Arbeiten in anderen Stadtteilen.

Michael Schißler

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