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Rostock RHC vertrödelt Landesderby
Mecklenburg Rostock RHC vertrödelt Landesderby
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00:00 11.03.2013

HandballDie Atmosphäre erinnerte ein wenig an bessere Zeiten, als Rostock und Wismar noch in der ersten beziehungsweise zweiten Bundesliga spielten. Etwa 500 Zuschauer sahen gestern Abend in der Ospa-Arena einen verdienten 35:30 (19:13)-Sieg der TSG Wismar beim Rostocker HC (RHC).

Dolphins-Trainer Lothar Goldschmidt (46) haderte diesmal mit seinen Schützlingen. „35 Gegentore sind zu viel. Wir hatten uns vorgenommen, besser zu verteidigen“, so Goldschmidt, der sich sonst meistens vor seine Mannschaft gestellt hatte. Wismar-Trainer Ronald Frank war dagegen glücklich. „Wenn man auswärts gewinnt, ist man immer zufrieden“, betonte der 49-Jährige.

Frank konnte sich und seine Mannschaft im Vorfeld bestens auf den Gegner vorbereiten, denn gleich sieben (!) Ex-Rostockerinnen stehen im Drittliga-Aufgebot der TSG. Sechs Spielerinnen kamen zum Einsatz — Stefanie Praetzel, Johanna Brinkies, Maria Wowarra, Maria Wurlitzer, Claudia Duhr und Svea Pinkohs.

Die verletzte Sally Topp saß mit auf der Bank. Die Freundschaften zwischen beiden Seiten ruhten für 60 Minuten. Es ging zur Sache, aber immer fair. Die körperlich robusteren Gäste erwischten den besseren Start und führten nach neun Minuten mit 7:3. Aber die Dolphins kämpften sich wieder heran. Jugend-Nationalspielerin Nele Reimer traf zum 7:8 (15.). Luise Scheele fasste sich bei angezeigtem Zeitspiel ein Herz und markierte das 8:10 (17.). Wismar legte zwar weiter vor, aber die Rostockerinnen ließen sich lange nicht abschütteln. Besonders Rechtsaußen Caroline Schallock erwischte einen guten Tag und traf gleich sechs Mal. „Vergangene Woche hatte ich nicht so viel Glück im Abschluss, deshalb wollte ich heute etwas wiedergutmachen“, meinte Schallock.

Nachdem die 20-jährige Rechtshänderin TSG-Torhüterin Justine Steiner erneut aus spitzem Winkel zum 12:15 überwand (25.), wechselte Ronald Frank die Torhüterinnen. Praetzel kam und war gleich zweimal zur Stelle. Im schnellen Gegenzug kam Wismar zum Torerfolg und zog davon — 12:19 aus RHC-Sicht (29.). „Unser Rückzugsverhalten war in der ersten Hälfte schlecht“, verdeutlichte Lothar Goldschmidt.

In der zweiten Halbzeit begannen die Hausherrinnen konsequent und zielstrebig im Angriff. Das Umkehrspiel nach hinten wurde besser. Die Rostockerinnen verkürzten den Rückstand auf 19:22 (36.). „Da haben wir in der Defensive kompakter gestanden und mehr Bereitschaft gezeigt. Aber dann wurden Pässe zu ungenau gespielt und freie Würfe vergeben“, konstatierte Goldschmidt.

Die Gäste waren wieder am Drücker und machten mit einem 9:3-Tore-Lauf vorzeitig alles klar — 22:31 aus RHC-Sicht (47.). Goldschmidt reagierte und zog Reimer etwas vor, spielte mit einer offensiveren 5:1-Deckung. Eine gute Idee, denn in der Schlussphase verkürzten die Rostockerinnen den Rückstand noch zum 30:35-Endstand. „Vielleicht hätte ich früher reagieren müssen. Aber hinterher ist man immer schlauer“, sagte Lothar Goldschmidt.

Der Rostocker HC (11:29 Punkte) bleibt Tabellenelfter, hat aber nur noch drei Zähler Vorsprung vor dem Frankfurter HC II (8:32 Punkte), der am Sonnabend 28:23 gegen den Berliner TSC gewann. „Wir werden den Kopf aus dem Sand ziehen und die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen“, verbreitete RHC-Trainer Lothar Goldschmidt Optimismus. Nächster RHC-Gegner ist erst am 7. April der Buxtehuder SV II.

Tommy Bastian

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