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Rostock Psychiatrie-Kongress: Zu viele Medikamente an ADHS-Kinder
Mecklenburg Rostock Psychiatrie-Kongress: Zu viele Medikamente an ADHS-Kinder
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19:16 09.03.2013
Vorschnelle Medikation erschwert Psychotherapeutie. Foto: J.Stratenschulte/Archiv
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Rostock

„Wir können in unserem Fach garantieren, dass wir sehr gründliche Diagnosen stellen, dies ist Grundvoraussetzung für eine verantwortungsvolle Pharmokotherapie.“

Es bestehe die Forderung seitens der Psychiater, dass alle Mediziner bei der Verschreibung dieser Medikamente die dazu gehörenden Leitlinien streng einhalten und sorgsam mit den Kindern umgehen. Fegert verwies auf Arzneimittelreports, die eine kontinuierliche Steigerung der Verschreibung von ADHS-Medikamenten ausweisen. „Viele dieser Patienten haben das Medikament nur einmalig oder kurzzeitig genommen.“

Eine Interpretation der Untersuchungsergebnisse wäre, dass manche Ärzte nicht richtig diagnostizieren. „Sie verschreiben das Medikament, um zu sehen, bringt es etwas oder nicht - und dann wird es auch wieder weggelassen.“ Man müsse hier diskutieren, ob da wirklich eine fachliche Behandlung gegeben ist, denn diese Medikamente müssten nach den Vorstellungen der Psychiater in ein großes und mehrstufiges Behandlungskonzept eingebunden sein. 

„Je besser die Diagnose gemacht ist und je strenger die Kriterien eingehalten sind, desto höher ist die Wirksamkeit der Arzneien“, betonte der Psychiater. An der positiven Wirkung der Medikamente für die richtigen Patienten gebe es keinen Zweifel. Manchem Kind würden bei Nichtverordnung wesentliche Chancen auf eine positive Entwicklung genommen.

dpa

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